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Gewerkschaft Wie ein Deutscher für bessere Arbeitsbedingungen auf Youtube kämpft

Jörg Sprave ist ein Youtube-Urgestein und Deutschlands einziger Weltstar auf der Plattform. Jetzt ruft der Zwillen-Bauer andere Youtuber dazu auf, sich gegen den Konzern zusammenzuschließen. Die Idee: Eine Art Gewerkschaft.

Von: Christian Schiffer

Stand: 13.03.2018

Jörg Sprave | Bild: BR / Screenshot Youtube

Vor fast genau zehn Jahren hat Jörg Spraves seinen Youtube-Kanal gegründet. Auf „The Slingshot-Channel“ führt der 52-jährige seitdem vor allem selbstgebastelte Schleudern vor, mit denen er Klobürsten, Orea-Kekse oder Kondome durch die Gegend katapultiert - und begeistert damit die Welt. Ungefähr 300 Millionen Views und fast zwei Millionen Abonnenten hat sich der gebürtige Dortmunder so mit Hilfe seinen spektakulären Zwillen in all den Jahren erarbeitet. Mittlerweile zeigt Sprave auf Youtube aber nicht nur Schleuder, die schon mal die Größe einer Panzerfaust erreichen können, sondern testet auch Action-Cams, Luftgewehre und Sicherheitswesten. Manchmal geht es auf Spraves Kanal martialisch-augenzwinkernd zu, manchmal aber auch überaus friedlich, letztens hat der Youtube-Künstler beispielsweise eine Krebsklinik besucht, um über die Fortschritte auf dem Feld der Strahlentherapie zu berichten.

Eine Forderung: Bessere Kommnikation

Trotzdem knirscht es immer wieder zwischen Jörg Sprave und Youtube. Vor fast einem Jahr wurde er von der Plattform abgemahnt, wenig später ruderte Youtube zurück und zog die Abmahnung zurück. Doch das Verhältnis zu Youtube scheint immer noch nicht das Allesbeste zu sein, denn nun ruft Sprave dazu auf, eine Art Youtube-Gewerkschaft zu bilden, die sogenannte „YoutubeUnion“. Auf Facebook hat die dazugehörige Gruppe schon fast 9000 Mitglieder. Sprave und seine Mistreiter fordern von Youtube unter anderem kleinere Kanäle besser zu monetarisieren, zudem beklagen sie die schlechte Kommunikation mit den Youtube-Verantwortlichen und dass der Konzern zu oft Bots und nicht Menschen darüber entscheiden lässt, ob ein Video gegen die Gemeinschaftsstandards verstößt.  

Youtube steht unter Druck

Vor allem das sogenannte „Overblocking“ ist Strave ein Dorn im Auge, sprich: Dass Youtube auch Clips löscht, die eigentlich auf der Plattform erlaubt sein müssten. Wie alle Netzwerke steht Youtube unter Druck, anstößige Inhalte von seiner Plattform zu verbannen, viele Youtuber finden allerdings, dass die Video-Plattform immer wieder über das Ziel hinausschießt. Auch deswegen scheint Spraves Initiative in der Szene großen Anklang zu finden. Gegenüber dem BR-Jugendangebot PULS gab er bekannt, dass alleine die bisherigen Unterstützer seiner Initiative zusammen schon weit über 20 Millionen Abonnenten haben dürften.


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