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Maximalhöhe 100 Meter Dobrindt will die Drohnen drosseln

Immer wieder passieren Zwischenfälle mit Drohnen. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft fordert strengere Regeln und mehr Aufklärung. Verkehrsminister Dobrindt will außerdem die erlaubte Maximalhöhe für die unbemannten Flugobjekte auf 100 Meter begrenzen.

Von: Sebastian Kraft

Stand: 12.08.2016

Eine ferngesteuerte Drohne (Quadrocopter) fliegt am 20.07.2015 in der Nähe von Warngau (Bayern) über ein Feld. | Bild: dpa/Sven Hoppe

Aufklärung statt Sanktionen - das ist der Ansatz der Deutschen Luftverkehrsindustrie. Der Bundesverband hat ein natürliches Interesse an allem was fliegt; davon zeugen schon die vielen Bilder, Modelle und Slogans in den Geschäftsräumen in Berlin, zum Beispiel: "Wir beflügeln Deutschland".

Nur gerade beflügeln eben auch viele Hobbypiloten Deutschland. Laut einer Prognose sollen in diesem Jahr rund 400.000 Drohnen verkauft werden. Für den Gebrauch gibt es klare Regeln, so Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow, die viele aber gar nicht kennen würden:

"Die Drohne muss erstens so betrieben werden, dass sie jederzeit in Sichtweite des Steuerers ist und zweitens darf eine Drohne sich nicht einem Flughafen näher als 1,5 Kilometer nähern."

Matthias von Randow, Deutsche Luftverkehrsindustrie

Kontrollierte Maximalhöhe mit GPS-Transponder

Und dann wäre da noch die Sache mit der Höhe: Grundsätzlich unbegrenzt in Sichtweite gilt derzeit noch eine Mindesthöhe von 50 Metern. Änderungen sind aber sehr wahrscheinlich. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, der sich heute nicht äußern wollte, plant derzeit ein Gesetz, nach dem Drohnen die Höhe von 100 Metern nicht mehr übersteigen dürfen.

Noch zu tief: Derzeit gilt für Drohnen eine Mindesthöhe von 50 Metern.

Das dürfte aber nur schwierig zu kontrollieren sein. Stefan Schulte, der Präsident der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, schlägt deswegen etwas ganz anderes vor: Den Einbau eines GPS-gesteuerten Transponders.

"Beim Transponder habe ich die Möglichkeit, dass die Flugüberwachung sehr konkret auf den Radarschirmen sehen kann, wie bewegt sich eine Drohne. Kommt sie in einen kritischen Bereich, zu einem An- oder Abflug."

Stefan Schulte, Präsident Deutsche Luftverkehrswirtschaft

In den USA wird das gerade in einem Modellversuch getestet, die Daten des fest eingebauten GPS-Transponders werden dort direkt an die Flugsicherung weitergeleitet. Damit könnten Vorfälle wie kürzlich in München verhindert werden: Beim Landeanflug kollidierte ein Passagierflugzeug beinahe mit einer Drohne - in einer Höhe von 1.700 Metern.

Luftverkehrswirtschaft fordert Registrierung

Die Suche nach dem Verursacher verlief bisher erfolglos, die Polizei ermittelt noch. Damit sich solche Fälle nicht widerholen, wünscht sich die Luftverkehrswirtschaft neben den Transpondern auch eine Registrierung für alle Drohnen.

"Gerade Drohnen, die auch gewerblich eingesetzt werden, müssen registriert werden. Die Drohnenbetreiber, die Drohnenfahrer wenn ich es mal so formulieren darf, müssen lizensiert sein. Nur dann haben wir überhaupt die Chance, dass wir wissen, zu wem gehört die Drohne, was für eine Drohne ist das."

Stefan Schulte, Präsident Deutsche Luftverkehrswirtschaft

Kommt bald der Drohnen-Führerschein?

Braucht es dann auch einen Drohnen-Führerschein, wie von vielen gefordert? Die Luftverkehrswirtschaft strebt hier einen Mittelweg an, sicher auch aus eigenem Interesse: Der Absatz von Drohnen ist bekanntlich gerade ein gutes Geschäft. Aber Regeln braucht es eben, so Stefan Schulte.

"Nennen wir es mal eine Art 'Führerschein light'. Damit man zumindest mal weiß: 'Was darf ich, wenn ich Drohnen fliege, wenn ich größere Drohnen bewege'."

Stefan Schulte, Präsident Deutsche Luftverkehrswirtschaft

Also: Keine Prüfung wie beim Auto, sondern eine Art Bestätigung, sich mit den Rechten und Pflichten auseinandergesetzt zu haben. Denn die Drohnenbegeisterung wird weiter gehen. Nach einer Umfrage, die der Bundesverband der Luftverkehrsindustrie in Auftrag gegeben hat, befürwortet die Mehrheit der Deutschen, dass Drohnen bei Naturkatastrophen, in der Landwirtschaft oder bei der Überwachung von Industrieanlagen eingesetzt werden.

Allerdings: Nur 24 Prozent der Befragten akzeptieren, dass Drohnen von Hobbypiloten als Spielzeug verwendet werden. 60 Prozent sehen in ihnen sogar ein Gefährdungspotential für den Luftverkehr und mehr als 75 Prozent sprechen sich deswegen dafür aus, dass der Staat den zivilen Luftverkehr mit zusätzlichen Maßnahmen vor Drohnen schützen soll.


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DJI Flieger, Samstag, 13.August 2016, 21:44 Uhr

18. Erfahrung gesammelt

Ich habe selbst für ein halbes Jahr eine DJI Drohne geflogen. Meine Erkenntnis, obwohl es für mich immer ein Traum war die Welt von oben zu betrachten: Ein äußerst gefährliches Hobby. Die Positionierung ist relativ ungenau im bebauten Umfeld (Störungsquellen aller Art) und die Rotoren messerscharf - ein Flieger im Bekanntenkreis hat eine Person lebensgefährlich verletzt (Halsschlagader angeritzt). Meiner Meinung nach müsste bei den Herstellern angesetzt werden. DJI und Konsorten bewerben Drohnen als wäre es ein Kinderspiel diese Flugmodelle zu steuern.

  • Antwort von DJI Flieger, Samstag, 13.August, 22:51 Uhr

    btw ... Drohne habe ich verwendet, weil es für mich - wie auch für Wikipedia - die gleiche Bezeichnung ist wie Quadrokopter. Ergänzen wollte ich noch den Hinweis auf die Webseite des DJI Phantom 4 Quadrokopters. Dort wird mit tollen Bildern geworben. In Deutschland gibt es aber kein kanadisches Outback oder endlos lange einsame Küstenlinien. Wer schon Quadrokopter geflogen und ehrlich zu sich selbst ist, weiß warum DJI auf seinen Seiten die "Flugstabilität" seiner neuen P4 beweisen will. Unverantwortlich in diesem Zusammenhang das Auslenken des Quadrokopters von Hand!

BR-Fan, Samstag, 13.August 2016, 08:52 Uhr

17. Ich hättegerne gewußt...

"Dobrindt will die Drohnen drosseln"

Ich hätte gerne gewusst was das Dobrindt schon zu Stande gebracht hat.
Wäre wahrscheinlich ein eh nur ein Einzeilen - Bericht. Und das beim besten Mann in der Regierung.

Ich will auch 100 Meter in 15 Sekunden laufen aber ich werde es wohl NIE schaffen genau wie Dobrindt die Maut u.v.a.m.

stefan, Samstag, 13.August 2016, 07:28 Uhr

16. Unbemannte Flugobjekte = UFO

Das beste Beispiel für ein "UFO" ist ein Wetterballon. - Der steigt unkontrolliert so 30-35 Kilometer hoch. - Natürlich gibt es hier aber auch Flugsicherheitsauflagen...

Jo Knaller, Samstag, 13.August 2016, 06:12 Uhr

15. Drohnen

Eine Aufgabe für Frau von der Leyen im Inneren. Die Drohnen mit Kampfdrohnen verfolgen und mit gezielten Schüssen abschießen. Für was haben wir den die Bundeswehr?

Wilhelm, Samstag, 13.August 2016, 03:17 Uhr

14. Drohnen

so richtig spannend wird es mit diesem 'Spielzeug' wenn damit der erste Terroranschlag verübt wurde.