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Eigentlich ein Lehrberuf Fahrdienstleiter-Ausbildung auch in 90 Tagen möglich

Wie fundiert ist die Ausbildung eines Fahrdienstleiters? Wer arbeitet in diesem Beruf? Diese Fragen stellen sich viele angesichts des Zugunfalls von Aichach am Montagabend, bei dem zwei Menschen gestorben sind.

Von: Caroline von Eichhorn

Stand: 08.05.2018

Fahrdienstleiter | Bild: pa/dpa/Monika Skolimowska

"Es gibt den Lehrberuf Fahrdienstleiter mit einer dreijährigen Ausbildung", sagt ein Experte aus der Branche, der namentlich nicht zitiert werden möchte. "Es gibt aber auch Quereinsteiger, die in 90 Tagen ausgebildet werden. Vom Friseur bis zum Metzger kann das jeder machen." Man könne nicht sagen, dass alle Quereinsteiger schlecht ausgebildet sind, betont der Experte. Es spiele auch eine Rolle, wie groß der Einsatzbereich ist. Bei größeren und komplexeren Einsatzorten gäbe es Zusatzausbildungen.

Wie gut jemand seinen Job ausführt, sei auch noch von vielen anderen Faktoren abhängig, so der Experte. "Wieviele Überstunden hat derjenige machen müssen? Wann hatte er seine letzte Ruhe? Hatte er was im Hintergrund? Wie kommt er mit der Monotonie klar?"

Beruf Fahrdienstleiter offenbar nicht attraktiv genug

Bekannt ist, dass die Deutsche Bahn vor zwei Jahren händeringend nach Auszubildenden gesucht hat. Der Beruf Fahrdienstleiter ist laut Medienberichten nicht besonders beliebt. Gründe dafür könnten der 24-Stunden-Schichtbetrieb sowie das Gehalt sein. Laut einem BR-Bericht verdient ein Fahrdienstleiter zwischen 31.500 und 47.000 Euro im Jahr inklusive Zulagen und Weihnachtsgeld.


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