158

Kontrovers-BayernTrend CSU fällt in Umfrage auf 40 Prozent, AfD und FDP wären im Landtag

Wenn am Sonntag Landtagswahl in Bayern wäre, käme die CSU noch auf 40 Prozent der Wählerstimmen. Die SPD läge bei 16, die Grünen bei 14 und die Freien Wähler bei 7 Prozent. Die AfD würde mit 10 Prozent, die FDP mit 5 Prozent in den Bayerischen Landtag einziehen. Das ergibt eine repräsentative Umfrage von infratest dimap im Auftrag des BR-Politikmagazins Kontrovers für den BayernTrend.

Stand: 10.01.2018

Balkendiagramm | Bild: BR

Die CSU rutscht im aktuellen BayernTrend auf den tiefsten Wert seit Beginn dieser Umfrage 1998 und kommt nur noch auf 40 Prozent. In der repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap käme die SPD nur noch auf 16 Prozent, wenn am Sonntag Landtagswahlen wären. Die Grünen kämen auf 14 und die Freien Wähler auf 7 Prozent. Neu im Landtag wären nach der aktuellen Umfrage die AfD mit 10 Prozent und die FDP mit 5 Prozent der Wählerstimmen. Damit bestünde der bayerische Landtag erstmals aus sechs Parteien.

CSU verliert weiter - Grüne mit bestem Ergebnis

Gut drei Monate nach der Bundestagswahl und unmittelbar vor dem bevorstehenden Wechsel des Ministerpräsidentenamtes von Horst Seehofer auf Markus Söder reicht die CSU an ihre alte Stärke im Freistaat bei weitem nicht heran: Mit einem Umfragewert von 40 Prozent erzielt die CSU den bislang niedrigsten Wert im seit 1998 erhobenen BayernTrend.

"Es reicht uns natürlich nicht aus, aber wir dürfen nicht vergessen, was in der Zwischenzeit war. Wir hatten Wahlen, wir hatten einen personellen Wechsel, auch das ist für eine Partei immer schwierig."

Thomas Kreuzer, CSU-Fraktionschef

Auch die bayerischen Sozialdemokraten (SPD) bleiben mit einem Wähleranteil von 16 Prozent unter ihrem bisherigen Negativrekord bei der Landtagswahl 2008 mit 18,6 Prozent.

"Wir leben in politisch bewegten Zeiten, deshalb würde ich Umfragen generell nicht überbewerten. Die Umfrage weist in die richtige Richtung."

Johanna Uekermann, Vize-Vorsitzende BayernSPD

Die Grünen haben nach jetzigem Stand 14 Prozent in Aussicht. Das wäre ein Rekord, den sie bislang bei keiner bayerischen Landtagswahl erzielen konnten.

"Die Umfrage zeigt ganz deutlich, dass die absolute Mehrheit der CSU in Bayern Geschichte ist und dass der Kampf um Platz zwei offen ist."

Katharina Schulze, Fraktionschefin Bündnis90/Die Grünen

AfD wäre sicher im Landtag – FDP nur knapp

Die bislang nicht im Landtag vertretene AfD kommt wie im Januar 2017 auf 10 Prozent, die Freien Wähler unverändert auf 7 Prozent.

"Damit bin ich als Freie Wähler-Vorsitzender durchaus zufrieden. Wir können natürlich noch ein bisserl was drauflegen, aber die Zahl der Mitbewerber ist ja sehr groß."

Hubert Aiwanger, FW-Fraktionschef

Die FDP kann mit 5 Prozent auf den Wiedereinzug ins Maximilianeum hoffen. Damit wären erstmals seit 1946 sechs Parteien im bayerischen Landtag vertreten.

38 Prozent wollen, dass die CSU allein regiert

Bei einem Wahlausgang entsprechend der aktuellen Sonntagsfrage wäre die CSU in Bayern wie zuletzt im Jahr 2008 auf einen Koalitionspartner angewiesen. Vier von zehn Bayern (38 Prozent) bewerten eine erneute CSU-Alleinregierung im aktuellen BayernTrend als positiv.

Koalition aus CSU und Grünen in Bayern wird am besten bewertet

Verschiedene Koalitionsmodelle erreichen allerdings ähnliche, oder sogar bessere Bewertungen. CSU-geführte Zwei-Parteien-Bündnisse liegen aber fast gleich auf. Die größten Sympathien genießt gegenwärtig eine schwarz-grüne Staatsregierung. Diese Koalition betrachten 46 Prozent der bayerischen Wahlberechtigten mit Wohlwollen. Zur Landtagswahl 2013 war das Bündnis lediglich bei einem Drittel der Bayern (32 Prozent) auf Zuspruch gestoßen. Eine Koalition mit der SPD favorisieren 41 Prozent, mit den Freien Wählern 40 Prozent und mit den Liberalen 38 Prozent.

Söder bekommt Vertrauensvorschuss als Ministerpräsident

Die Spitzenkandidaten werden für den Ausgang der Landtagswahl eine wesentliche Rolle spielen. Markus Söder wird den CSU-Landtagswahlkampf aus der Ministerpräsidentenrolle heraus führen. Die momentan im Freistaat bestehenden Erwartungen an seine künftige Amtsführung fallen überwiegend positiv aus. So rechnen etwa 59 Prozent der Wahlberechtigten damit, dass der CSU-Politiker einen guten Ministerpräsidenten abgeben wird, 31 Prozent haben dagegen Zweifel.

"Die persönlichen Werte von mir sind eine gute Basis für die Arbeit. Und wichtig ist jetzt auch zu zeigen, was wir für die Zukunft wollen und dann kann man auch gut in den Wahlkampf gehen."

Markus Söder, CSU, designierter Ministerpräsident

Auch Nicht-CSU-Wähler können sich Söder als Ministerpräsidenten vorstellen

Neben den CSU-Anhängern können sich auch die Anhänger der FDP (64 Prozent), die der Freien Wählern (62 Prozent) und der AfD (58 Prozent) und ein Drittel der SPD-Wähler Söder als Ministerpräsidenten vorstellen. Zweifel an einem Ministerpräsidenten Söder melden dagegen insbesondere die Grünen-Anhänger mit 57 Prozent an.

Söder wird Führungsstärke, Bürgernähe und Glaubwürdigkeit attestiert

Punkten kann Markus Söder bei den Wahlberechtigten im Freistaat mit seiner Führungsstärke, die ihm drei Viertel der Bayern attestieren (75 Prozent). Für etwa ebenso viele (74 Prozent) steht außer Zweifel, dass der Franke zum Bundesland Bayern passt. 61 Prozent der Bayern attestieren dem derzeitigen bayerischen Finanzminister Bürgernähe, 58 Prozent Glaubwürdigkeit. Gut die Hälfte sieht in ihm einen sympathischen Politiker (53 Prozent). Zugleich unterstellen ihm allerdings sieben von zehn Befragten (71 Prozent), dass er mit seinen Positionen polarisiert – eine Wahrnehmung, die auch zwei Drittel der CSU-Anhänger teilen (69 Prozent).


158