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Anordnung des Kraftfahrtbundesamts Erhöhte Stickoxid-Werte: Zwei weitere Audi-Diesel-Modelle zurückgerufen

Das Kraftfahrtbundesamt hat für zwei weitere Audi-Diesel-Modelle einen Rückruf angeordnet. Nach Informationen von BR Recherche und dem Spiegel hat die Behörde bei den Fahrzeugen unzulässige Abschalteinrichtungen gefunden, die zu erhöhten Stickoxid-Emissionen führen können.

Von: Arne Meyer-Fünffinger

Stand: 06.06.2018

Audi-Logo  | Bild: picture alliance/AP Images

Es geht um die Modelle A6 und A7 mit jeweils einem 3.0 Liter Diesel-Motor der Schadstoffklasse Euro 6. Darin habe das Kraftfahrtbundesamt unzulässige Abschalteinrichtungen festgestellt, teilte das Bundesverkehrsministerium BR Recherche und dem Spiegel mit. Das kann zu erhöhten Stickoxidwerten (NOx) führen.

"Aufgrund der unzulässigen Abschalteinrichtungen kann es im Betrieb der Fahrzeuge zu erhöhten NOx-Emissionen kommen. Dem Hersteller wurde aufgegeben, diese Abschalteinrichtungen aus den betroffenen Fahrzeugen nach der Freigabe des Maßnahmenpakets durch das KBA zu entfernen."

  Aus der schriftlichen Mitteilung des Bundesverkehrsministeriums auf Anfrage von BR Recherche und Spiegel

Der entsprechende Bescheid, mit dem die Behörde diesen Rückruf angeordnet hat, ist Audi am Montag zugegangen, so das Ministerium weiter.

60.000 Fahrzeuge weltweit betroffen

Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums sind von dem jüngsten KBA-Rückruf weltweit 60.000 Diesel-Fahrzeuge betroffen, davon 33.000 in Deutschland. Audi hat die Auslieferungen dieser A6- und A7-Modellvarianten nach eigenen Angaben bereits gestoppt.

"Audi hat im Rahmen der internen Aufklärung zum Diesel Auffälligkeiten in der Steuerungssoftware bei V6-Dieselmotoren der Gen2 evo (200 kW) festgestellt, die in Fahrzeugen der Modelle A6 und A7 der im Auslauf befindlichen Generation C7 eingebaut sind. Dies wurde dem Kraftfahrtbundesamt mitgeteilt."

Aus der Audi-Pressemitteilung vom 8. Mai 2018

Schon im Januar KBA-Rückruf für Audi angeordnet

Für den Konzern ist es nicht der erste verpflichtende Rückruf im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal in diesem Jahr. Ende Januar hatte das Kraftfahrtbundesamt für weltweit 127.000 Fahrzeuge verschiedener Audi-Diesel-Modelle (77.600 in Deutschland) eine entsprechende Maßnahme verfügt. Die Behörde hatte nach eigenen Angaben in den Modellen A4, A5, A6, A7, A8, Q5 und Q7 mit 3.0 Liter Euro 6-Motor unzulässige Abschalteinrichtungen nachgewiesen und den Konzern aufgefordert, "die Vorschriftsmäßigkeit der produzierten Fahrzeuge wiederherzustellen".

Daimler-Chef Zetsche muss kommende Woche wieder zum Rapport

Im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal war zuletzt auch Daimler in die Schlagzeilen geraten. Nachdem das Kraftfahrtbundesamt am 25. Mai in einer Modellvariante des Kleintransporters Vito nachgewiesen und einen Rückruf von weltweit fast 5.000 Fahrzeugen angeordnete hatte, musste Konzernchef Dieter Zetsche kurz darauf in einem persönlichen Gespräch mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer den Sachverhalt erklären.

Nach Informationen von BR Recherche ist für den 11. Juni ein weiterer Gesprächstermin vereinbart. Das bestätigte eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums. Zetsche wird dem CSU-Politiker dann erste Lösungsvorschläge präsentieren müssen, wie Daimler das Problem beim Vito und möglicherweise auch bei anderen Modellen in den Griff bekommen will.


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