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NABU verleiht "Dinosaurier" 2017 Bauernpräsident Rukwied ist Umweltsünder des Jahres

Deutschlands Bauernpräsident Joachim Rukwied erhält den "Dinosaurier des Jahres" 2017. Damit zeichnet die Naturschutzorganisation NABU den Umweltsünder des Jahres aus. NABU kritisiert, dass der Bauernverband umweltfreundliche Reformen hartnäckig blockiere.

Von: Katrin Schirner

Stand: 28.12.2017

Joachim Rukwied | Bild: picture-alliance/dpa

Glyphosat wird als Beispiel für diese Haltung angeführt. Obwohl viele Bürger die Verwendung des Unkraut-Vernichters kritisch sehen, hatte sich der Bauernverband massiv für die weitere Verwendung auf den Feldern eingesetzt. Überhaupt verweigere sich der Verband den Argumenten der Naturschützer.

"Joachim Rukwied hält unbeirrt an seiner Linie fest, das System der Agrarpolitik mit milliardenschweren Blankoschecks vom Steuerzahler ohne Wenn und Aber zu verteidigen."

Olaf Tschimpke, NABU-Präsident

Agrar-Subventionen verteidigen – auch zum Schaden der Umwelt?

Bauern erhalten einen wesentlichen Teil  ihres Einkommens aus EU-Subventionen. Doch statt diese Hilfen bevorzugt den Bauern zu gewähren, die sich konsequent für eine "grünere" Landwirtschaft einsetzen, fließt viel Geld in die Massenproduktion. Bauernpräsident Rukwied, der auch Vorsitzender des Europäischen Agrarverbandes ist, will dieses System im Wesentlichen erhalten. Ein besonderes Problem ist die Tierhaltung. Immer mehr Gülle muss entsorgt werden. Die Folge: Das Grundwasser ist mit zu viel Nitrat belastet.

Insekten und Vögel sterben aus

Die Kritik der Naturschützer an den Lobbyisten der Bauern hat Tradition. Auch Rukwieds Vorgänger Gerhard Sonnleitner hatte vor 16 Jahren einen "Dinosaurier" bekommen. Geändert hat sich seitdem nichts, meint der NABU - im Gegenteil.

"Der Zustand von Wiesen und Weiden hat sich dramatisch verschlechtert, die Bestände von Feldvögeln wie Kiebitz und Feldlerche befinden sich ungebremst im freien Fall."

Olaf Tschimpke, NABU-Präsident

Das Sterben der Insekten und Vögel sei keine Panikmache der Naturschützer, so der NABU. Die Bauern müssten jetzt umdenken und sich für den Artenschutz einsetzen – auch im eigenen Interesse.

 

 


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