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Münchner Unternehmen Container-Firma P&R: Insolvenzverfahren eröffnet

Mehr als 40 Jahre ist die Investmentfirma P&R aktiv gewesen. Ihr Geschäftsmodell: die Anlage in Schiffscontainer. Dies schien gut zu funktionieren, doch dann meldete die Firma aus München im März Insolvenz an - für viele damals überraschend. Inzwischen sind immer mehr Details zu den Geschäften der Containerfirma bekannt geworden, möglicherweise handelt es sich um den größten Anlageskandal in der bundesdeutschen Geschichte. Am Dienstag wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.

Von: Elisabeth Pongratz

Stand: 24.07.2018

Container im Hamburger Hafen | Bild: picture-alliance/dpa

Das Geschäftsmodell der Containerfirma aus München war denkbar einfach: P&R verkaufte ihren Anlegern Schiffscontainer und vermietete sie in ihrem Auftrag weiter. Die Anleger erhielten feste Mietzahlungen, einige Jahre später kaufte P&R die Container zum Restwert wieder zurück. 42 Jahre lang war die Unternehmensgruppe tätig, zum Zeitpunkt der Insolvenz im März diesen Jahres hatten etwa 54.000 Anleger rund 3,5 Milliarden Euro investiert.

Viele Container existierten gar nicht

Mittlerweile ist jedoch klar, dass viele der Container gar nicht existiert haben, rund eine Million. Tatsächlich sind nur 618.000 Stück vorhanden. Wie Insolvenzverwalter Michael Jaffé mitteilte, sind neu eingeworbene Gelder dazu genutzt worden, laufende Verbindlichkeiten aus Mietzahlungen und Rückkäufen gegenüber Altanlegern zu begleichen. Für den Kauf neuer Container habe die Firma keine Mittel mehr gehabt, seit mehr als zehn Jahren wurden sie demnach nur noch auf dem Papier verkauft.

Schneeballsystem?

Mit diesen neuen Details verdichten sich die Hinweise, dass die P&R-Gruppe zuletzt ein Schneeballsystem betrieben hat. Für die betroffenen Anleger bedeutet die Eröffnung des Insolvenzverfahrens, dass sie nun ihre Forderungen anmelden können. Zudem teilte der Insolvenzverwalter mit, dass im Oktober die ersten Gläubigerversammlungen stattfinden.


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