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Verband schlägt Alarm Bayern verliert seine Wirtshäuser

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband befürchtet eine neue Welle des Wirtshaussterbens. Die Rahmenbedingungen hätten sich für die Wirte in Bayern in den letzten Monaten deutlich verschlechtert, so der Verband.

Von: Elmar Voltz

Stand: 29.06.2015

Geschlossenes Wirtshaus | Bild: BR

Monika Poschenrieder vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband ist besorgt. Immer mehr Wirtshäuser in Bayern müssten schließen, viele denken laut Poschenrieder offen darüber nach, den Betrieb in der nächsten Zeit einzustellen. Die Gründe dafür seien vielfältig. So bringt beispielsweise der Mindestlohn Probleme mit sich. Dabei gehe es aber nicht um die Bezahlung, sondern um den bürokratischen Aufwand für die Gastwirte.

"Durch den Mindestlohn ist eine Aufzeichnungspflicht hinzugekommen und das bleibt an den Unternehmern hängen, vor allem bei den kleinen Betrieben ist das ein Problem, die können da nicht jemanden einstellen, der das übernimmt."

Monika Poschenrieder vom Hotel und Gaststättenverband

Viele Gastwirte seien enttäuscht von der Politik, so Poschenrieder, und fordern Nachbesserungen. Denn durch die zeitaufwändige Dokumentationspflicht sei das Führen eines Betriebes im Moment sehr, sehr schwierig.

"Keine Rechtssicherheit beim Brandschutz"

Zusätzlich beklagt der Verband uneinheitliche Regelungen beim Thema Brandschutz. Beim Brandschutz seien die Auflagen heutzutage wesentlich strenger als früher. Außerdem gibt es dem Hotel und Gaststättenverband zufolge keine Rechtssicherheit.

"Jede Gemeinde, jedes Landratsamt, jeder Brandschutzbeauftragte handhabt das anders, wir hätten hier gerne mal klare Richtlinien, die auch erfüllbar sind."

Monika Poschenrieder vom Hotel und Gaststättenverband

Nicht selten müssen bei Konzessions- und Pächterwechseln Auflagen umgesetzt werden, die vorher aufgrund des Bestandschutzes nicht notwendig waren. Das mache das Suchen von Nachfolgern und Pächtern teilweise sehr schwer.

Zusätzlich kritisiert der Verband einen regelrechten Wildwuchs bei Veranstaltungen von Vereinen, Stadlfesten und ähnlichen Feiern. Mit "Schwarzgastronomie", bei der Auflagen wie Jugendschutz, Hygienevorschriften oder Arbeitsbedingungen nicht oder nicht ausreichend überprüft werden, könne ein Gastwirt nicht konkurrieren, so Poschenrieder. Auch hier fordert der Verband dringend einheitliche Regelungen und höhere Hürden bei der Vergabe von Genehmigungen.


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