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Petersberger Klimadialog Hofreiter kritisiert Bundesregierung beim Klimaschutz

Nachdem Deutschland die selbstgesteckten Klimaziele für 2020 verfehlen wird, hat der Bundestagsfraktionschef von den Grünen, Anton Hofreiter, mehr Ehrgeiz von der Bundesregierung beim Klimaschutz gefordert. "Es geht da schlichtweg um die Rettung unserer Lebensgrundlagen und insbesondere die unserer Kinder", sagte Hofreiter im B5-Thema des Tages.

Von: Claudia Steiner

Stand: 19.06.2018

12.06.2018, Berlin: Anton Hofreiter, Fraktionsvositzender von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, beantwortet bei einer Pressekonferenz Fragen der Journalisten. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Sina Schuldt

Der Bundestagsfraktionschef von den Grünen, Anton Hofreiter, hat die Bundesregierung zu konkreten Klimaschutzmaßnahmen aufgefordert. "Wenn die viertgrößte Industrienation der Welt, das ist Deutschland, dermaßen versagt, dann hat das natürlich Auswirkungen auf Unmengen weiterer Länder, damit ist das eine hochproblematische Sache und eine schwere Hypothek für die Zukunft", sagte Hofreiter in B5-Thema des Tages. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte gestern eingeräumt, dass die bisherigen Maßnahmen nicht reichten und Deutschland seine Klimaziele möglicherweise noch deutlicher verfehlen werde als bislang gedacht.

Schneller Ausstieg aus Braunkohle

Hofreiter wies darauf hin, dass Deutschland weltweit der größte Verstromer von Braunkohle sei. Angesichts der Strom-Überproduktion müssten 7 bis 10 Gigawatt Braunkohle sofort abgeschaltet werden. Zudem seien Maßnahmen im Bereich der Verkehrspolitik, im Gebäudebereich und der Landwirtschaft notwendig. Hofreiter kritisierte vor allem die Zunahme des CO2-Ausstoßes im Verkehrsbereich. Aber "selbst bei so was Essentiellem wie dem Gesundheitsschutz der Menschen in den Innenstädten versagt die Bundesregierung vor den mächtigen Autokonzernen".

Kritik an Merkel: Große Worte, wenige Taten

Keine großen Erwartungen habe er an die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die heute beim Petersberger Klimadialog vor Vertretern aus mehr als 30 Ländern über Klimaschutz sprechen wird. "Ich erwarte von ihr, dass sie nur rumschwurbelt und defacto nichts Konkretes sagt", so Hofreiter. Merkel sollte sich entschuldigen "für die vielen großen Worte, die sie in der Vergangenheit gefunden hat und die wenigen Taten, die danach folgten".   

Den jährlichen Petersberger Klimadialog hatte Merkel 2010 ins Leben gerufen, um den internationalen Kampf gegen die Erderwärmung voranzubringen. Deutschland steht derzeit in der Kritik, weil es seine Klimaschutzziele für das Jahr 2020 deutlich verpassen wird.

Vorbereitung für Weltklimagipfel

Der Klimadialog dient auch der Vorbereitung des nächsten Weltklimagipfels. Die Verhandlungen im Dezember im polnischen Kattowitz werden kompliziert, aber wichtig: Die Staaten müssen drei Jahre nach der Verabschiedung des Klimaabkommens Regeln für seine Umsetzung festlegen. Parallel laufen Gespräche darüber, wie die nationalen Klimaschutz-Ziele ehrgeiziger werden können.


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Erich, Dienstag, 19.Juni, 12:51 Uhr

5. Das Klima wandelt sich seit Milliarden Jahren!

Dazu hat es nie einen Menschen gebraucht.
Aber das wird die Hofreiterin wohl verneinen.

  • Antwort von steamtrain, Dienstag, 19.Juni, 21:50 Uhr

    Nur der Mensch beschleunigt diesen Wandel ganz entschieden. Der natürliche Klimawandel geschieht im Laufe von Jahrtausenden während er jetzt in Zeiten eines Menschenalters zu erleben ist. Dies ist eine unbestreitbare Tatsache.

Andrea, Dienstag, 19.Juni, 12:24 Uhr

4. Klimaschutz

Herr Hofreiter hat natürlich recht, das "lasche" Vorgehen diesbezüglich anzuprangern. Doch es ist nicht Merkekl alleine, die hier zur Verantwortung gezogen werden muss. Jede für die Natur positive Entscheidung ruft sofort Protestler auf die Strasse. Ob Fahrverbote für Dieselautos, oder Braunkohleausstieg, man will den Wähler nicht vergraulen. Auch gibt es immer mehr Autofahrer in D,und immer mehr "Panzer". Auch sind inzwischen viele Asylanten "bereift" und nicht eben mit Kleinwagen (familienbedingt evtl.) Der Flugverkehr, ( muss man im Winter Erdbeeren essen oder ähnlich )oder die Luxus-Liner werden nur bedingt erwähnt, mit die grössten Dreckschleudern. Aber man braucht ja seinen spektakulären Urlaub. Und die hier ausgemusterten Diesel gehen nach Osteuropa, um weiterhin dort die Luft zu verpesten. Schadstoffe machen vor einer Grenze nicht halt. Bleibt nur eine Europäische Lösung. Und da sehe ich schwarz.

steve, Dienstag, 19.Juni, 11:16 Uhr

3. Klima-Folgen

Bis jetzt rechnen wir mit einen Temperatur-Anstieg von 1.5 bis 2 Grad. - Auf dem Papier. - Uns wird es voraussichtlich nicht so stark treffen. - ABER wir produzieren mit unseren CO2-Ausstoß auch Millionen von Klima-Flüchtlingen.

  • Antwort von Franz, Dienstag, 19.Juni, 11:50 Uhr

    Es wird auch uns betreffen, wenn Hamburg irgendwann direkt am Meer liegt und die Holländer nicht nur in der WM fehlen werden.
    Aber unsere Wutbürger sehen die Gefahren leider nur dort, wo sie am kleinsten sind.

  • Antwort von steamtrain, Dienstag, 19.Juni, 22:08 Uhr

    Selbst eine Erwärmung von "nur" 1,5 bis 2 °C bekommen wir schon jetzt zu spüren. Je wärmer es wird um so mehr Wasser kann die Luft aufnehmen. Irgend wann muß sie dieses jedoch wieder abgeben was bei uns zu den immer häufiger auftretenden Starkregen führt. Luftströmungen ändern sich und so bleibt der Regen in anderen Gebieten aus was wiederum, wie sie so richtig bemerken, zu einem Anstieg von Klimaflüchtlingen führt. Die gab es allerdings bereits zu Zeiten der Neandertaler aber auf Grund des natürlichen Klimawandels der sich über Jahrtausende hinzog. Wir jedoch beschleunigen einen Klimawandel durch Verkehr, Industrie, Handel und Versiegelung von immer mehr Landschaft. Nur leider glauben noch viele, wie ein gewisser D.Trump, wir sind nicht schuldig, alles ganz natürlich und alles andere nur gelogen.

Hans Frieder Leistner, Dienstag, 19.Juni, 11:07 Uhr

2. Klima

Ich las vor ein paar Tagen, daß laut Experten ein Kreuzfahrtschiff pro Tag 7,5 Tonnen SO² ,450 kgFeinstaub und 5,3 Tonnen Stickoxide ausstößt.
Der Braunkohleabbau ist für NRW lebenswichtig sagt Herr Laschet. Er wird doch Frau Bundeskanzler überzeugt haben.
Also keine Gefahr zu befürchten.

  • Antwort von Karl, Dienstag, 19.Juni, 12:59 Uhr

    Das Sprichwort Kohle macht Kohle "Parteispenden".
    Die Braunkohle Kraftwerke verstopfen auch die Übertragungsleitungen von Nord nach SÜD.
    Die Übertragungsleitungen müssen jetzt für Milliarden erneuert werden zu lasten der Stromkunden,
    die auch für die abgeschalteten Windräder bezahlen müssen.
    Was muß sich der Bürger noch gefallen lassen ?

Welches Klima?, Dienstag, 19.Juni, 09:50 Uhr

1. Dt. selbst ernannte "Klimakanzlerin",

die gern auf Trump und andere Länder mit den Fingern zeigt, wenn es um das Thema Klima geht.
Der gleiche Rohrkrepierer, wie die vollmundige Aussage von Merkel "Fluchtursachen müssen bekämpft werden". Was tut Deutschland? Es werden Waffenexporte erhöht.
Klima? Die Autos werden immer größer und dreckiger, immer mehr LKWs, Ausbau der BABs........ Permanente Zerstörung der Umwelt.
Man muß sich doch nur die Staatskarossen, auch die der Kirchen, anschauen, dann weiß man was in D unter "Klimaschutz" gemeint ist.
Permanente Zunahme des Flugverkehrs, Städtereisen am besten jedes Wochenende zu Spottpreisen. Das versteht D unter "Klimaschutz"

  • Antwort von Müller, Dienstag, 19.Juni, 10:56 Uhr

    Nicht zu vergessen die Massentierhaltung in Agrarfabriken, Einsatz von Glyphosat, Schiffsreisen mit schmutzigstem Schweröl, Flächenversiegelung, Behinderung des Ausbaus der Schienenwege etc. pp