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SPD ohne Gabriel Gabriel wird kein Minister im neuen Kabinett

Die SPD-Spitze hat entschieden: Sigmar Gabriel hat in der neuen Regierung nichts mehr zu sagen. Er selbst teilte mit, dass er nicht mehr Minister wird. Seinem Nachfolger wünschte er "von Herzen" Erfolg. Auch Umweltministerin Barbara Hendricks scheidet aus.

Von: Anita Fünffinger

Stand: 08.03.2018

Sigmar Gabriel | Bild: picture-alliance/dpa

Sigmar Gabriel wählte den Nachrichtendienst Twitter als Plattform, um sich von seiner langjährigen Karriere in der vordersten Reihe der Politik zu verabschieden.

"Das war eine große Ehre, für die ich tiefe Dankbarkeit empfinde."

 Sigmar Gabriel, SPD

Andrea Nahles und Olaf Scholz hätten ihn darüber unterrichtet, dass er der nächsten Bundesregierung nicht mehr angehören werde. Seine 30-jährige politische Laufbahn sei eine spannende und ereignisreiche Zeit gewesen, mit großen Chancen und Erfahrungen. Gabriel bedankte sich explizit bei seinen Mitarbeitern, den SPD-Wählern und den Mitgliedern. Seinem Nachfolger im Auswärtigen Amt wünsche er von Herzen Erfolg.

Ein leiser Abschied ohne Nachtreten

Gabriel verzichtet darauf, noch einmal nachzutreten. Der Satz über Martin Schulz vom "Mann mit den Haaren im Gesicht" hatte genügend Ärger verursacht. Der Außenminister hatte seine Tochter Marie instrumentalisiert, um seinem Ärger Luft zu machen. Als Martin Schulz nach der Einigung mit der Union auf einen Koalitionsvertrag kurzfristig nach dem Amt des Außenministers griff, erfuhr Gabriel aus der Presse davon. Später entschuldigte sich Gabriel bei Schulz. Manche Beobachter aber sagen, mit diesem Satz habe sich Gabriel endgültig disqualifiziert.

Maas, Oppermann und Barley gelten als Außenminister-Kandidaten

Wer nun neuer Außenminister wird, ist noch nicht bekannt.  Zuletzt kursierten in Berlin immer wieder drei Namen:  Thomas Oppermann, ehemaliger SPD-Fraktionschef und jetzt Bundestagsvizepräsident, Katarina Barley, ehemalige SPD-Generalsekretärin und derzeit geschäftsführende Familienministerin oder auch Heiko Maas, momentan noch geschäftsführender Justizminister.

SPD stellt ihre Minister morgen vor

Ob der Zeitplan tatsächlich hält, ist nicht sicher. Aber offiziell wollen Übergangsparteichef Olaf Scholz und die künftige Parteichefin Andrea Nahles morgen Vormittag die Kabinettsliste der SPD präsentieren. Insgesamt sechs Posten sind zu vergeben: Außen, Finanzen, Arbeit, Justiz, Familie und Umwelt. Es sollen mindestens drei Frauen zum Zug kommen. Spannend wird, wen die SPD aus dem Osten ins Kabinett beruft. Dass die CDU keine Minister aus den neuen Bundesländern nach Berlin schickt, hatte bei den Sozialdemokraten für Unmut gesorgt. Somit müssten sie es eigentlich anders machen.

Auch Umweltministerin Barbara Hendricks scheidet aus

Während Sigmar Gabriel mit 58 Jahren eigentlich noch zu jung ist, um von der ersten Reihe zurückzutreten, steht Barbara Hendricks schon kurz vor dem Rentenalter. Die 65-Jährige wird ebenfalls nicht mehr Ministerin im neuen Kabinett. Das sagte die Umweltministerin der Rheinischen Post. Sie gehe mit einem guten Gefühl, so Hendricks, die lange Zeit auch Schatzmeisterin der SPD war.


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Cosi , Freitag, 09.März, 19:53 Uhr

10. NAHLES?

Mir wäre Herr Gabriel 10x lieber gewesen als Frau Nahes. Ihr fehlt die nötige Souveränität und soziale Kompetenz. Sie sollte in ihren Bundestagsdebatten ihre emotionalen Ausführungen im Zaun halten.Vielleicht findet sich ja noch eine/en würdigere Parteivorsitzende/en

Werner D., Donnerstag, 08.März, 14:56 Uhr

9. Gabriel

Nun hat Nahles gezeigt, dass ihr Animositäten wichtiger sind, als Kompetenzen. Auf die Fresse geben waren ja ihre Worte, nur hat es diesmal das eigene Nest getroffen. Den besten Mann in der Riege auszuschalten zeugt von Unvermögen und Dummheit. Scholz und Nahles, armes Land, evtl. noch Maas? Und Tschüs, SPD, aber wir müssen uns trennen. Schade.

  • Antwort von Claus, Donnerstag, 08.März, 17:37 Uhr

    Ihre Vermutung mit Maas ist tatsächlich eingetroffen. Schlimmer hätte es nicht kommen können. Auch ich sage leise, Servus, SPD,. Hier verstehe ich auch Steinmeier nicht mehr. Alt-OB Ude hatte es ebenfalls für unverständlich gehalten, sollte es denn so kommen. Nahles kämpft mit Merkel um den ersten Platz auf der Unbeliebtheits Skala. Mal schauen, ob sie Merkel überflügelt. Ansätze sind vorhanden.

  • Antwort von A.Wolf, Donnerstag, 08.März, 19:16 Uhr

    Darf ich mich anschliessen? SPD ist nicht mehr meine Partei! Wenn das private Befinden übergeordnet wird,kann ich keine Volksnähe erkennen, etwas, das einen kompetenten Politiker ausmachen sollte. Also auch ich: adieu SPD

Klaus Hanten, Donnerstag, 08.März, 13:48 Uhr

8. Gabriel/SPD

Hauen, stechen, schieben das ist aus der SPD geworden.

Josef Rödl, Donnerstag, 08.März, 13:18 Uhr

7. Politik wird immer kleinkarierter

Es ist für mich völlig unverständlich, weshalb die SPD gleich zwei erfahrene Politiker aufs Abstellgleis stellt - Martin Schulz und Sigmar Gabriel.

Da Sigmar Gabriel gerade in Rüstungsgeschäften eine undurchsichtige Rolle spielte, ist er für mich als Außenminister fehl am Platz. Als Umweltminister, was er schon einmal war, könnte er jedoch nach wie vor seine große politische Erfahrung einbringen.
Man denke nur daran dass z.B. mit Dorothee Bär ein absolutes politisches Leichtgewicht ins Kabinett einzieht und ein Profi Sigmar Gabriel steht draußen.

Noch schlimmer steht es um den Umgang mit Martin Schulz. Ein Mann, der vier Fremdsprachen fließend spricht und insbesondere höchste Erfahrung in der so wichtigen Europapolitik hat, ist doch der prädestiniertes Außenminister, den Deutschland derzeit aufzubieten hat. Aber nein, er wird wegen eines völlig nebensächlichen gebrochenen Versprechens (werde kein Minister im Kabinett Merkel) fertig gemacht.

Politik wird immer kleinkarierter.

Gringo, Donnerstag, 08.März, 13:10 Uhr

6. Minister

Hat "die Basis" auch über die Verteilung der Posten und Pöstchen entschieden oder war sie nur dazu da, einigen wenigen eine glänzende Zukunft zu sichern. Ich frage deshalb, weil ich mich als unbeteiligter Dritter (kein Parteimitglied und darum Stimme in der Tonne) mit solchen Dingen nicht auskenne.