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Franz Josef Pschierer Bayerns Wirtschaftsminister

Er gilt als fleißiger Arbeiter, jetzt hat Franz Josef Pschierer seine Chefin Aigner beerbt und ist selbst zum bayerischen Wirtschaftsminister aufgestiegen. Dabei gilt sein Verhältnis zu Ministerpräsident Markus Söder als belastet.

Von: BR-Autoren

Stand: 22.03.2018

Franz Josef Pschierer | Bild: picture-alliance/dpa/Peter Kneffel

"Politik ist mehr als nur ein Job", sagt Franz Josef Pschierer. Seit mehr als 20 Jahren sitzt der 61-Jährige für die CSU schon Landtag und ist damit ein alter Hase in der bayerischen Politik. Seit zehn Jahren ist Pschierer bereits Mitglied im Kabinett - zunächst als Staatssekretär im Finanzministerium unter Markus Söder, ab 2013 dann als Wirtschaftsstaatssekretär und damit auch Stellvertreter der damaligen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner.

Jetzt hat der Schwabe seine frühere Chefin beerbt - eine Personalentscheidung, mit der wohl nur wenige gerechnet hatten, denn das Verhältnis zwischen Pschierer und Söder galt nie als besonders gut. Selbst als Söder ihn am vergangenen Dienstagabend für 21.30 Uhr bei sich einbestellte, wusste Pschierer nicht, wie er die Einladung zu deuten hatte. Mit einem mulmigen Gefühl sei er hingefahren, erzählte Pschierer der Augsburger Allgemeinen Zeitung und sagte weiter: "Man weiß zu diesem Zeitpunkt ja nicht, wie es weitergeht." Viel sei spekuliert worden, die angekündigte Verjüngung des Kabinetts hätte für Pschierer auch das Aus bedeuten können.

Seinen Aufstieg auf einen Ministersessel dürfte Pschierer also zwei Faktoren verdanken: Der Empfehlung seiner ehemaligen Chefin Ilse Aigner und seiner Herkunft. Der bislang einzigen Schwäbin mit Chefsessel, Europaministerin Beate Merk, hatte Söder zuvor den Laufpass gegeben.

Der Schwabe stand bereit

Dafür rückte Pschierer auf den Plan. 1956 in Augsburg-Haunstetten, aufgewachsen aber im Unterallgäu: Er ist in Bedernau auf die Volksschule gegangen, hat 1976 bei den Maristen in Mindelheim sein Abitur gemacht, war Reserveoffizier bei der Bundeswehr und hat im Anschluss in Augsburg Politik-und Sozialwissenschaften studiert. Bevor Franz Josef Pschierer Berufspolitiker wurde, war er für die Handwerkskammer Schwaben in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig und arbeitete später als Redakteur und stellvertretender Chefredakteur für die Deutsche Handwerks Zeitung. Ein gemeinsames Thema für ihn und Chef Söder? Der war schließlich auch als Journalist tätig, bevor er sich der Politik verschrieb.

Pschierer gilt als fleißiger Arbeiter, der sich dann aber auch gerne im Scheinwerferlicht sonnt. Zuletzt kümmerte er sich im Wirtschaftsministerium etwa um das in der CSU so unbeliebte Thema Netzausbau. Als Wirtschaftsminister wird der Vater zweier Kinder damit weiter viel zu tun haben.

Galerie: Drei Schwaben in Söders Kabinett


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Unterholzer, Donnerstag, 22.März, 10:57 Uhr

1. 2. Gemeinsamkeit

"Im Scheinwerferlicht" sonnt sich allerdings auch der Herr Ministerpräsident nicht ungerne...also haben die beiden schon mal zwei Gemeinsamkeiten !