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Dringlichkeitsantrag scheitert CSU hält an Befristung von Lehrerstellen fest

Fünf Prozent der bayerischen Lehrer – insgesamt 7000 – haben nur befristete Verträge. Wer während des Schuljahres eingestellt wird, meldet sich im August arbeitslos. Die SPD wollte diese Praxis beenden, scheiterte aber an der CSU-Mehrheit im Landtag.

Von: Arne Wilsdorff

Stand: 12.07.2018

Schild "Lehrerzimmer"  | Bild: BR

Für SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen braucht Bildung ein Vertrauensverhältnis zwischen Lehrern und Schülern und keine befristeten Verträge. Die Praxis, dass sich auch heuer wohl wieder fast 900 Lehrer im August arbeitslos melden, will Kohnen per Dringlichkeitsantrag stoppen:

"Sie stellen die im September wieder ein, diese Befristeten – damit es aber zu keinen Kettenverträgen kommt, tauschen sie fröhlich den einen Befristeten durch den nächsten Befristeten aus. Das ist zutiefst unanständig und das gehört sich nicht, und so gehen wir nicht mit Bildung um."

"Frist ist Mist und führt zu Frust"

Auch Michael Piazzolo von den Freien Wählern will, dass der Freistaat im Sommer keine Lehrer mehr in die Unsicherheit schickt. "Wenn ich einen am Ende eines Schuljahres ausstelle, dann ist das keine Anerkennung. Und deshalb ist diese Frist Mist und sie führt zu Frust und sie ist einem reichen Staat wie Bayern nicht würdig. Deshalb stellen Sie das schnellstmöglich ab", forderte Piazzolo im Landtag.

Kultusverwaltung beharrt auf Flexibilität

Bayerns Kultusminister Bernhard Sibler kontert: Befristetet Lehrer seien in Bayern die absolute Ausnahme, schließlich hätten 95 Prozent sogar eine Beamtenstelle. Und der Freistaat sei ein anständiger Arbeitgeber: "Wir sind in Bayern auf einem guten Weg – und werden vernünftig und sensibel mit den Leuten umgehen, wenn wir es brauchen, aber ein Stück Flexibilität brauchen wir als Arbeitgeber halt auch."


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Bernhard, Donnerstag, 12.Juli, 14:50 Uhr

9. Bayern unter der CSU ist ein schlechter Arbeitgeber!

Und das Arbeitslosengeld im August kommt dann aus dem Topf der Arbeiter.
Das nenne ich Diebstahl vom Staat an unseren Beiträgen.

  • Antwort von Ally, Donnerstag, 12.Juli, 17:15 Uhr

    Nein, Bernhard, das kommt aus dem Topf, in den diese angestellten (!) Lehrer auch eingezahlt haben. Wären sie verbeamtet, würden sie nicht ausgestellt werden können für sechs Wochen.

  • Antwort von Sebastian S., Donnerstag, 12.Juli, 20:21 Uhr

    Bitte besser informieren. Um ALG zu bekommen, muss der Arbeitnehmer mindestens 12 Monate durchgehend gearbeitet haben. Wenn befristete Lehrer im Sept. eingestellt und im Juli entlassen werden, haben sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld!
    Die wird also nichts von deinem hochheiligen Geld gestohlen!!!

Politi, Donnerstag, 12.Juli, 14:48 Uhr

8. Lehrer arbeiten mit dem Wichtigsten was wir haben: Mit unseren Kindern!

Das sollte man der CSU und dem Sibler mal sagen!
An der Haltung der CSU sieht man, dass dieses CSU-Gerede von Herprämie und Familiengeldern nichts, aber auch gar nichts, mit der Wertschätzung von unseren Kindern und Familie zu tun hat! Wenn Ihnen unsere Kinder nicht mal vernünftig versorgte Lehrer wert sind, dann kann man glatt auf die Idee kommen, diese ganzen Zahlungen wären nur wegen der Wahl so beschlossen worden.
Nein CSU, nein Siebler, Lehrer müssen wertgeschätzt werden, sonst besteht die Gefahr dass diese Lehrer unsere Kinder auch so geringschätzen, wie Sie deren Lehrer!

SchorschHh, Donnerstag, 12.Juli, 14:21 Uhr

7. Keine Bezahlung in den Ferien?

Noch gut getroffen - Es gibt Förderlehrer/ Stützlehrer/ Sodzialpädagogen, die bei sogenannten Bildungsträgern auf Honorarbasis zu einem Hungerlohn arbeiten müssen. Gesetztlich verpflichtet den vollen Beitrag in die Rentenkasse zu zahlen. (Wer das nicht wußte, muß nachzahlen, bis hin zur Privatinsolvenz) - Krankenkasse und Rentenbeitrag sind oft höher als das netto zur Verfügung stehende Einkommen - Vertragsdauer? - solange die Maßnahme vom Staat, der EU, dem Arbeitsamt gefördert wird.
Aufgabengebiet: Förderschüler, benachteiligten Jugendlichen, nicht integrierbaren Jugendlchen "auf Fahrrad helfen" - Spätere Rente? - Tafel ist angesagt. - Über das Thema könnte man Bücher schreiben. Interesssiert aber keine Wutz.

Fränkischer Rechen, Donnerstag, 12.Juli, 13:54 Uhr

6.

nachgewiesen seit dem 14. Jahrhundert; enthalten im Großen Staatswappen des Freistaates Bayern und im Großen Landeswappen von Baden-Württemberg

Dieses Verhalten ist einfach nur peinlich. Das zeigt einmal mehr, dass Bayern (und Franken ;) ) diese Staatsregierung nicht verdient hat. Mit der anstehenden Landtagswahl könnt ihr das ändern, liebe Wählerinnen und Wähler, Eltern von Schülern, Lehrerinnen und Lehrer!

Paketfahrer, Donnerstag, 12.Juli, 13:39 Uhr

5. Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen gleichen sich denen der Paketfahrer an. Super Sklavenbildungssystem!

Ich würde diese Bednungen auf Politiker übetragen. Bezahlt würden nur noch die tatsächlichen Leistungen, zB. Parlamentsanwesenheit, politische Termine, Gesetzerarbeitung etc. - Das Sommerloch würde ausfallen, da die Politiker dann in dieser Zeit entfristet sind. Privat können sie dann machen, was sie wollen.
Selbstverständlich werden dann auch keine Krankheits- und Urlaubstage bezahlt. Wie in der Paketbranche üblich, muss auch der Politiker dann mehr Eigenleistung für seine Altersvorsorge tun.

Wie wäre es mit "betreutem" Regieren?