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Kommunikation Digitales Zeitalter: AfD-Bundestagsfraktion rüstet auf

Altbackene Pressearbeit war gestern, digitale Kommunikation ist heute. Das haben die Parteien erkannt, vor allem die AfD. Sie ist mit Hilfe der sozialen Netzwerke sehr schnell groß geworden. Die Öffentlichkeitsarbeit der AfD setzt dabei stark auf den direkten Kontakt mit den Bürgern, an den Medien vorbei.

Von: Birgit Schmeitzner

Stand: 04.05.2018

Symbolbild: Die AfD in den Medien | Bild: picture-alliance/dpa

Twitter, Facebook, die eigene Homepage, ein Youtube-Kanal - eine Partei, die ihre Botschaft verbreiten will, kann auf soziale Medien und Multimedia nicht mehr verzichten. Ungefähr 50 Millionen Deutsche sind in den Netzwerken unterwegs, sagt der Politikberater und Blogger Martin Fuchs.

"Bis vor ein paar Jahren war es normal, dass man sich eine Zeitung gekauft oder einen Fernseher angemacht hat und sich politisch informiert hat. Heute erwartet man, dass im Stream, also in der Timeline zum Beispiel auf Facebook, die wichtigsten Sachen zu einem kommen, da hat sich die Logik der Informationsaufnahme auch ein bisschen verändert."

Martin Fuchs, Politikberater und Blogger

Diese Information kann von Medienhäusern kommen. Oder eben direkt von den Parteien. Der Vorteil aus der Sicht der Politiker: Sie können dann die Information selbst steuern, sie setzen ihre eigenen Themen und müssen sich dabei nicht kritischen Nachfragen von Journalisten stellen.

Mediale Präsenz wird digitaler

Auch die Fraktionen im Bundestag sind digitaler geworden, wenn sie über ihre parlamentarische Arbeit informieren. Eine klassische Pressestelle allein reicht eben nicht mehr aus. Besonders offensiv geht dabei die AfD vor. Einer der parlamentarischen Geschäftsführer der Fraktion, Jürgen Braun, baut die neue Einheit auf.

"Ich bin selber Journalist von Hause aus, bin es im Herzen immer noch. Ich weiß genau: das ist interessensgesteuerte Kommunikation. Sie können es PR nennen oder wie wir Medienabteilung. Newsroom kann man auch sagen, das klingt ein bisschen moderner, da denken dann viele gleich an Steve Bannon. Ja ok, dann kann man es auch so nennen."

Jürgen Braun, MdB der AfD

Kontakt zu Steve Bannon

Dass Braun den Namen Steve Bannon nennt, kommt nicht von ungefähr. AfD-Fraktionschefin Alice Weidel hat sich unlängst mit dem Ex-Berater des US-Präsidenten getroffen, der das klar rechtspolitische Nachrichten- und Meinungsportal Breitbart groß gemacht hat. Weidel hat sich mit dem Rechtspopulisten über politische Kommunikation ausgetauscht und über das, was sie und Bannon "alternative Medien" nennen.

Blick zur "Schwesterpartei" in Österreich: FPÖ

Ein anderes Vorbild der AfD: Die FPÖ in Österreich, in den vergangenen Jahren wieder erstarkt und zurück in der Regierung. Die Strategie: sehr präsent sein in den sozialen Medien, für die eigenen Inhalte werben, gerne auch provozieren und gegen eine selbst empfundene Benachteiligung in der journalistischen Berichterstattung wettern. Braun sagt, die AfD im Bundestag wolle den "medialen Einheitsbrei" aufbrechen.

"Da ist von uns Information dabei, da ist von uns Meinung dabei - das ist die klassische Öffentlichkeitsarbeit einer Bundestagsfraktion, wie sie vorgesehen ist, nur mit modernen Mitteln."

Jürgen Braun, MdB der AfD

Bewerbung der eigenen Politik, täglich rund um die Uhr, ein Schichtbetrieb mit rund 20 geplanten Mitarbeitern. Schon jetzt stellt die AfD Ausschnitte von Reden der Abgeordneten online. Irgendwann, sagt Braun, soll es auch echte Fernsehbeiträge geben.

Achtung: Trennungsgebot!

Die anderen Fraktionen im Bundestag wollen erst einmal nicht kommentieren, wie die AfD ihre Pressearbeit aufstellt. Sie werden aber sehr genau verfolgen, ob die AfD das Trennungsgebot zur Partei einhält. Mit den Steuermitteln, die eine Fraktion bekommt, darf sie nämlich nur über die parlamentarische Arbeit informieren. Aufgaben der Partei, etwa Wahlwerbung, darf sie aber damit nicht finanzieren. Diese Trennung ist strikt.


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Hermann Peter, Freitag, 04.Mai, 09:20 Uhr

12. AfD-Newsroom

Das Geheule und Gewinsel der Altparteienanhänger zeigt, dass die AfD medienpolitisch auf dem richtigen Weg ist. Die AfD brauch keine Teilnahme an ÖRR-Talkrunden, bei den sie bestenfalls im 5:1 - Modus die böse "1" spielen darf. Sie macht ihre Statements selbst - und der Millionen-Zuspruch zeigt, dass sie genau richtig liegt.

Dieter, Freitag, 04.Mai, 09:15 Uhr

11. Presse

Über 1.000 Jahre wurden Afrikaner von Muslimen versklavt, deutlich länger und intensiver als von Europäern. Besonders grauenhaft war die Entmannung der Gefangenen, das Verbot sich fortzupflanzen und die Ermordung schwarzer Neugeborener. Deshalb gibt es in muslimischen Ländern -im Gegensatz zu Nord-und Südamerika und der Karibik- keine Nachfahren von schwarzen Sklaven. Es gibt leider nicht den Hauch von Aufklärung diesbezüglich und das Thema wird von der Presse totgeschwiegen. Warum wohl??
M.f.G.

  • Antwort von Leonia, Freitag, 04.Mai, 09:21 Uhr

    Was verbreiten Sie denn hier wieder für Gruselmärchen? Der Autor, auf den Sie sich vermutlich beziehen, hat seine Thesen durch nichts belegt (Tidiane N'Diaye).

  • Antwort von Truderinger, Freitag, 04.Mai, 09:21 Uhr

    Hm, vielleicht weil es rassistische Gräuel- und Hetzpropaganda ist, die der eines Julius Streicher in absolut nichts nachsteht?

  • Antwort von Bernhard, Freitag, 04.Mai, 09:22 Uhr

    Haben sie etwas gegen die Presse?
    Sie haben das Thema ja auch irgendwoher, also kann jeder sich informieren.
    Oder soll die Presse nochmals die letzten 2.000 Jahre aufrollen. Für das gibt es Nachschlagewerke, Herr Dieter.

  • Antwort von Emil, Freitag, 04.Mai, 09:23 Uhr

    BR: Das ist Rassismus in purer Form

    Zitat von Höcke (nachzulesen bei "Wir sind afd):
    Die Evolution hat Afrika und Europa – vereinfacht gesagt – zwei unterschiedliche Reproduktions­strategien beschert.

Bernhard, Freitag, 04.Mai, 08:55 Uhr

10. Gebe Beitrag 4 + 5 recht, und:

Wo bleiben die anderen Menschen, für die die AFD anscheinend kämpft.
Sozial Schwachen, ältere und einfach Menschen, die aus irgendeinem Grunde nicht in die sozialen Medien können.
Ohne die breite Medien, Zeitungen, Radio und TV grenzt die AFD bewusst viele Menschen aus.
Damit erledigt sich die Frage, ist die Partei für das Volk da, oder habe ich Egoistische Ziele.

  • Antwort von Erich, Freitag, 04.Mai, 09:18 Uhr

    So an Schmarrn hob i no nia glesn...

Abi2015, Freitag, 04.Mai, 08:47 Uhr

9. Lösch Dich!

Böhmermanns neue "Love-Armee" gegen Rechts hat schon jetzt mehr Mitglieder als die AfD.

Weiter so

Katar, Freitag, 04.Mai, 08:42 Uhr

8.

In Bayern wird die AfD wohl zum erstenmal Regierungspartei, in einer Koalition mit der CSU. Die Gemeinsamkeiten der beiden Parteien sind so groß, da passt kein Blatt Papier dazwischen. Auch die Grausamkeiten sind nahezu identisch. Beide beschwören das konstantinische Abendland herauf und haben doch NULL ahnung vom barmherzigen, versöhnenden christlichen Glauben. Lederhosen und Laptop sind an und für sich gute Sachen, aber was nutzt es, wenn keine Verbindung zum bunten weltweiten Netzwerk besteht.