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Hartz 4 Ein sozialer Arbeitsmarkt soll Langzeitarbeitslosen Jobs vermitteln

Die Bundesregierung will in den kommenden Jahren die Vollbeschäftigung erreichen – ein ambitioniertes Ziel. Damit auch Langzeitarbeitslose Beschäftigung finden, will Arbeitsminister Heil (SPD) einen "Sozialen Arbeitsmarkt" schaffen. Chef der Bundesagentur für Arbeit Detlef Scheele stimmt dem zu.

Von: Henrike Busch

Stand: 27.05.2018

ARCHIV - 31.08.2017, Bayern, Nürnberg: Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, stellt bei einer Pressekonferenz die Entwicklung des Arbeitsmarktes im August 2017 vor. (zu dpa "BA-Chef Scheele: «Wir brauchen ein Fachkräftezuwanderungsgesetz»") Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Daniel Karmann

Er halte den sozialen Arbeitsmarkt für eine ausgezeichnete Idee, sagte Scheele dem SWR. Dabei gehe es um Arbeit, die sowieso gemacht werden muss, wie etwa Gartenarbeiten in der Stadt. Es müsse allerdings aufgepasst werden, dass keine Konkurrenzsituation zum ersten Arbeitsmarkt stattfinde, so der Chef der Arbeitsagentur.

"Das geht aber, in dem man darauf achtet, dass man einzelne Gewerke nicht zu groß macht. Zwanzig zusätzliche Gärtnerhelfer bei vielleicht 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Landschaftsbau sind verträglich, 500 wären es nicht." Detlef Scheele, Chef der Bundesagentur für Arbeit

Insgesamt seien aktuell 1,5 Millionen Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Davon seien 100.000 bis 200.000 Menschen länger als fünf Jahre arbeitslos, weil sie entweder keine Berufsausbildung haben, oder gesundheitlich eingeschränkt sind. Gerade für diese Gruppe sei das vier Milliarden schwere Programm gut, so Scheele. Es sei besser, diese Menschen sinnvoll zu beschäftigen als sie nur zu alimentieren. Hartz IV komplett zu ersetzen, davon hält Scheele nicht viel: Die Probleme blieben die gleichen.

Jeder zehnte Arbeitnehmer hat Nebenjob

Auf der anderen Seite des Arbeitsmarktes lässt sich ein neues Phänomen beobachten: Fast jeder zehnte Arbeitnehmer in Deutschland geht nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit einem Nebenjob nach, damit hat sich die Zahl der Nebenjobber fast verdreifacht. Und das trotz gestiegenem Einkommen, sagt Scheele:

"Im Wesentlichen die Mietsteigerungen in Metropolen führen dazu, dass verfügbare Einkommen stärker belastet werden. Und das führt dazu, dass sich Leute um sich das, was sie hatten, weiterhin leisten zu können, einen Zweitjob annehmen." Detlef Scheele, Chef der Bundesagentur für Arbeit

Das Problem seien aber nicht zu niedrige Löhne, so Scheele. Die Löhne könnten lediglich mit den Mietsteigerungen nicht Schritt halten.


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Argus A., Sonntag, 27.Mai, 12:47 Uhr

4. Jede soziale Maßnahme finanzieren die Arbeitnehmer

Ich kenne persönlich nur weinige Langzeitarbeitslose z.B. ein Paar, das schon seit vielen Jahren arbeitslos ist. Sie sind jetzt Mitte Dreißig und haben noch nie gearbeitet, weil sie nicht wollen. Veralgemeinern läßt sich das sicher nicht.
Andere Langzeitarbeitsose, die ich kenne, sind über 50 und bekommen einfach keine Arbeit mehr, allen Klagen über Fachkräftemangel zum Trotz.
Ob sich das Problem mit einem sozialen Arbeitsmarkt mildern läßt, daran habe ich Zweifel, zumal ja unser Staat lange nicht mehr in der Effizienz funktioniert, wie wir das mal kannten.

Als arbeitsloser, älterer Diplomingenieur möchte ich nicht Unkrautzupfen in Grünanlagen und wenn ich keine Lust auf Arbeit habe, werde ich Wege finden, mich zu drücken. Hartz IV ist mir sicher und wer damit zufrieden ist, den kann man nicht zur Arbeit zwingen.

Das Programm wird viel Geld kosten und bezahlen werden es, wie immer, die Arbeitnehmer. Die brauchen dann einen Nebenjob, wegen der hohen Steuern.

Rentner, Sonntag, 27.Mai, 12:14 Uhr

3.

Überall wird eine Baustelle angefangen und keine wird fertig gemacht so schauts aus.
Schönen Sonntag.

Nicht Lustig, Sonntag, 27.Mai, 12:02 Uhr

2.

Hartz IV sollte ein Jahr ohne Verpflichtung gezahlt werden, danach nur, wenn man 10 - 20 Stunden in der Woche arbeitet oder seine Chancen durch ernsthafte Weiterbildung verbessert. Es gibt genug Möglichkeiten ohne reguläre Arbeitsplätze zu gefährden. Mit Senioren spazieren gehen, Parks reinigen, Schulabschluss nachholen...

AfD-Wähler, Sonntag, 27.Mai, 11:13 Uhr

1. Einen sozialen Arbeitsmarkt gibt es nicht

es gibt nur einen regulierten Arbeitsmarkt, der sozial ist. Da Eber der Arbeitsmarkt nicht reguliert ist, erübrigt sich das sozial.

  • Antwort von Rosl, Sonntag, 27.Mai, 12:41 Uhr

    AfD-Wähler, und ob der deutsche Arbeitsmarkt reguliert ist! Allein schon durch den Mindestlohn und durch staatliche Zuschüsse zum Arbeitslohn.