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Flüchtlingsunterkünfte stehen leer Viel Geld für wenig Flüchtlinge

Im Freistaat stehen zahlreiche Unterkünfte für Geflüchtete leer. Landkreise und Städte möchten den Wohnraum anderweitig sinnvoll nutzen, scheitern vielerorts aber an bürokratischen Hürden.

Von: Laura Goudkamp, Hans Hinterberger

Stand: 15.11.2017

Was im Jahr 2015 eilig auf den Weg gebracht wurde, wird jetzt vielerorts nicht mehr gebraucht: Zahlreiche Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete stehen in bayerischen Landkreisen und Städten leer. Unterhalt und Mieten müssen für die Unterkünfte dennoch bezahlt werden. Die Räume anderweitig zu nutzen geht meist nicht.

Asylunterkünfte nur zu 66 Prozent ausgelastet

In bayerischen Gemeinschaftsunterkünften ohne Erstaufnahmeeinrichtung haben 136.000 Geflüchtete Platz. Doch derzeit sind 46.000 Plätze frei. Die Unterkünfte sind demnach nur zu 66 Prozent ausgelastet, heißt es aus dem Bayerischen Sozialministerium auf Anfrage des BR-Politmagazins "Kontrovers". Die bayerischen Landkreise und Städte können die Unterkünfte allerdings meist nicht für andere soziale Zwecke einsetzen.

Schwaben besonders betroffen

Schwäbische Unterkünfte sind besonders vom Leerstand betroffen. Die Kosten dafür beliefen sich auf monatlich zwei Millionen Euro allein in Schwaben, so der Günzburger Landrat Hubert Hafner. Die schwäbischen Landräte möchten die leerstehenden Unterkünfte für Sozialwohnungen oder Obdachlose nutzen, bekämen aber auf ihre Anträge vom Freistaat überwiegend Absagen. Dem widerspricht das Sozialministerium.

"Alles, was final geprüft wurde, wurde auch genehmigt."

Stellungnahme Bayerisches Sozialministerium

Die schwäbischen Landräte zählen allerdings rund 70 leere Unterkünfte.

"Wir haben geschafft, dass in drei Einzelfällen eine Ausnahme gemacht wurde. Zwei, drei andere sind noch im Gespräch, aber in der Regel dürfen sie nicht anders belegt werden."

Hubert Hafner, Landrat Landkreis Günzburg

Das Problem: Viele Unterkünfte stehen in einem Gewerbegebiet. Eine vorübergehende Sonderregelung im Baurecht macht es möglich, dass Geflüchtete die Räume beziehen. Für andere Bedürftige gibt es aber keine solche Sonderregel. Außerdem ist es den Landkreisen nicht erlaubt, solche Objekte einfach weiterzuvermieten.

"Der Freistaat Bayern sollte sich einen kleinen Ruck geben und hier und da ein paar mehr Ausnahmen genehmigen. Damit man bedürftigen Menschen helfen und leerstehende Unterkünfte belegen kann."

Hubert Hafner, Landrat Landkreis Günzburg


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Heidi, Donnerstag, 16.November, 12:14 Uhr

23. täusch ich mich?

Leider kann ich mich jetzt nicht erinnern, welcher Politiker das gesagt hat "die jetzigen neu gebauten Einrichtungen für Asylbewerber werden später für den allgemeinen Wohnungsmarkt zur Verfügung gestellt" - aber wenn ich diesen Pseudologen sehen sollte, dann gnade ihm Gott.

Karl, Donnerstag, 16.November, 12:02 Uhr

22. Wieder einmal alle Hetzer hier versammelt

Mich erschreckt, wie sehr jeder Artikel hier instrumentalisiert werden kann. Wie gehabt tummeln sich hier rassistische und menschenverachtende Äußerungen. Da läuft es mir eiskalt über den Rücken. Sind wir Deutschen inzwischen wirklich so verblödet? Daß wir nicht mehr den Inhalt eines Artikels korrekt zu erfassen imstande sind? stattdessen läuft einigen der Geifer in Dauer- oder Endlosschleife (bitte verzeihen Sie die kleine Anspielung) aus dem Mund. Vielleicht hilft es, wenn ich eine Passage des Artikels oben noch einmal zitiere: "Das Problem: Viele Unterkünfte stehen in einem Gewerbegebiet. Eine vorübergehende Sonderregelung im Baurecht macht es möglich, dass Geflüchtete die Räume beziehen. Für andere Bedürftige gibt es aber keine solche Sonderregel." Geflohene werden also nicht etwa bevorzugt untergebracht, ganz im Gegenteil. Der Gesetzgeber sieht Industriezonen aus verschiedenen Gründen als nicht geeignet für Wohnunterkünfte an. Himmel!

hebert alain, Donnerstag, 16.November, 11:41 Uhr

21. Personnen zu Dritt in ca. 15qm.Sanitär deplorable und Küche auch.

In Friedberg Bayern habe ich ein Azyl-Heim anschauen können.Es ist traurig sowie eine Schande das sowas heut zu Tage möglich ist.
Eine Person habe ich in meine Arbeit kennengelern.Er ist von eine Zeitfirma geschikt.Er wohnt in dieser Anlage.Zu 3. auf ca. 15qm.Er bezahlt 300€ seit er arbeitet. Davor nicht.Seine Kumpel wie er aus Erytrea bezahlen diese Miete nicht weil sie keine Einkünfte haben.
Mein bekannte heiratet am Samstag und seine Frau aus dem gleichen Land lebt von Ihm getrennt..Sie ist schwanger und bekommt das Baby im April.Was dann?
Ich weiß es nicht. Michael hat kaum Zeit um Deutsch zu lernen da er arbeitet muß., ist ein lieber Kerl und nichr traurig o. sauer auf Deutschland. Nur er verstehe nicht warum, wieso bestimmt Probleme solange Zeit brauchen.Er ist dankbach für jese Hilfe.
Danke für die Möglichkeit daß Sie mir gegeben haben um so einen Fall zu melden.
Alain

Raymond, Donnerstag, 16.November, 11:04 Uhr

20. warum kann man das nicht aendern ?

ein neue Geschaeftsidee ? wieso kann man diese Unterkuenfte nicht wieder schliessen ? vielleicht weil damit mittlerweile viele Leute , sehr viel Geld damit verdienen ?
man koennte fast glauben , hier geht es gar nicht so sehr um die Fluechtlinge ...sondern um eben das Geschaeft .
Denn wuerden die Verantwortlichen , dies aendern wollen , waere wohl kein Problem ....

  • Antwort von Karl, Donnerstag, 16.November, 12:10 Uhr

    Herr Raymond: Zum einen wurden viele Unterkünfte tatsächlich wieder geschlossen, vielleicht ist Ihnen das entgangen. Anderseits ist man z. T. sicherlich auch längerfristige vertragliche Bindungen eingegangen, die es nun zu erfüllen gilt. Ein normaler Vorgang im Geschäftsleben. Daß sich auch in diesem Bereich (also, Zur Verfügungstellung von Immobilien) einige geschäftstreibende Mitbürger "bereichert" haben mögen, liegt in der Natur der Sache.

  • Antwort von latte e mielle, Donnerstag, 16.November, 12:12 Uhr

    @raymond
    leerstehende unterkuenfte schliessen geht nicht,denn die nächste migrantenwelle ins weltgrösste sozialamt lässt nicht lange auf sich warten.

  • Antwort von WR, Donnerstag, 16.November, 12:22 Uhr

    So sehe ich das auch! Die Unterhaltskosten für leerstehende Flüchtlingsunterkünfte stehen (je nach Größe) monatlich oft sogar im sechsstelligen Bereich. Diverse Unternehmen verdienen sich somit "dumm und dämlich immense Summen. Das versteht wohl niemand, warum gerade über den Winter diese Einrichtungen nicht für Obdachlose genutzt werden kann!

Besorgte , Donnerstag, 16.November, 10:42 Uhr

19. Wenn Grüne mitregieren, dann kommt zu uns die halbe Welt. Was dann?

Die kleinen, mobilen Geräte, made in China, versetzen quasi jeden jungen Mann im Nahen Osten und in Nordafrika in die Lage, sich auszumalen, was er in seinem Leben verpasst, wenn er in seinem bitterarmen Landstrich bleibt. Aus der Fluchtbewegung der Kriegsgeschädigten des Orients wurde, quasi als Kollateralschaden, eine Fluchtbewegung der Wirtschaftsflüchtlinge aus Afrika, denn die arabische Sprache wird wie im Nahen Osten auch in Nordafrika gesprochen. Die Quasi-Einladung Flüchtender nach Europa – und insbesondere nach Deutschland – verbreitete sich und diffundierte in Afrika wie Wasser auf einem Acker. Unaufhaltsam. Dadurch wurde der afrikanische Bevölkerungsdruck zur europäischen Gegenwartsgefahr. Fluchtursache sind zwar auch in Nordafrika lokale Kriege und Konflikte, zum Beispiel in Libyen, das hat aber weit weniger Gewicht als in Syrien. Die Hauptursache ist hier vielmehr die Armut, und die ist wiederum maßgeblich ausgelöst durch ein explosives Bevölkerungswachstum.

  • Antwort von Berater , Donnerstag, 16.November, 11:28 Uhr

    Was dann? Auswandern! Wenn Sie jung und gesund sind und eine gute Ausbildung haben, dann sind Sie in Tschechien, Polen, Slowakei, Ungarn, Russland, USA, Kanada und Australien willkommen. Die nehmen nur nützliche Leute auf aber keine ewigen Sozialfälle.

  • Antwort von Karl, Donnerstag, 16.November, 11:42 Uhr

    Frau "Besorgte": Mit Verlaub, aber Ihre hier aufgestellten, von massiv rassistischen Geschützen gepaarten Behauptungen bereiten mir äußerstes Unbehagen. Zum Glück ist die Mehrheit unserer Mitbürger anderer Meinung und geht nicht solchen Plattitüden auf den Leim.

  • Antwort von Zufälliger Leser , Donnerstag, 16.November, 12:26 Uhr

    @Karl
    Sehr geehrter Karl, haben Sie eine Ahnung was das alles kosten wird, wenn immer mehr Bedürftige kommen aber keine Facharbeiter? Eine 3-Zimmerwohnung kann man in Süddeutschland nicht unter 300.000 EUR bauen. Damit könnte man in Afrika tausende Menschen mit Reis und Mehl längere Zeit versorgen. Bei unseren Schulden kann Asyl ohne Obergrenze längerfristig nicht ewig so gut funktionieren. Irgendwann sind wir pleite. Zeigen Sie bitte wie das finanziert werden soll und wo sollen immer mehr Menschen wohnen ohne den Landfraß zu beschleunigen. Wer sich Sorgen macht, der ist noch lange kein Rassist. Sind Sie von der rechtsradikalen Antifa?

  • Antwort von Miranda, Donnerstag, 16.November, 12:35 Uhr

    Fakten sind Menschen, die Moral prdigen, meistens egal, leider.