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Unionsstreit Erwin Huber: Seehofers Rücktritt unausweichlich

Ein Krisengespräch mit Kanzlerin Merkel (CDU) soll am Abend über die politische Zukunft von CSU-Chef Seehofer entscheiden. Für dessen Vorgänger Huber steht das Ergebnis schon vorab fest: der Rücktritt Seehofers.

Von: Eva Lell

Stand: 02.07.2018

Archivbild: Erwin Huber auf dem CSU-Parteitag 2016 in München | Bild: picture alliance / Sven Simon

Der frühere CSU-Vorsitzende Erwin Huber hat den Rücktritt seines Nachfolgers Horst Seehofer im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk als "unausweichlich" bezeichnet. "Das heißt die CSU muss sich jetzt auf eine neue Konstellation und Spitze einstellen."

GroKo laut Huber nicht in Gefahr

Ein Ende der Fraktionsgemeinschaft von CDU und CSU oder gar der Großen Koalition im Bund würde dies nach Einschätzung Hubers aber nicht bedeuten: "Wenn es durch die Entscheidung von Horst Seehofer, die ich für unausweichlich halte, nach der Vorgeschichte, zu Veränderungen kommt, gefährdet das nicht die Koalition", betonte der Ex-CSU-Chef. "Da bin ich absolut sicher. Weder die Koalition noch die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU steht in Frage. Wir wollen als CSU die Koalition nicht gefährden."

Huber sieht wenig Verhandlungsspielraum

Für das geplante Spitzengespräch mit der CDU sieht Huber wenig Verhandlungsspielraum, da die CSU-Landesgruppe im Bundestag und der CSU-Vorstand sich hinter Seehofers umstrittenen Masterplan zur Asylpolitik gestellt hatten.

Wenig Hoffnung auf eine Einigung mit der Schwesterpartei CDU sieht auch der CSU-Landtagsabgeordnete Karl Straub. Er hofft allerdings dass Seehofer seine beiden Spitzenämter doch nicht abgibt. "Ich würde mir wünschen, dass Seehofer bei der Stange bleibt, weil er ist ein sehr guter Innenminister."


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