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Baufinanzierung Wie entwickeln sich die Baukredit-Zinsen?

An den Kapitalmärkten hat der Zinsanstieg der letzten Wochen zu den ersten größeren Kursverlusten bei den Aktien geführt. Die Angst geht um vor einer Inflation in den USA und vor einem schnelleren Anstieg der Marktzinsen auch in Europa.

Von: Felix Lincke

Stand: 09.02.2018

Ein Einfamilienhaus im Bau | Bild: picture-alliance/dpa

Betroffen sind davon auch Eigenheimer und Häuslebauer. Ihre Baufinanzierung hat sich in den letzten Tagen bereits verteuert. Der Zinstrend zeigt inzwischen eindeutig nach oben. Vorgegeben wird die Richtung in Deutschland vor allem von den Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Deren Renditen sind seit Dezember fast um einen halben Punkt gestiegen und liegen jetzt bei 0,7 Prozent.

Höhere Kreditzinsen möglich

Eine Immobilienfinanzierung mit ebenfalls zehn Jahren Laufzeit kostet im Schnitt gut ein Prozent mehr als die Rendite der Bundesanleihen. Die Finanzberatung Max Herbst FMH in Frankfurt hält in den nächsten vier bis sechs Woche deutlich höhere Kreditzinsen für möglich. Die Banken würden den Zinsanstieg nutzen um ihre lange Zeit sehr niedrigen Gewinnspannen bei den Krediten zu erhöhen.

Eine Möglichkeit: Forward-Darlehen

Wer seinen Immobilienkredit gegen einen allzu starken Anstieg absichern will, kann mit geringen zusätzlichen Aufschlägen auf das aktuelle Zinsniveau ein Forward-Darlehen abschließen. Für einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren ist das im Voraus möglich. Dafür muss die Finanzierung schon stehen mit allen Einzelheiten. Experten erwarten aber, dass die Kreditzinsen insgesamt nur mäßig anziehen, so lange die Europäische Zentralbank den Leitzins nicht anhebt. Damit ist frühestens Anfang nächsten Jahres zu rechnen.


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