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Studie der Uni Augsburg Bayern produziert zu viel Elektroschrott

Weltweit wächst der Berg an Elektroschrott - und laut einer Studie der Uni Augsburg produziert Bayern jährlich 33.000 Tonnen E-Müll zuviel. Dabei könnten tausende Tonnen Elektroschrott weiterverwendet werden.

Von: Vera Cornette

Stand: 30.12.2017

Elektroschrott | Bild: picture-alliance/dpa/ Julian Stratenschulte

Die Lebensdauer eines Smartphones in Deutschland – 19 Monate, laut einer Studie der Vereinten Nationen. Vielen Elektrogeräten geht's wie den Handys: kurze Lebensdauer, schnell entsorgt.

30 Prozent weniger Elektroschrott möglich

Und so ist der Elektroschrott-Berg riesig: 100.000 Tonnen kommen jährlich allein in Bayern zusammen. 30 Prozent davon ließen sich vermeiden, meinen Forscher der Uni Augsburg, wenn die Geräte recycelt würden.

Aber in Großstädten gehen die Geräte beim Einwurf in die Sammelcontainer oft kaputt, auf dem Land sind die Lagerungsbedingungen schlecht, Nässe ein Problem.

So die ersten Ergebnisse der Studie zur "Potentialabschätzung ausgewählter Abfallströme für die Vorbereitung der Wiederverwendung" des Resource Lab der Universität Augsburg, die vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz mit 200.000 Euro gefördert wird.

Münchner Vorbild für Europa

Elektromüll einfach wegwerfen? Die Münchner Abfallwirtschaft lässt es erst gar nicht soweit kommen und kämpft gegen die kurzen Nutzungs-Zyklen von Elektrogeräten: Mit der Halle 2 hat sie ihren eigenen Markt für gebrauchte Handys, Staubsauger & Co geschaffen. Ein Vorbild – nicht nur für Bayern, hoffen die Entsorger:

"Es ist ja im Gespräch, eine Öko-Designrichtlinie zu machen, dass man in Zukunft auch längere Garantien gibt, dass man versucht, das Zeug wiederverwertbar oder auch reparierbar zu machen, das soll jetzt kommen mit der neuen Abfallrahmenrichtlinie. Das wäre für mich der erste Schritt, europaweit einen klassischen Markt zu schaffen für gebrauchte Elektrogeräte oder auch recycelbares Material."

Günther Langer, Abfallwirtschaft München

Doch bis jetzt wird ein Großteil des Elektroschrotts nicht recycelt. Viel wird in Entwicklungsländern verbrannt, wo der Müll Menschen und Umwelt vergiftet.


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Nadine, Sonntag, 31.Dezember, 15:50 Uhr

14. gebrauchte Handys?

Nun, ein gebrauchtes Handy würde ich nicht kaufen, da man sich dort nicht sicher sein kann, was denn der Benutzer zuvor mit dem Gerät machte. Im schlimmsten Fall steht dann mal die Polizei vor der Türe, weil jemand damit Unfug machte. Ne, das wäre mir zu gefährlich. Woanders z.B. eine Lampe oder einen Föhn könnte ich mir da schon eher vorstellen. Prinzipiell würde ich die Teile halt so lange benutzen, wie sie funktionieren und schauen, falls sie kaputt sind, ob man sie repaieren kann. Erst wenn gar nichts mehr geht, würde ich dann solch ein Gerät wegwerfen bzw. an die entsprechende Sammelstelle bringen. Mein erstes Handy habe ich von 1999 und es funktioniert immer noch gut.

steamtrain, Sonntag, 31.Dezember, 13:17 Uhr

13. Recycling

Es war zu Zeiten von MP Streibl als ich eine recursenschonende Idee hatte und diese dem Bayrischen Umweltministerium vortrug. Zu jener Zeit sollte es für innovative Arbeiten ein Darlehen geben. Klar, mein Vorschlag wurde rundweg als nicht machbar und unwirtschaftlich abgeschmettert. Nur wenige Monate später, die Antragstellungsfrist war abgelaufen, hat der MP seinen Kumpel im TV mit eben genau dieser, wie er auch noch betonte, bahnbrechenden Idee vorgestellt und ausgezeichnet. Meine Absicht war es, nicht nur elektrische und elektronische Geräte, sondern auch andere Dinge aus dem Haushalt zu sammeln, dieses von Langzeitarbeitslosen und bereits in Rente befindlichen Handwerkern reparieren zu lassen (aus 2 mach 1 funktionierendes Gerät) und diese dann wieder in einer Art Sozialkaufhaus zu verkaufen. Nun mache ich das Privat und für meine Freunde und Bekannte und habe so etliche "unbrauchbare" Dinge vor dem Müll bewahrt. Immerhin ein winziger Tropfen auf einen glühenden Fels.

g k, Sonntag, 31.Dezember, 08:36 Uhr

12. alle zusammen

Die Menschen haben nur 30 - 40 % der Schuld, sondern hauptsächlich die Industrie schafft Elektroschrott. Denn die Teile werden ja nachweislich so gebaut, daß sie nur eine begrenzte Lebenshaltung haben, statt auf Langlebigkeit gebaut zu sein. Warum? der Umsatz muß stimmen, den Menschen wird vorsuggeriert, sie brauchen jedes Jahr mindestens zweimal ein neues Teil mit Funktionen die so gut wie nicht gebraucht werden.

Würden alle Teile die die Menschen benötigen, wieder so gebaut wie früher, auf reine Langlebigkeit, erweiterbar und modernisierbar, dann würde auch nicht so viel Sch... produziert. Das allerdings kostet auch dann mehr, was natürlich zu bezahlen ist. Und die Menschen müßten Ihren Moderniesierungswahn etwas einschränken. Keiner braucht immer das neueste Teil. Das ist nur Ego. Und das bringt die Natur um. Und wenn die hin ist.... braucht keiner mehr sich zu wundern.

  • Antwort von Hallo, Sonntag, 31.Dezember, 08:58 Uhr

    Zitat: "Und wenn die hin ist.... braucht keiner mehr sich zu wundern."

    Das Problem ist: Die Natur ist nicht von heute auf morgen "hin". Das ist ein schleichender Prozess.
    Wir haben uns an den Dreck in der Luft gewöhnt, an die Radioaktivität, an die psychischen Probeme, an die Krebs-Toten.
    Langsam, schleichend. Es ist jedes Jahr immer nur ein bisschen schlimmer als letztes Jahr.

Hallo, Sonntag, 31.Dezember, 00:58 Uhr

11. Angenehm

Es ist angenehm für uns, dass wir die Ressourcen anderer Länder verbrauchen und dafür unseren Schrott dorthin liefern.
Eine faire Vorgehensweise würde unserer Wirtschaft schaden und unser Leben im allgemeinen unangenehmer machen.

Wir sind so wie wir sind, weil es uns gefällt.
Recycling? Geräte länger nutzen? Auf unnötigen Klimbim verzichten? Unangenehm! Wollen wir nicht. Also 90% von uns. Die anderen machen eh schon "zero waste" und üben Verzicht und so unangenehmes Zeug...
Aber die Lösungen sind schon lange da. Der Wille fehlt...

Umweltschützer Gerhard, Samstag, 30.Dezember, 23:45 Uhr

10. In Frankreich ist geplante Obsoleszenz seit 2015 strafbar.

Wenn bei uns eine Waschmaschine im Testbetrieb nicht kaputtgeht, dann muß sie zurück in die Entwicklung, wo dann einige Metallteile mit Plastikteilen ersetzt werden. In Fernsehern und PC-Minitoren werden billigere Niedrigtemperatur-Elkos in der Nähe von heißen Kühlkörpern eingebaut. eingebaut. Es gibt keine Autos mit vollverzinkter Karosserie. Bei uns dürfen technische Geräte nicht zu lange halten, deswegen bekommen sie Sollbruchstellen. So wird die Konjunktur angekurbelt. So entsteht mehr Abfall. So erzielt der Fiskus höhere Steureinnahmem. Es gibt sogar Internetseiten über geplante Obsoleszenz.