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Konkurrenz durch große Supermärkte Bio-Lebensmittel: Fachhändler unter Druck

Immer mehr Verbraucher greifen zu Bio-Lebensmitteln. Im vergangenen Jahr kauften sie ökologische Produkte im Wert von rund 10 Milliarden Euro. Tendenz kräftig steigend. Längst haben die großen Supermarktketten und Discounter den Bio-Markt für sich entdeckt.

Von: Rigobert Kaiser

Stand: 23.07.2018

Bio-Lebensmittel-Laden | Bild: picture-alliance/dpa/Frank Leonhardt

Aldi ist nach Angaben der Nürnberger GfK Marktführer bei Bio-Lebensmitteln und hat bereits 14 Prozent des boomenden Marktes erobert. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Rewe hat eine eigene Bio-Marke und bietet 500 verschiedene Produkte an, bei der Drogeriemarktkette dm sind es 400. Alle wollen ihr Angebot in den nächsten Jahren kräftig ausbauen. Die Kunden greifen gerne zu, denn bei den Ketten sind Biowaren im Allgemeinen günstiger als im Fachhandel. Beim Einkaufen können sie zudem zwischen Bio und konventionellen Lebensmitteln auswählen.

Sorge um Überleben des Fachhandels

"Die Lage für den Biofachhandel ist herausfordernd, doch unsere 2.500 Händler haben eine treue Kundschaft", sagt Elke Röder, Geschäftsführerin Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN). Noch profitiert der Biofachhandel davon, dass der Gesamtumsatz im vergangenen Jahr auf über 10 Milliarden geklettert ist - Tendenz weiter steigend. Der Biofachhandel erzielte im ersten Halbjahr 2018 ein Umsatzplus von über sechs Prozent und wird dieses Jahr die Marke von drei Milliarden Euro deutlich hinter sich lassen.

Auf Dauer dürfte aber die Kluft zwischen Discountern, Supermärkten, Drogerieketten immer größer werden. Unter den 2.500 Fachhändlern finden sich größere Ketten, aber auch viele kleinere "Tante Emma"-Läden. Experten wie Joachim Riedl von der Hochschule Hof fürchten, dass die kleinen Händler auf Dauer nicht dem Konkurrenzdruck der großen Ketten gewachsen sind.

Elke Röder vom BNN gibt sich im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk optimistisch: "Bei uns gibt es nicht nur qualitativ bessere Bio-Lebensmittel, sondern auch eine angenehmere Einkaufsatmosphäre. Die meisten Produkte kommen aus der Region." Und weiter: "Wer einmal bei uns einkauft, merkt schnell, dass es nicht nur Biolebensmittel gibt, sondern - wie im Supermarkt auch - alle Produkte des täglichen Bedarfs."


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