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Initiative der Staatsregierung BayernHeim: Zehntausend neue Wohnungen mit günstigen Mieten

Markus Söder und Ilse Aigner bringen heute die staatliche Wohnungsbaugesellschaft BayernHeim auf den Weg. In den nächsten Jahren sollen so zehntausend erschwingliche Mietwohnungen entstehen - vor allem für untere und mittlere Einkommensbezieher.

Von: Nikolaus Neumaier und Lorenz Storch

Stand: 18.07.2018

Neubaugebiet in München | Bild: picture-alliance/dpa

Die bayerische Staatsregierung startet heute ein neues Projekt mit dem Namen BayernHeim. Die Wohnungsbaugesellschaft soll den Mietmarkt entlasten und zehntausend neue Wohnungen bauen. Die Mietwohungen sind vor allem für Menschen mit unteren und mittleren Eikommen gedacht.

BayernHeim: Wohnungen für eine halbe Milliarde Euro

Für die BayernHeim nimmt der Ministerpräsident viel Geld in die Hand. Eine halbe Milliarde Euro soll den lange vernachlässigten staatlichen Wohnungsbau wiederbeleben. Bis 2025 sind 10.000 erschwingliche Mietwohnungen geplant.

Fraglich ist allerdings, ob das bereitgestellte Geld reicht. Die Professorin für Städtebau und Raumplanung von der TU München, Sophie Wolfrum, hält das im Bayern2-Interview für unrealistisch: "Wenn die Bayernheim damit in sieben Jahren 10.000 Wohnungen schaffen soll, dann hat sie pro Wohnung 50.000 Euro. Damit kann man keine 10.000 Wohnungen schaffen. Man muss diese 500 Millionen Euro, auch wenn es sich nach viel Geld anhört, als eine Anschubfinanzierung sehen."

Söder hatte Wohnungsbau zur Priorität gemacht

In seiner Regierungserklärung hatte Markus Söder das Bauen zu einer der wichtigsten Aufgaben erklärt, weil der Wohnungsbedarf auch oberster Staatsbedarf sei. Bauministerin Ilse Aigner hatte bei der Kabinettssitzung zur Gründung der staatlichen Wohnungsbaugesellschaft Bauen als die beste Medizin gegen steigende Mieten und Immobilienpreise bezeichnet.

BayernHeim soll Bauland organisieren

Aufgabe der BayernHeim ist es den Grundstücksbestand des Freistaats auf die Eignung für den Wohnungsbau zu überprüfen, aber auch Bauland zu erwerben. Ein erstes Großprojekt soll auf dem sogenannten McGraw-Gelände in München realisiert werden. Hier sind laut Bauministerium etwa 1.000 Wohnungen für Erzieher, Pfleger oder Polizisten geplant, damit diese sich das Leben in der Landeshauptstadt besser leisten können.

Landtagsopposition wirft Söder Ablenkungsmanöver in Sachen GBW vor

Die Opposition in Bayern fordert schon lange mehr Engagement im Bau preiswerter Wohnungen. Nach dem umstrittenen Verkauf der staatlichen Wohnungsbaugesellschaft GBW im Jahr 2013 an ein privates Augsburger Immobilien-Unternehmen, sieht die Opposition in der Wohnungsbauinitiative des Ministerpräsidenten aber auch ein Manöver, um von der Aufarbeitung des umstrittenen Verkaufs der GBW-Wohnungen abzulenken.

Ministerpräsident Söder ist deswegen auch am Freitag vor dem GBW-Untersuchungsausschuss des Landtags geladen.


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Marc, Mittwoch, 18.Juli, 11:32 Uhr

18. GBW-Wohnungen

Hätte Söder damals nicht 33.000 Wohungen der GBW für 800 Mio verschleudert, müsste man jetzt nicht zig Milliarden bauen.

Unfassbar dass dieser Herr Ministerpräsident ist. Ich hoffe im Herbst gibt's die Quittung.

Nürnberger, Mittwoch, 18.Juli, 10:59 Uhr

17. ein Tropfen auf den heißen Stein

10.000 neue Wohnungen sind auch nur ein tropfen auf den heißen Stein. Gebraucht werden viel mehr Wohnungen, die aber kann man nicht bauen, denn das würde eine erneute Bodenversiegelung bedeuten. Diejenigen, die politisch mehr Wohnungen fordern, verhindern gleichzeitig den Bau der Wohnungen mit der entsprechenden Infrastruktur.
Wer bekommt eine der Wohnungen? Die Formulierung untere und mittlere Einkommensschichten ist nichtssagend und die Praxis verschweigt man lieber.
Wenn die städtische WBG in Nürnberg mit diesem Geld Wohnungen errichtet, hat man die Garantie, dass man als Mann mit Niedrigsteinkommen oder auch in einer prekären Wohnsituation definitv keine bekommt. Da werden andere Prioritäten gesetzt.

Jörg F., Mittwoch, 18.Juli, 10:53 Uhr

16. Was soll das?

Erst wird die GBW an Heuschrecken verkauft. Sehr zu Ungunsten der Mieter und jetzt vor der Wahl wird angekündigt dass eine andere Wohnbaugesellschaft gegründet wird.
Wird die wieder nach der Wahl verkauft?
Für wie blöd halten sie uns, Herr Söder? Was soll das?

Politi, Mittwoch, 18.Juli, 10:39 Uhr

15. Seehofer wußte, daß der Verkauf an Bayern möglich war!

Das heißt, daß die CSU gezielt die Bürger belogen hat! Seehofer hat von der EU bestätigt bekommen, daß bei einem Kauf der Wohnungen durch Bayern gezielt auf die Bedingungen geschaut worden wäre!

Also haben Seehofer, Söder und deren Partei bewußt die Unwahrheit gesagt. Dass die Partei nicht redlich ist, sieht man auch daran, daß die Presserklärung von der csu über die GBW Anhörung 4 Stunden vor Ende der Anhörung verschickt wurde!

Man kann schon so regieren, daß man die Wähler betrügt - siehe CSU.
Aber um gut zu regieren braucht es mehr als einen fränggischen Schauspieler, der weiß wie man FJS schreibt!

Hans Frieder Leistner, Mittwoch, 18.Juli, 10:15 Uhr

14. Kommentare

Warum sieht man in unserem Lande immer nur das Negative? Wird nichts getan erfolgt Kritik zu recht. Wird was getan gibt es auch nur Kritik keinen Ansporn. Was soll denn das Gerede Arbeitsplätze an Orten schaffen wo es leere Wohnungen gibt. Ist schon richtig. Aber haben nicht gerade die Grünen gerichtlich eine Volksentscheid gefordert, der Industrieansiedlung ausbremst? Frau Kohnen schreit nach mehr bezahlbaren Wohnungen. Nimmt sich die Landesregierung das Thema an und will es umsetzen ist auch wieder alles nur Wahlkampf. Opposition heißt nicht nur ablehnen, was die andere Partei will, sondern auch gesellschaftliche Probleme gemeinsam anpacken und lösen. Die Parteistrategen sollten sich mal Gedanken machen, daß man mit diesen Methoden die Wähler der AfD in die Arme treibt.