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Aufregung an der Côte d'Azur Bürgermeister verbietet Burkinis

Der Bürgermeister von Cannes hat ein Verbot von Ganzköperbikinis, sogenannten Burkinis, erlassen. Bis Ende August dürfen Frauen am Strand von Cannes nicht mehr in solchen Anzügen baden. Der Streit folgt auf dem Fuß.

Von: Barbara Kostolnik

Stand: 13.08.2016

Städtische Polizei überwacht Burkini-Verbot in Cannes | Bild: picture-alliance/dpa|Sebastian Nogier

Die Côte d’azur erlebt einen heißen Sommer, die Temperaturen lassen mit über 30 Grad nichts zu wünschen übrig und die Entscheidung des Bürgermeisters von Cannes trägt auch nicht gerade zur Abkühlung bei:

"Wir haben uns noch nicht einmal von dem Schock des Nizza-Anschlages erholt, viele der Opfer waren Muslime. Und da kommt dieser Bürgermeister und streut Salz in die Wunden."

Ein Aktivist der Liga für Menschenrechte in Cannes

Badeanzug oder Uniform von Extremisten?

Der Bürgermeister heißt David Lisnard und ist ein konservativer Republikaner. In einem Interview des Nice-Matin erklärte er den Burkini zur Uniform des extremistischen Islamismus, nicht der muslimischen Religion. Die kommunale Verordnung vom 28. Juli ist deutlich vorsichtiger formuliert. Dort steht:

"Jede Strandbekleidung, die ganz offensichtlich eine Religionszugehörigkeit demonstriert, wird verboten."

Verordnung vom 28. Juli 2016 der Stadt Cannes

Wer oder was soll geschützt werden?

Der Burkini ist nicht explizit genannt aber natürlich gemeint. Er wurde für muslimische Frauen kreiert. Er lässt nur Hände, Füße und Gesicht frei und erinnert mithin an Sportanzüge von Eisschnellläuferinnen. Eine Mitarbeiterin der Stadt hat ihre Schwierigkeiten, das Verbot zu rechtfertigen.

"Menschen, die sich verhüllen, könnten ein Ärgernis für andere darstellen. Nach den jüngsten Anschlägen herrscht einfach eine angespannte Stimmung, und wir müssen einfach die Sicherheit am Strand gewährleisten."

Eine Mitarbeiterin der Stadt Cannes

Angeblich also sollen die Frauen vor möglichen Übergriffen geschützt werden. Trügen sie einen Burkini, sei die öffentliche Ordnung gestört. Bis zum 31. August gilt diese Verordnung am Strand von Nizza. Wer dennoch mit einem Burkini erwischt wird, muss ein Bussgeld von 38 Euro bezahlen.

150 Euro bei Vollverschleierung

Im ganzen Land gilt schon länger ein Verbot von Burkas. Burkas sind Kleidungsstücke, mit dem der gesamte Körper einschließlich des Gesichtes verhüllt wird. Übertretungen des Burkaverbotes kosten deutlich mehr. So kostet es bis 150 Euro, wenn eine Frau im öffentlichen Raum in Frankreich mit Ganzkörperverschleierung erwischt wird.


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Befürworter, Samstag, 13.August 2016, 22:33 Uhr

8. Burkaverbot

Ich stimme dem Verbot vollkommen zu. Unter einer Burka kann man z.B. Sprengstoff verbergen der ein ganzen Stadtviertel samt Menschen zerstört...und das Geschlecht der Burkaträgers ist ebenfalls schwer zu bestimmen.ALSO!! wer das meint , das tragen zu müssen....ab in die HEIMAT!!!! Den wir in der westlichen Welt, können und wollen uns solche Faxen nicht mehr leisten!

wm, Samstag, 13.August 2016, 20:58 Uhr

7. Burka......

....des Räuber's ."Berufskleidung".

Schwantner, Samstag, 13.August 2016, 20:02 Uhr

6. Burkaverbot

Burka ist eine Schande.

Elfi Schaak, Samstag, 13.August 2016, 17:07 Uhr

5. Burkiniverbot.

Der Bürgermeister hat recht.Wer in Europa Leben will,der hat sich unseren Gepflogenheiten anzupassen.Auch die Burka gehört verboten.Wenn die Frauen wie im Mittelalter Leben möchten oder müssen,weil der Mann das so vorgibt,dann sollen sie das in ihren Heimatländern tun.Das ist meiner Meinung nach ein Symbol der Unterdrückung und die haben wir in Europa abgeschafft.Wenn ich mit jemandem Rede,möchte ich ihm ins Gesicht schaun.Wenn wir inarabichen Ländern sind,müssen wir uns auch anpassen.O der sollen eines Tages unsere Frauen auch Burka und Burkini tragen,um uns anzupassen?

Burkaroianer, Samstag, 13.August 2016, 15:39 Uhr

4. Was mache ich mit meiner Burka, wenn ich demonstrieren gehe?

Wie passt das dann zusammen, wenn Burkaträger -innen, zu Demonstrationen gehen?
Gilt das im Versammlungsgesetz definierte Vermummungsverbot oder die Religionsfreiheit?
Was bringt face recognition in der Videoüberwachung, wenn das mit einer einfachen Burka umgangen werden kann. Dürfen Burkas auch Männer tragen?
Wer überprüft wie einen religiösen Hintergrund? Wer definiert Mißbrauch? Dürfen Burkas zu Bank- und Raubüberfallen getragen werden? ;-) Führt das die Sicherheitsbemühungen nicht ad absurdum? Man kann darauf warten bis Kriminelle, diese Tarnung für sich entdecken.