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Unterlagen zu VW und Porsche Bosch droht Offenlegung im Diesel-Abgasskandal

Welche Rolle spielte der Zulieferer Bosch im Diesel-Abgasskandal bei Audi, Porsche, VW und anderen Auto-Herstellern? Dieser Frage will das Landgericht Stuttgart nachgehen, vor dem Bosch selbst kein Beklagter ist. Das Gericht könnte Bosch deshalb zwingen, gemeinsame Unterlagen mit VW und Porsche herauszugeben. Dazu soll heute in Stuttgart eine Entscheidung fallen.

Von: Felix Lincke

Stand: 13.07.2018

Das sogenannte Defeat Device, mit dem man die Abgasprüfer beim Test von Diesel-Autos täuschen konnte, war im Fall von Audi, Porsche und VW eine Software von Bosch für die Motorsteuerung. Wer diese Software so programmiert hat und wer davon zu welchem Zeitpunkt Bescheid wusste? Das sind die entscheidenden Fragen, um die es auch in den Klagen von Aktionärsvertretern wie vor dem Landgericht Stuttgart geht. Dort ist der Sitz von Porsche und der Holding, die für die Eigentümerfamilien die Mehrheit am VW-Konzern hält.

Hinweise in E-Mails zwischen Bosch und VW-Töchtern?

Außerdem war in Geschäftsberichten von den Motoren die Rede, die später den Abgas-Skandal verursachten. In diesem Umfeld suchen Anwälte zahlreicher Aktionäre nach Hinweisen auf Fehler, aus denen sich ein Schadenersatz in Milliardenhöhe ergeben soll. Dabei könnten E-Mails zwischen Ingenieuren von Bosch und der VW-Töchter eine entscheidende Rolle spielen. Da Bosch zumindest in den USA selbst eine Milliardenstrafe droht, will der Zulieferer dazu keine Informationen herausgeben. Wenn das Landgericht Stuttgart das heute anders sieht, will Bosch in Berufung gehen.


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Klaus Nagel, Freitag, 13.Juli, 19:30 Uhr

2. Die deutschen Gerichte sollen nicht die Betrüger schützen,

sondern die Betrügereien aufdecken und sich als unabhängige dritte Kraft erweisen. Auch wenn das Versagen des Staates und seiner Minister Dobrindt und Scheuer erkennbar werden sollte (Kraftfahrtbundesamt, hat wohlwollend durchgewunken), so wird es auch dafür allerhöchste Zeit.

Mischpoke, Freitag, 13.Juli, 10:45 Uhr

1. Aufklärung unabdingbar

Hier gehört alles aufgeklärt, was diesen vorsätzlichen Lug und Betrug am Verbraucher, betrifft. Egal, wer dabei ist/war!
Hier sind hohe Strafen endlich angebracht. Die Verantwortlichen haben schonungslos Konsequenzen zu tragen.
Bitte nicht mmer nur der "Gasenhauer: Arbeitsplätze"!

  • Antwort von Buz, Montag, 16.Juli, 09:11 Uhr

    Aufklärung ist das eine, die tut bestimmt not. Aber ein sinnfreies Gelaber nach Strafen und Konsequenzen ist ebenso wenig nötig. Und doch der Gassenhauer
    "Arbeitsplätze" sollte eine angemessene Rolle spielen. Oder sind Sie auch ein Journalist der endlich Schreiben will.. " VW pleite.. 200.000 Arbeitslose.."
    Klar war das Mist was die gemacht haben.. aber zwischen Aufklärung und Hinrichtung liegen Welten.. Also lasst mal die Kirche im Dorf.