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Jobporträt Dorothee Bär: Was macht eine Staatsministerin für Digitalisierung?

Im Koalitionsvertrag war noch nicht die Rede von einem Staatsminister für Digitales. Die CSU-Politikerin Dorothee Bär, die bei der Vergabe der Ministerposten leer ausgegangen war, übernimmt diese Aufgabe und wechselt vom Bundesverkehrsministerium ins Bundeskanzleramt. Die Digitalisierung ist damit Chefsache.

Von: Tanja Oppelt

Stand: 06.03.2018

Federführend ist Kanzleramtsminister Braun für das Thema Digitalisierung zuständig. Dorothee Bär soll Braun als Staatsministerin "zur Seite stehen" - so formuliert es die CDU-Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer. Das heißt, Bär wird die operative Arbeit machen. Protokollarisch behält sie den Rang einer parlamentarischen Staatssekretärin.

Mit dem Thema Digitalisierung hat sich Bär bereits die vergangenen vier Jahre als parlamentarische Staatssekretärin im Verkehrsministerium beschäftigt. Noch längst sei nicht jeder Kollege von der Dringlichkeit des Themas so überzeugt wie sie, sagt sie von sich selbst. Sie twittert täglich, hat über 67.000 Follower und will in Sachen Digitalisierung für Deutschland "den großen Wurf":

"Es geht nicht um noch ein paar Kilometer Breitbandkabel da oder dort. Wir müssen über die großen Themen reden. Was ist mit künstlicher Intelligenz? Was ist mit Robotik? Was ist mit 5G? Wie gehen wir weiter vom voll automatisierten zum autonomen Fahren? Es sind so viele spannende Themen da. Wir können nur erfolgreich bleiben, wenn wir uns von einer erfolgreichen Industrienation zu einer erfolgreichen Digitalnation wandeln."

Dorothee Bär

"In der Sache ist sie so bewandert, dass ich mit ihr da am liebsten keine Diskussion führen möchte. Dann schau ich vielleicht noch älter aus", sagt Horst Seehofer (68) über Dorothee Bär (39). Der Branchenverband Bitkom nennt Bär eine "ausgewiesene Kennerin der Materie". Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder:

"Dorothee Bär ist nicht nur sehr intensiv in den sozialen Medien unterwegs. Sie hat sich in den letzten Jahren sehr viel Know-How besorgt zum Thema Digitale Wirtschaft und Gesellschaft. Aus unserer Sicht ist sie genau die Richtige für dieses Amt."

Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer Bitkom

FDP wollte eigenes Digital-Ministerium

Mit dem Amt, also Staatsministerin ohne eigenes Ressort, ist die FDP nicht zufrieden. Parteichef Lindner nennt es ein "Trostpflaster ohne wirkliche Durchschlagskraft". Die FDP hatte sich für ein eigenes Digital-Ministerium stark gemacht. Sie wollten damit das Kompetenzgerangel zwischen verschiedenen Ministerien beenden und die Regierung effizienter machen. Genau das Gegenteil wäre passiert, sagt der Branchenvertreter:

"Ein eigenes Ressort hätte zwangsläufig Wirtschaft, Verkehr, Infrastruktur, Justiz, Forschung und Bildung entkernt. Es wäre ein Super-Ministerium geworden, das kaum zu handhaben ist. Von daher ist das, was jetzt geschieht, genau richtig. Wir schaffen eine Stelle, die koordiniert. Jetzt braucht sie auch Rechte und Ressourcen."

Bernhard Rohleder

Knapp 500 Mitarbeiter - auf alle Ressorts verteilt

Knapp 500 Ministeriumsmitarbeiter beschäftigen sich mit der Digitalisierung - und zwar auf alle Ressorts verteilt. Die größte Anzahl findet sich im Verkehrsministerium mit 100 Mitarbeitern. Den letzten Platz belegt das Landwirtschaftsministerium mit zwei Mitarbeitern für den digitalen Fortschritt. Die neue Staatsministerin Dorothee Bär muss dafür sorgen, dass die Mitarbeiter nicht nebeneinander, sondern über Ressortgrenzen hinweg miteinander arbeiten.


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Optic, Samstag, 10.März, 04:00 Uhr

19. #Murksmautbär#digibär#problembär

Bär hat schon im Verkehrsministerium nichts gebracht und wird auch nichts im Kanzleramt bringen. Sie wird zunehmend zum Problembär

gschaftlhuber, Dienstag, 06.März, 23:37 Uhr

18. Super Bashword: Digitalisierung

Da wurde uns ein schöner Bär aufgebunden. Wenn man keine Strategie hat, einfach Digitalisierung schreien. Was ist diese Digitalisierung?
Wenn ich jetzt eine eMail statt eines Briefes versende. Hier wird doch alter Wein in neue Schläuche verkauft. In der letzten Decade hat E. Stoiber im Rahmen von Laptop und Lederhose das eGouverment ausgerufen. Wenn bayer. Beamten soetwas sehen wollen, dann fahren sie nicht nach Mchn oder Nbg, sondern ins Baltikum.
Wir können dies gerne vorführen mit dem innovativsten und größtem IT-Projekt der Gesundheitskarte. Funktionierende Beispiele: Bitte in die VAE fliegen.
Nur weil ich Autobahnen 8 spurig ausbaue, steigt nicht autom. mein BSP. Nur weil ich Breitband einführe, bin ich autom. fit für die Zukunft. Eine EU-Alternative zu Google aufzubauen scheiterte vor einer Decade. D hat in im IT-Bereich keine konkurrenzfähige Kernkompetenz. Die Aussage und der ggf. folgende Aktionismus von Fr. Bär werden dies nicht ändern.

Digitalweltbetrachter, Dienstag, 06.März, 18:18 Uhr

17. Weniger Digitalwelt wäre für die Welt besser.

Man stelle sich vor, jeder fährt Auto mit Gesichtsmaske und ohne Kennzeichen Vollgas über die Autobahn oder mit eigenen Regeln durch die Städt.
Das würde kein gesunder Mensch akzeptieren.
Aber genau das passiert im Internet und in vielen damit verbundenen Technikbereichen.
So lange nicht jeder Nuitzer der digitalen Welt einen fast unfälschbaren Zugangscode erhält, mit dem er genau lokalisiert werden kann. so lange kann ich nuir gegen eine weitere Digitalisierung sein.
Heute sitzen billigst Arbeitskräfte in Indien u. machen für deutsche Konzerne die Buchhaltung, höchst sensible Daten von Mitarbeitern und Kunden werden um die halbe Welt gesandt, ohne dem Einverständnis der Betroffenen. Das ist ein perverser Sklavenmarkt, an dem sich nur wenige bereichern.
Ich brauche nur sehr wenig Digitalzeug, um mein tägliches Leben spaßig zu gestalten. Z.B,. solange ich kein Leistungsportler bin, so lange reicht mir ein handgemessenern Puls aus, dazu braucht es keine App, u. die Gefahr des Mißbr.

Maria M., Dienstag, 06.März, 17:49 Uhr

16. Bär

Frau Bär hatte ja einen super Lehrmeister. Zusammen mit Herrn Dobrindt hat sie ja einiges vorangebracht. Die Maut war ein richtiger Rohrkrepierer und beim Dieselskandal hat man ja im Sinne der Autokonzerne agiert. Nun kann sie sich in aller Ruhe um die Digitalisierung kümmern. Topleute in Spitzenpositionen. Nicht vergessen, immer schön die Talkrunden abklappern. Das bringt Zustimmung im gemeinen Volk.

Digmat, Dienstag, 06.März, 16:57 Uhr

15.

Wer sich hier weiterhin blind gegen die Digitalisierung stellt, der sollte mal wenn er das Haus verlässt eine Große Tasche packen und alle seine Schallplatten, Bücher, Atlanten, Telefonbücher, Schreibmaschinen, Terminkalender, Viedeokasetten etc pp einpacken, um analog unterwegs zu sein zu können. Oder halt ein Smartphone, was das alles und vielmehr auch hat, aber natürlich "nur" digital. Sicherlich braucht man das alles nicht zum überleben, aber so ist das nunmal mit dem technischen Fortschritt. Er macht das Leben leichter und schneller, ohne Fortschritt würden wir heute noch wie Steinzeitmenschen leben. Oder würden sie heute noch ihre Wäsche mit der Hand waschen oder ein ein Feuer machen um das selbst gejagte Stück Fleisch zu erhitzen, wo es doch heute Waschmaschinen, Ceranfeld Herde und Supermärkte gibt?...