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Wohnen wird immer teurer Bayern boomt

Das Wohnen in Bayern wird immer noch teurer. Wo ist das Zuhause besonders kostspielig? Wie ist die Situation in welcher Stadt? Der Immobilienverband Süd hat sich zu diesen Fragen geäußert.

Von: Daniel Knopp und Christine Grigoleit

Stand: 14.11.2016

Haus mit Balkons | Bild: colourbox.com

Egal ob Villa, Mansarde oder Reihenhaus - die Kaufpreise für Häuser und Wohnungen in Bayern schnellen weiter in die Höhe. Besonders heftig war der Anstieg in München. Dort kostete eine gebrauchte Eigentumswohnung im Frühling im Schnitt noch 5.300 Euro pro Quadratmeter. Jetzt zahlt man 5.600 Euro dafür.

Rekordpreise in München

In der Landeshauptstadt steigen die Immobilienpreise aufgrund des stark ausgedünnten Angebots auf Rekordhöhen. Befeuert wird die Preisentwicklung laut Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts, durch die Niedrigzinsphase sowie fehlende Anlagealternativen.

Für frei stehende Einfamilienhäuser sind laut IVD in München die Baugrundstücke im Herbst 2016 um 8,1 Prozent, für Geschossbau um 6,3 Prozent gestiegen. Neu errichtete Doppelhaushälften haben sich um 7,5 Prozent verteuert. Eigentumswohnungen folgen mit etwas Abstand (Neubau: +5,8 Prozent, Bestand: +5,7 Prozent). Besonders deutlich werden die Anstiege in München im Zehn-Jahres-Vergleich. In diesem Zeitraum haben sich die Preise zum Teil verdreifacht.

Starke Nachfrage in Augsburg

In Augsburg trifft bei annähernd allen Objekt-Kategorien eine starke Nachfrage auf ein geringes Angebot. Allgemein ist der Markt laut IVD als Verkäufermarkt zu klassifizieren. Obwohl in den vergangenen Jahren zahlreiche Neubauprojekte realisiert wurden, ist die Nachfrage nach Neubauwohnungen hoch.

Boom-Region Ingolstadt

In Ingolstadt bewegen sich die Preise für Wohnraum weiter nach oben. Damit bietet Ingolstadt das typische Bild einer Boom-Region. Von einem drastischen Anstieg kann aber laut IVD aktuell nicht gesprochen werden, da bisher kontinuierlich in neuen Wohnraum investiert wurde.

Preisplus in Nürnberg

In Nürnberg-Erlangen-Fürth ist die Nachfrage nach Immobilien ungebrochen hoch. Die Kaufpreise haben in den vergangenen zehn Jahren stark angezogen.

Der Verkauf von Eigentumswohnungen in Nürnberg deckt dabei den größten Marktanteil ab. Bei den Preiszuwächsen überholt Nürnberg bei Eigentumswohnungen die Städte Erlangen und Fürth deutlich. In Erlangen verzeichnen Doppelhaushälften (Bestandsobjekte) mit über +45 Prozent die stärksten Anstiege in der Region in den vergangenen zehn Jahren. In Fürth fallen die Zuwächse bei allen Objekttypen verhaltener aus als in den Nachbargemeinden.

Großprojekte sollen Passau helfen

In Passau waren die Neubau-Aktivitäten der Vergangenheit sehr begrenzt und beschränkten sich vornehmlich auf kleinere Anlagen. Bedingt durch die große Nachfrage werden in Passau zwei Großprojekte in Zentrumsnähe realisiert. Es bleibt abzuwarten, ob diese Bauvorhaben den Bedarf decken können.

Beliebtes Regensburg

In Regensburg war die Nachfrage im Wohnimmobilien-Bereich schon immer sehr rege. Die große Nachfrage nach Häusern zum Kauf und das kaum vorhandene Angebot spiegeln sich in der Preisentwicklung wieder. In den Regensburger Randgemeinden steht ein geringes Angebot zur Verfügung. Im Einzugsgebiet ist das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage ausgeglichen.

Der Immobilienmarkt in Neu-Ulm ist immer noch von einem starken Anfrageüberhang geprägt. Durch den großen Zuzug in die Region Ulm/Neu-Ulm wird dies auch noch länger anhalten.

Teures Würzburg - glückliches Kempten

Teurer wird es zum Beispiel in Würzburg: Dort kletterte der Quadratmeterpreis von 1.850 auf 1.950 Euro. Lediglich Kempten legte im vergangenen Halbjahr eine Pause ein, sagt Stephan Kippes.

Und wann kommt es zum Stopp in der Preisspirale? Hier meint Kippes: Tendenziell geht es weiter nach oben - wenn auch nicht mehr ganz so stark.


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Ralf, Montag, 14.November 2016, 23:40 Uhr

2. Da wollen noch die meisten Flüchtlinge nach München!

Da wird die Agentur für Arbeit Arge ganz schön Kohle liefern müssen. Für das was eine neue Sozialwohnung für eine größere Familie in München kostet könnte man in der Türkei oder Lebanon ein Hochhaus für mehrere Familien errichten. Wollen wir die ganze Welt retten in dem wir alle Flüchtlinge dieser Welt aufnehmen? Danach müssen wir selbst flüchten.

  • Antwort von GH, Dienstag, 15.November, 03:33 Uhr

    niederste Gedankenspiele oder zu mehr reichts halt nicht:

    "der Flüchtling" ist immer schuld.

    armselig!

  • Antwort von Zauberin, Dienstag, 15.November, 04:30 Uhr

    Woher nehmen Sie die Annahme, daß Flüchtlingen eine Wohnung in München gestellt wird? Natürlich kann man mit dem Geld, das man in München für eine Immobilie benötigt, schon einige Kilometer entfernt sehr viel mehr Wohnraum schaffen. Das ist ein Grund, warum so viele Menschen in die Stadt pendeln. Die Wohnungssuche macht in München seit dem Mauerfall keinen Spaß mehr - das ist in allen Ballungsräumen zu beobachten. Alle wollen Infrastruktur, bequem zum Arbeitsplatz und alle Annehmlichkeiten für die ganze Familie. Das sich das im Preis niederschlägt, ist dem Thema Angebot und Nachfrage zu verdanken.

Erich, Montag, 14.November 2016, 17:12 Uhr

1. Bayern boomt so,

dass sich ein Handwerker in Südbayern, nie und nimmermals ein Haus von seiner Hände Arbeit leisten kann.

  • Antwort von Ralf, Montag, 14.November, 23:44 Uhr

    Wie viele Stunden muß ein Handwerker arbeiten bis er sich eine Stunde Arbeit von einem gleichen Handwerker bezahlen kann?