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Tierärztliche Hochschule Hannover Hochschul-Experte untersucht Hund "Chico" nach tödlicher Attacke

Nachdem der Staffordshire-Terrier-Mischling "Chico" seine im Rollstuhl sitzende Besitzerin und deren Sohn in der Wohnung totgebissen hat, gerät die Stadt Hannover unter Druck. Jetzt untersucht die Tierärztliche Hochschule Hannover den Hund.

Stand: 12.04.2018

ARCHIV - 09.04.2018, Niedersachsen, Langenhagen: Der Staffordshire-Terrier-Mischling «Chico» steht in einem Gehege im Tierheim Hannover. Der Hund soll seine 27 und 52 Jahre alten Besitzer in ihrer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus getötet haben. In Hessen kam ein Säugling durch den Biss eines Mischlingshundes, vermutlich auch ein Staffordshire-Mix, ebenfalls zu Tode.   (zu dpa vom 11.04.2018: «Kowu» fiel Baby im Wohnzimmer an - Obduktion soll Hinweise bringen) Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Hauke-Christian Dittrich

Nach der tödlichen Attacke auf zwei Menschen hat die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) Hund "Chico" am Mittwoch untersucht. Dabei sei es darum gegangen, ob dem am Kiefer erkrankten Hund für einen Wesenstest ein Maulkorb angelegt werden kann, sagte eine TiHo-Sprecherin. Ob die Hochschule den Hund nun einem Wesenstest unterzieht, konnte sie noch nicht sagen.

Die Stadt Hannover steht unter Druck steht

Nach einem möglichen Wesenstest will die Stadt Hannover entscheiden, ob der Staffordshire-Terrier-Mischling eingeschläfert wird oder in eine Spezialeinrichtung kommt. Mehr als 250 000 Menschen hatten eine Online-Petition gegen eine Tötung des Tiers unterstützt. Die Stadt, die wegen Versäumnissen im Umgang mit dem gefährlichen Hund unter Druck steht, äußerte sich am Mittwoch zunächst nicht zum weiteren Gang der Dinge.

Hund "Chico" hat seine Famlie totgebissen

Eine Flut nicht mehr zu bewältigender Presseanfragen erreiche die Stadt, so dass diese sich zu Antworten nicht mehr in der Lage sehe, teilte Stadtsprecher Udo Möller mit. "Wir kommunizieren, wenn es etwas zu kommunizieren gibt." "Chico" hatte am Dienstag voriger Woche seine 52 Jahre alte, im Rollstuhl sitzende Besitzerin und deren 27 Jahre alten Sohn totgebissen.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

2011 bereits hatte das Veterinäramt Hinweise auf eine gesteigerte Aggressivität des Hundes und eine mangelnde Eignung des Halters erhalten. Die Behörde aber griff nicht durch. Deswegen ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover inzwischen wegen fahrlässiger Tötung gegen unbekannt. Wie Oberstaatsanwalt Thomas Klinge sagte, müsse geprüft werden, ob vor sieben Jahren jemand einen strafrechtlich relevanten Fehler gemacht hat. Möglicherweise hat auch die schmerzhafte Kiefererkrankung die Attacke des Hundes ausgelöst.


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