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Auszeichnung für Flüchtlingsrettung Bayern-SPD überreicht "Lifeline"-Kapitän Reisch Europa-Preis

Er hat 450 Menschen vor dem Ertrinken gerettet: Claus-Peter Reisch aus Landsberg am Lech. Ab Montag muss der Kapitän des Rettungsschiffs "Lifeline" in Malta vor Gericht. Am Freitag war er noch im Bayerischen Landtag - und nahm den Europa-Preis der Bayern-SPD entgegen.

Von: Christina Schmitt

Stand: 27.07.2018

02.07.2018, Malta, Valletta: Claus-Peter Reisch, der deutsche Kapitän des Rettungsschiffes «Lifeline»,verlässt das Gericht nach einer ersten Anhörung. (zu dpa "«Lifeline»-Kapitän Reisch gegen Kaution auf freiem Fuß" vom 02.07.2018) | Bild: dpa-Bildfunk/Roger Azzopardi

Journalisten standen am Freitag Schlange bei Claus-Peter Reisch: Er stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung im Bayerischen Landtag. Der Kapitän des Rettungsschiffs "Lifeline" bekam den neu geschaffenen Europa-Preis der Bayern-SPD. Spitzenkandidatin Natascha Kohnen begründete die Ehrung damit, Reisch habe sich besonders um die europäischen Werte verdient gemacht. Dafür wolle man Danke sagen.

"Es gibt kaum einen Menschen in Europa, der mehr die Werte, also die Nächstenliebe Europas in sich trägt, als Herr Reisch. Und vor allem macht er etwas mit seiner Seenotrettung, worfür eigentlich die Staaten Europas zuständig wären. Aber die Staaten Europas schaffen es nicht, sie versagen."

Natascha Kohnen, Landesvorsitzende Bayern-SPD

Der Preis kommt für Claus-Peter Reisch zu einem besonderen Zeitpunkt: Denn der Kapitän des Rettungsschiffes muss sich ab Montag in Malta vor Gericht verantworten. Er gibt sich kämpferisch.

"Also wissen Sie, ich geh da ganz entspannt hin. Wir haben 450 Menschen das Leben gerettet. Dafür kann ich ganz erhobenen Hauptes bei Gericht erscheinen."

Claus-Peter Reisch

Bei einer Verurteilung in Malta droht ihm im schlimmsten Fall ein Jahr Haft und eine Geldstrafe von 12.000 Euro.


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