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Software-Fehler BMW ruft 11.700 Diesel-Fahrzeuge zurück

Die Firma BMW hat eingeräumt, auf verschiedenen Automodelle eine ungeeignete Abgas-Software aufgespielt zu haben. Ein Rückruf soll den Fehler nun beheben.

Von: Gerhard Brack

Stand: 23.02.2018

BMW-Produktion | Bild: picture-alliance/dpa

Ein Sprecher des Münchner Konzerns erklärte, dass das Programm für zwei SUV-Modelle entwickelt wurde. Irrtümlich wurde es aber auch auf 5er und 7er BMW aufgespielt. Im Jahr 2012 lief die entsprechende Modellproduktion an. Damals waren die jetzt betroffenen Fahrzeuge noch mit der korrekten Software ausgerüstet, so BMW. Erst bei einem späteren Software-Update hätten die Dieselfahrzeuge die falsche Software bekommen.

Bei den Autos geht es um BMW-Diesel-Modelle der 5er und 7er Reihe aus den Jahren 2012 bis 2017, namentlich um die vier folgenden Modelle:

"BMW M550d xDrive Limousine (Produktion 03/2012-10/2016)
BMW M550d xDrive Touring (Produktion 03/2012-02/2017)
BMW 750d xDrive (Produktion 07/2012-06/2015)
BMW 750Ld xDrive (Produktion 07/2012-06/2015)"

BMW-Mitteilung

BMW will weltweit 11.700 Fahrzeuge zurückrufen

Deshalb will der Konzern nun - wenn die Behörden zustimmen - weltweit 11.700 Fahrzeuge zurückrufen und die Software korrigieren. Bei den Autos geht es um BMW-Diesel-Modelle der 5er und 7er Reihe aus den Jahren 2012 bis 2017. BMW will den Fehler selbst bei internen Tests festgestellt haben. Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" hatte berichtet, es gebe nun Zweifel am Saubermann-Image des Autobauers und daran, ob BMW nicht doch seine Fahrzeuge manipuliert habe.

Erst in der vergangenen Woche hatte das Kraftfahrt-Bundesamt BMW von dem Vorwurf entlastet, in einen neuen 3er-Diesel eine illegale Abschalteinrichtung zur Abgasreinigung eingebaut zu haben. Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich erklärte, bei BMW würden Fahrzeuge nicht manipuliert. Das gelte grundsätzlich.

Grüne: "Saubermann-Image verspielt"

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer warf dem Autobauer am Freitag hingegen vor, sein "Saubermann-Image" wohl verspielt zu haben. Die Konzerne müssten "endlich Transparenz über ihre Abgassoftware herstellen". Ansonsten werde der Abgasskandal der Branche einen dauerhaft irreparabelen Imageschaden zufügen.


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Renault, Sonntag, 25.Februar, 00:45 Uhr

13. Was machen die ausländischen Herrsteller

Was ist mit Renault, Fiat, Peugeot, etc...? Scheinen wohl sauberen Luft auszustoßen.
Warum wird nur die deutsche Autoindustrie zerrissen? Was ist mit den schmutzigen Schiffen, Diesellocks, Kohlekraftwerke, etc.
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spunny, Samstag, 24.Februar, 14:39 Uhr

12. wieso die Konzerne? überaschend für die Grünen

Ich bin schon überrascht, dass die einstige rebellische grüne Umweltpartei ledeglich mit der Forderung nach mehr Transparenz begnügt. Diese Wischi-Waschi-Sprache der Politik kennen wir dich schon zur Genüge bei allen Politikfeldern, wo die Lobbys mehr Macht haben als der Bürger.
Erstens: Allen voran ist es die Gesetzgebung und deren Auslegungen in den Kontrollbehörden (Kraftfahrzeugbundesamt), die mit völlig absurden Messbedingungen die Autobauer das Einhalten der Schadstoffgrenzwerten mit fragwürdigen Methoden erst ermöglicht. Und dann müssen die Behörden die Einhaltung auch kontollieren. Nochmal erwähnt, der ganze Skandal kam erst durch Institute der USA ans Tageslicht. Abgassoftware wird überwiegend deswegen eingesetzt, da technisch-physikalische Reinigungssysteme entweder nicht ausreichen oder den Konzernen zu teuer sind. Aber das ist einzig und allein deren Problem und nicht das des Bürgers, der sich auf die gesetzlichen Vorschriften verlassen können muss.

Schweijck , Samstag, 24.Februar, 11:46 Uhr

11.

BMW hat Dreck am Stecken.

  • Antwort von KON, Samstag, 24.Februar, 12:37 Uhr

    Ist nicht der bayerische Staat mit 10% des Aktienkapitals an BMW beteiligt?

  • Antwort von focus, Sonntag, 25.Februar, 08:45 Uhr

    @KON
    und was ändert das?

Hans Frieder Leistner, Samstag, 24.Februar, 11:40 Uhr

10. Dieselmotoren

Wie kommt es eigentlich, daß nur die deutsche Autoindustrie am Pranger steht? Sind die ausländischen Fahrzeuge alle frei von giftigen Abgasen? Oder sind die Bürger anderer Länder widerstandsfähiger gegen die Abgase als wir Deutschen?

  • Antwort von spunny, Samstag, 24.Februar, 13:43 Uhr

    Erstens: tut sie nicht, aber sind nunmal deutsche Behörden für die Unternehmen hier zuständig, auch in Frankreich wird beispielsweise der PSA-Konzern untersucht. Zudem geht es hier nicht um am Pranger stehen, sondern schlichtweg um den Straftatbestands des Betrugs §263 StGB.
    Zweitens: frei von Abgasen ist Unsinn, auch sie produzieren beim Ausatmen Abgase, es geht um Schadstoffe in Abgasen und deren gesetzlich einzuhaltenden Grenzwerte.

Handwerker, Samstag, 24.Februar, 10:58 Uhr

9. .. eine ungeeignete Abgas- Softwrae aufgespielt zu haben.

Ich frage mich, in was für einem Land, außer Deutschland könnte man noch so einen Blödsinn aussprechen? Ich denke da wird es eng.

  • Antwort von Danke FDP, Samstag, 24.Februar, 11:57 Uhr

    Was soll da eng werden?

    Es wurde eben ein "Fehler" oder was auch immer gemacht.
    Was hat das mit Deutschland zu tun, glauben Sie ernsthaft hier werden mehr Fehler als anderswo gemacht? Sicher nicht, und im übrigen dürfen Sie sich gerne eine anderes Fabrikat kaufen, am besten einen Franzosen oder Japaner die sind bestimmt viiiiiiiiiiiiiiiieeeeel sauberer. Wers glaubt wird seelig....

  • Antwort von Handwerker, Samstag, 24.Februar, 14:48 Uhr

    An Danke FDP,

    zum einen wenn Sie meinen Kommentar Beitrag nicht verstanden haben, dann brauchen Sie auch nicht zu antworten. Zum anderen behaupten ausländische Automobilhersteller auch nicht das 2,5 t. Fahrzeuge kaum oder nur geringfügig Schadstoffe ausstoßen.