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US-Präsident über das Militärbündnis Faktencheck zu Trumps NATO-Pressekonferenz

Zum Abschluss des NATO-Gipfels in Brüssel hielt Donald Trump eine Pressekonferenz ab. Seine Aussagen zum gemeinsamen Militärbündnis verblüfften dabei Medienvertreter und Amtskollegen. Ein Faktencheck zu seinen Statements.

Von: Kai Küstner

Stand: 13.07.2018

Gleich zu Beginn einer denkwürdigen Pressekonferenz bei der NATO behauptete Donald Trump, bis vor dem Gipfel im vergangenen Jahr seien die Verteidigungsausgaben seiner Bündnispartner gesunken:

"Vor letztem Jahr, als ich zum ersten Mal dabei war, gingen sie [Militärausgaben, Anm. d. Red.] runter." US-Präsident Donald Trump

Diese Aussage ist falsch. Beim Gipfel in Wales 2014, und damals beeinflusst von der Krim-Annexion durch Russland, sagten sich die NATO-Staaten gegenseitig zu, ihre Militärausgaben wieder zu erhöhen. Trump schreibt sich hier also etwas auf die Fahnen, was seit Jahren längst beschlossen ist.

Trump über die Verpflichtungen der Bündnispartner

"Die Verpflichtung lag bei zwei Prozent. Schlussendlich wird sie aber deutlich höher als das sein." US-Präsident Donald Trump

Zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung, so die Zielmarke, wollen die NATO-Alliierten in die Verteidigung stecken. Soweit liegt der US-Präsident richtig. Am Ende werde man noch deutlich darüber landen, prophezeit nun aber Donald Trump. Das ist bestenfalls ungewiss. Denn an der Gipfel-Abschluss-Erklärung wurde nicht mehr herumkorrigiert – und da steht nach wie vor schwarz auf weiß zwei Prozent drin.

Trump über die Kosten der NATO für die USA

"Die USA haben einen enormen Betrag bezahlt, wahrscheinlich 90 Prozent der NATO-Kosten." US-Präsident Donald Trump

Laut Trump haben die USA den allergrößten Teil der NATO-Kosten geschultert. Die aktuellen Zahlen der Allianz sprechen eine andere Sprache: Der US-Anteil der Gemeinschaftsausgaben liegt demnach nur bei 22 Prozent. Unbestritten hingegen ist, dass die Vereinigten Staaten bei weitem wichtigster Truppensteller und Geldgeber des Bündnisses sind.

Trump über die vermeintlich neue Stärke der USA

"Ich glaube, die NATO ist nun viel stärker, als sie es noch vor zwei Tagen war." US-Präsident Donald Trump

Trump deutet an, dass durch seine Teilnahme die NATO gestärkt aus dem Gipfel hervorginge. Das bleibt abzuwarten. Kritiker empfanden seine Schimpftiraden auf die Bündnispartner als Schwächung der NATO.

Trump und seine deutschen Vorfahren

Und dann war noch dieser Satz, mit dem der US-Präsident der Bundesrepublik seinen Respekt erweisen wollte.

 "Mein Vater stammt aus Deutschland." US-Präsident Donald Trump

Hier liegt Trump falsch. Sein Vater ist in New York geboren. Es war sein Großvater, der aus Deutschland stammte.


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Alfred E. T., Dienstag, 17.Juli, 20:13 Uhr

40. Trump ist naiv

Und wenn man genau hin sieht, sehr unsicher. Völlig unfähig eines der wichtigsten Regierungsämter der Welt auszuüben.
Eine Geat Again Träumerei, so wie es in D so mancher AfDler tut.

  • Antwort von Erich, Dienstag, 17.Juli, 21:54 Uhr

    Also Trump hat keinen Krieg angefangen wie seine Vorgänger. Vielmehr würde er seine Soldaten lieber zurückholen.
    In Sachen Nordkorea hat er in einem Jahr mehr zustande gebracht, als alle anderen in Jahrzehnten.
    Trump macht seine Sache sehr gut. Die alten Kriegstreiber rotieren natürlich.

  • Antwort von Alfred E. T., Mittwoch, 18.Juli, 10:34 Uhr

    Er hat in kürzester Zeit falsch gemacht, was immer falsch gemacht werden konnte und die Weltordnung auf den Kopf gestellt und das alleine nur, um seinen Anhängern ein "gutes Gefühl" zu geben das allerdings sehr trügerisch ist.
    Denn er ist auch ein sehr schlechter Geschäftsmann. Grundregeln gelten oder sie gelten nicht. Die Folgen sind noch nicht absehbar.

    Erfolge? - Ich würde das als Absichtserklärungen sehen, die schon morgen nicht mehr eingehalten werden. Für Beliebigkeit hätten die Amerikaner auch einen 8-Jährigen zum Präsidenten wählen können.

Erich , Dienstag, 17.Juli, 19:04 Uhr

39. Wenn das alte System jodelt,

dann hat Trump alles richtig gemacht! Weiter so Mr. Präsident!

tell, Dienstag, 17.Juli, 19:01 Uhr

38.

Hatte er nicht deutsche Vorfahren?

Rabe, Dienstag, 17.Juli, 16:33 Uhr

37.

Zum einen glaube ich das ein Herr Trump, zu alt und auch nicht geeignet für dieses Amt ist. In meinen Augen ist er ein Lügner, Schwätzer und Größenwahnsinniger der die ganze Welt terrorisiert und sonst nichts.

Barbara, Dienstag, 17.Juli, 16:04 Uhr

36. Es wäre doch endlich an der Zeit, daß die "Weltmächte" friedlich miteinander

auskommen!