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Zahl der Verkehrstoten erneut gesunken Immer mehr Unfälle mit Pedelecs

Die Zahl der Verkehrstoten auf deutschen Straßen ist laut Statistischem Bundesamt 2017 auf den niedrigsten Stand seit mehr als 60 Jahren gesunken. Vor allem die Sicherheit von Fahrradfahrern muss aber weiter verbessert werden.

Von: Roderik Wickert

Stand: 12.07.2018

ARCHIV - 21.04.2018, Baden-Württemberg, Pforzheim: Auf dem Messplatz sitzt ein Mann auf einem Pedelec. (zu dpa "Fahrradbranche fürchtet Versicherungspflicht für Pedelecs" vom 06.07.2018) Foto: Uli Deck/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Uli Deck

Die Zahl der Verkehrstoten fiel im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent auf 3.180, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das waren 26 Verkehrstote weniger als im Jahr 2016. Zwischen 2010 und 2017 reduzierte sich die Zahl der Verkehrstoten damit um insgesamt 13 Prozent.

Jeden Tag sterben durchschnittlich neun Menschen

Das Bundesamt warnte zugleich vor zu viel Optimismus. Täglich würden im Schnitt neun Menschen im Straßenverkehr getötet und weitere 1.100 verletzt. Es gebe "keinen Grund zur Entwarnung", erklärte dessen Präsident Georg Thiel.

Pedelec-Fahrer besonders gefährdet

Vor allem die Sicherheit von Fahrradfahrern muss nach Angaben der Statistikbehörde weiter verbessert werden. Während die Zahl der Verkehrstoten seit 2010 insgesamt zurückging, blieb die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Radfahrer demnach nahezu konstant. Im vergangenen Jahr starben 382 Radfahrer, das war in etwa jeder achte Verkehrstote. Vor allem ältere Radler über 75 Jahren waren bedroht, auf sie entfielen 40 Prozent aller toten Radfahrer.

Pedelecs: Maximale Geschwindigkeit 25 km/h

Doch bei den Radfahrern lebt eine Gruppe besonders gefährlich - nämlich die, die mit den sogenannten Pedelecs unterwegs sind. Pedelecs sind Fahrräder, deren Elektro-Motor sich einschaltet, wenn man in die Pedale tritt. Allerdings unterstützt der Motor das Strampeln nur bis zur Geschwindigkeit von 25 km/h. Wer noch schneller fahren möchte, muss dies allein mit Muskelkraft tun, denn ab dann schaltet sich der Motor aus.

Mehr Pedelecs, mehr Unfälle

Die Zahl der Pedelecs hat sich in Deutschland nahezu verdoppelt. Die Anzahl der Unfälle mit diesen elektromotorisierten Fahrräder aber auch. 2014 gab es deutschlandweit rund 1,6 Millionen Pedelecs. Anfang 2017 waren es schon fast doppelt so viele: 3,1 Millionen. Allerdings nehmen gleichzeitig auch die Unfälle zu. Diese und die folgenden Zahlen veröffentlichte heute das Statistische Bundesamt.

Allein in Bayern stiegen von 2014 bis 2017 die Unfallzahlen insgesamt von 241 auf 625. Bei den schweren Unfällen stiegen die Zahlen von 110 auf 291.

Ältere haben Schwierigkeiten mit Pedelecs

Pedelecs sind sehr beliebt bei älteren Menschen, weil sie das Radfahren enorm erleichtern. Aber das Problem: Diese Fahrräder können schneller fahren, sind vom Gewicht her schwerer und dadurch reagieren sie anders als die gewohnten normalen Fahrräder.

Im Zeitraum von 2014 bis 2017 starben deutschlandweit 205 Menschen, die mit einem Pedelec unterwegs waren. 64 Prozent davon waren über 75 Jahren alt. Mit am häufigsten war die Ursache überhöhte Geschwindigkeit sowie die Missachtung der Vorfahrt.

Radfahren lernen mit den neuen Rädern

Dem kann man Abhilfe schaffen, denn es werden Kurse angeboten, bei denen man das Fahrverhalten von Pedelecs erlernen kann. Hierbei geht es besonders darum zu lernen, die Geschwindigkeit zu kontrollieren sowie sich auf das Fahrverhalten der schwereren Fahrräder einzustellen.


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Barbara, Freitag, 13.Juli, 12:00 Uhr

13. Ich bin heute wieder von fünf Radlern überholt worden, bergauf, auf emgem Radweg

wobei alle Raser "Krieger-Helme" trugen, aber keine Klingel zum Läuten hatten, um sich beim Überholen bemerkbar zu machen. Diesen Leuten nützt der Helm überhaupt nichts, wenn sie nicht anständig fahren und andere Radler rechts oder links blindlings überholen und durch ihr schnelles Tempo erschrecken und gefährden.

Bürger mit Radl, Freitag, 13.Juli, 10:05 Uhr

12. e-bike

Hab mich mal mit einem Notarzt unterhalten. Der meinte dass eine Helmpflicht nicht das Schlechteste wäre. Ich finde die Argumente dagegen ( man ist verschwitzt, schaut blöd aus, macht die Frisur kaputt etc) leicht seltsam. Der Notarzt meinte Loch im Kopf oder Fraktur ist auch nicht besser.

Robert, Freitag, 13.Juli, 09:29 Uhr

11. Rücksicht

Wie heißt es im § 1 der Straßenverkehrsordnung: "Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.". Wenn sich alle daran halten würden, gäbe es keine Probleme. Egal, ob es sich um einen Fußgänger, einen Rad- oder einen Autofahrer handelt.

Radfahrer, Freitag, 13.Juli, 09:17 Uhr

10. Keine übermäßige Erhöhunh

Im Artikel steht, dass sich sowohl die Zahl der Pedelecs als auch die Zahl der Unfälle verdoppelt hätte. Dies heisst um Umkehrschluss, daß keine siginifikant höhere Unfallhäufigkeit unter den Pedelec-Nutzern vorhanden ist, als unter den bisherigen Radnutzern.

Natürlich wird es enger auf den Radwegen. Hier wäre die Infrastruktur auszubauen. Aber m.E. überwiegt der Nutzen für den einzelnen Pedeleceur wie auch für die Gesellschaft. Und auf den Strassen ist jetzt mehr Platz für die Suffs.

SchorschHh, Freitag, 13.Juli, 09:03 Uhr

9. Mal zum Mitschreiben

Nicht das Pedelec hat Schuld, sondern der Arsch, der auf dem Sattel sitzt. - Ich bin über 70 - mein e-bike ist eine Möglichkeit der körperlichen Ertüchtigung, wenn man nicht mehr ganz so fit ist. - Das Problem sind die rücksichtslosen. fitten Mountainbiker und Rennradfahrer. Damit's auch jeder kapiert - auch beim e-bike gilt: Ohne input, kein output - für die Nichtlateiner ;-) Wer nicht strampelt, kommt auch nicht vorwärts - oder das T-Shirt schwitzt nicht von alleine - Schönes Wochenende. Nehmt Rücksicht aufeinander.