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Deutscher IS-Terrorist Denis Cuspert wohl von den Toten auferstanden

Der Bayerische Rundfunk hatte darüber schon vor einigen Wochen berichtet. Jetzt erhärtet sich der Verdacht: Offenbar ist der bekannte deutsche IS-Terrorist Denis Cuspert doch noch am Leben. Nach BR-Informationen zweifeln Szene-Beobachter zunehmend am Ableben des deutschen IS-Terroristen.

Von: Joseph Röhmel

Stand: 18.11.2015 | Archiv

Denis Cuspert | Bild: Erasmus Monitor

Vor einigen Wochen gab es bereits die ersten Abgesänge auf den wohl bekanntesten deutschen IS-Terroristen. Jetzt folgt unter anderem der SPIEGEL einem Gerücht, das schon länger im Internet herumwabert: Der ehemalige Berliner Rapper Denis Cuspert alias Deso Dogg lebt offenbar doch – entgegen vieler Medienberichte und einer Todesmeldung des US-Pentagons.

Telefonmitschnitt: ein möglicher Beweis

Bisher fehlen aussagekräftige Beweise für das Ableben. Stattdessen tauchen immer wieder Meldungen auf, die zunehmend daran glauben lassen, dass Cuspert noch lebt. Deutsche Sicherheitskreise halten sich auf BR-Anfrage zurück, wollen weder etwas bestätigen noch dementieren. Auch das deutet darauf hin, dass die Todesmeldung vorschnell geäußert wurde. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks sind die Zweifel groß.

Immer wieder tauchen neue Geschichten auf: Neuerdings gibt es Berichte, nach denen ein Telefonmittschnitt vom 16. Oktober existiert. Sicherheitsbehörden sollen den Mitschnitt abgefangen haben. Cuspert sei als Sprecher identifiziert worden, heißt es.  

Genau am jenen 16. Oktober soll Cuspert bei Luftschlägen in der syrischen Region Tabkah unweit von Al-Rakka getroffen und getötet worden sein.

Der Blog Erasmus Monitor, der die dschihadistische Szene intensiv beobachtet und als gut informiert gilt, berichtet aber, Cuspert seit laut Quellen lediglich schwer verletzt worden. Mehrere IS-Anhänger hätten auf Anfrage des Blogs dementiert, der frühere Berliner Rapper sei bei dem Luftangriff ums Leben gekommen. Cuspert, auch Abu Talha Al-Almani genannt, habe schwerste Verletzungen davon getragen. Er liege im Koma. Unbekannt sei sein aktueller Zustand.      

Hat sich das Pentagon getäuscht?

Für weitere Aufmerksamkeit sorgte dann ein Tweet, Anfang November abgesetzt vom bekannten Propagandakanal "Al-Mourabitoun Media":

"An alle Geschwister, die uns wegen Abu Talha Al-Almani fragten, wir bestätigen, dass er lebt. Alhamdulilah."

Quelle: Erasmus Monitor

Alles IS-Propaganda? Psychologische Kriegsführung übers Internet? Möglich. Immerhin gilt Cuspert als wichtigster deutschsprachiger IS-Propagandist.

Die USA haben ihn auf eine Terrorliste gesetzt. In zahlreichen Videos ruft er zu Gewalt auf und droht mit islamistischen Anschlägen. Allerdings: Zu Cusperts engstem Umfeld in Syrien zählt unter anderem der österreichische Dschihadist Mohammed Mahmoud. Er gilt als Spiritus Rector des Islamisten. Er hat sich noch nicht geäußert. Auch deshalb bleibt unklar, ob die Nachricht vom Ableben Cusperts wirklich zutrifft. Schon mehrere Male hatten sich US-Geheimdienste bei der Bestätigung von Todesfällen ranghoher IS-Kämpfer geirrt.

Eine dschihadistische Karriere:

"Seit 2007 präsentierte Cuspert sich als gläubiger Muslim. Spätestens Anfang 2010 entstanden Kontakte zur Berliner Al-Nur-Moschee. Die Moschee in einem Gewerbegebiet in Berlin-Neukölln machte Schlagzeilen mit Auftritten von Hasspredigern und wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Damals entstand ein Video, das Cuspert im Gespräch mit dem salafistischen Prediger Pierre Vogel zeigt. 

Mitte 2012 reiste Cuspert zunächst nach Ägypten aus, ein halbes Jahr später zog er weiter nach Syrien. Er schloss sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an. Im September 2013 wurde er - offenkundig bei einem Luftangriff des syrischen Militärs - schwer am Kopf verwundet. Im selben Monat erhob die Staatsanwaltschaft in Köln in Abwesenheit Anklage gegen Cuspert wegen Sachbeschädigung. Er soll einem Reporter in einer Moschee eine Filmkamera entrissen und diese auf den Boden geworfen haben. Das Verfahren wurde eingestellt, weil Cuspert schon damals als untergetaucht galt." (Quelle: dpa)


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