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Künstliche Intelligenz Google sagt den Tod voraus

KI-Systeme des Konzerns können mit 95-prozentiger Sicherheit vorhersagen, welche Patienten während eines Klinikaufenthalts versterben werden. Meist allerdings wird künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen weniger spektakulär eingesetzt. Von Achim Killer

Von: Achim Killer

Stand: 20.06.2018

Tod | Bild: picture-alliance/dpa

„Google kann vorhersehen, wann du stirbst.“ So oder so ähnlich machen aktuell viele US-Publikationen auf. – Eine kleine sprachliche Ungenauigkeit und schon wird aus einem statistischen Experiment eine Horror-Meldung. Fakt ist: Mit genügend medizinischem Datenmaterial kann künstliche Intelligenz die Überlebensfähigkeit eines Menschen einschätzen.

Tödliche Trefferquote

Über umfassende Datensätze von über 200.000 US-Klinikpatienten verfügte die Forschungsabteilung des Suchmaschinenkonzerns, die mittlerweile wegen ihrer KI-Orientierung Google Brain heißt. Ein künstliches neuronales Netz durchforstete die gewaltige Datenmenge, erstellte Prognosen, überprüfte sie anhand von realen Todesfällen und wurde so immer besser. Zum Schluss lag die tödliche Trefferquote bei 95 Prozent.

Stumpfsinnig wie Vokabellernen

Künstliche neuronale Netze lernen durch die Verarbeitung von großen Datenmengen. Und je mehr Rechenleistung ihnen zur Verfügung steht, desto mehr können sie verarbeiten. Man kann sich das wie das Lernen von Vokabeln vorstellen. Auf keinem Fall darf man es mit – beispielsweise – dem mathematischen Verständnis verwechseln, das sich Menschen durch intensives Nachdenken erwerben können.

Ärztliche Kompetenz

Trotzdem ist es natürlich gut, Vokabeln gelernt zu haben, wenn man sich im fremdsprachigen Umfeld bewegt. Und so verhält es sich auch mit dem, was künstliche neuronale Netze gelernt haben. Sie können etwa Krebs frühzeitig erkennen, werden für betriebswirtschaftliche Aufgaben eines Krankenhausbetriebs eingesetzt und bereiten Patientendaten vor der Arzt-Visite auf. Schließlich aber vertrauen sich die Patienten nie einer irgendwie gearteten künstlichen Intelligenz an, sondern ärztlicher Kompetenz.


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Tera, Donnerstag, 21.Juni, 11:09 Uhr

16. 10 oder 100 TBit/s langsam?

Bei der Analyse von gigantischen Datenmengen im Terabytebereich je Sekunde sprengt das schon die Vorstellungskraft. Wenn dann das Quantencomputing etabliert ist sind wir aus unserer Sicht wohl im Steinzeitmenschenleben.
Da im Quantencomputing nicht mehr alleine zwischen logisch 0 und 1 unterschieden wird, sondern mit unendlichen Werten dazwischen, werden hochpräzise Vorhersagemodelle und Wahrscheinlichkeitsberechnungen möglich. Den Tod vorhersagen kann ein guter Mediziner auch ganz analog, wenn er seinen Patienten gut genug kennt.
Spannend wird es, wenn bereits bei Geburt oder im jugendlichen Alter der Tod vorhersagbar wird oder genetische Modifizierungen als Therapie eingesetzt werden. Oder wenn die Erbanlagen eine schlechte Prognose ergäben, gleich vorher genetisch eingegriffen und verändert würde?

Alexander K., Donnerstag, 21.Juni, 09:42 Uhr

15. Teil 3: Fazit

Sollte es Google tatsächlich gelungen sein, etwas geschaffen zu haben, was tatsächlich den Begriff KI verdient - dann gute Nacht Menschheit.

Diese KI würde wie eine Tarnkappe missbraucht werden - Neid und Missgunst, Mord und Totschlag. Solche KI wäre ein ideales Instrument in den Händen eines Despoten ...

Es spricht allerdings ein Punkt dafür, dass es Google tatsächlich gelungen ist, eine richtige KI zu entwickeln: Soviel ich gehört habe, hat Google den Vertrag über KI mit dem US-amerikanischen Militär nicht verlängert ...

Alexander K., Donnerstag, 21.Juni, 09:33 Uhr

14. Teil 2: KI oder nicht ?

Ich kann mir zwei Möglichkeiten vorstellen:

Google setzt einen Programmierer hin, der sich den Mittelungsalgorithmus ausdenkt. Danach lässt er die Mittelung durchführen und die Abweichungen pro Individuum feststellen. Anhand der Abweichungen beschließt der Programmierer den Mittelungsalgorithmus anzupassen. In diesem Falle ist das keine KI, weil ja da ein Programmierer involviert ist, der eine Vorahnung hat: Er weiß nämlich bereits im Voraus, welche Einzelwerte eines Datensatzes er wie verknüpft und bewerten wird.

Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass Google es mit ausreichend Rechenkapazität geschafft hat, diesen Regelkreis (Abweichung gegen Null) automatisiert zu haben. Dann bedarf es nämlich nur noch der Massendaten und weiter nicht mehr. Dann heißt es nur noch: Hier Massendaten, mach! Es mag vielleicht zwei Monate/Jahre gedauert haben, bis die Mittelung respektive die Abweichung gepasst hat - aber: Hier würde ich sagen: Das ist KI.

Alexander K., Donnerstag, 21.Juni, 09:18 Uhr

13. Teil 1: Ich bin ja der Meinung ...

Google hat da nichts weiter gemacht als das, was ich immer "Profiling" nenne.

Vielleicht kennt der eine oder andere ja folgendes:
Wie bekommt man z.B. als Bild das ideal schöne Gesicht? Ganz einfach: Einfach tausend ganz normale Abbilder von Gesichtern übereinander legen und mitteln - und siehe da: Jeder empfindet das entstandene Gesicht als sehr schön. Jetzt nimmt der Computer ein individuelles Bild und berechnet mit dem gleichen Mittelungsalgorithmus die Abweichungen zum Idealbild. Bei Abweichung Null ist das individuelle Gesicht das schöne Gesicht - logisch.

Dieses Verfahren der Mittelung von Massendaten, also Profilbildung, ist, eben weil des ein Vorgang ist, auf alles anwendbar, das als Objekt definierbar ist.

Es wird sich in Zukunft jeder die Frage gefallen lassen müssen, warum er gerade dieses als Objekt ausgesucht hat ...

J. Huber, Donnerstag, 21.Juni, 05:56 Uhr

12. Datenschutz ist wichtig

Private Daten sind wertvoll, denn aus ihnen kann man allerhand ableiten. Das weiß nicht nur die Werbe-, sondern auch die Versicherungsbranche. Vielleicht entsteht mit ihnen und der KI sogar eine neue Heiratsschwindler-Industrie. Vielen Menschen ist dies immer noch nicht bewusst und so mancher speichert beispielsweise sensible Daten unvorsichtigerweise auf ausländischen Servern.