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Nach tödlichem Unfall Audi und BMW halten am autonomen Fahren fest

Der tödliche Unfall mit einem selbstfahrenden Auto der Firma Uber in Tempe im US-Bundesstaat Arizona hat die Sicherheitsdebatte neu entfacht. BMW und Audi glauben trotzdem weiter an die neue Technik des autonomen Fahrens.

Von: Gabriel Wirth

Stand: 20.03.2018

Symbolbild Automes Fahren | Bild: picture-alliance/dpa

Der tödliche Unfall mit einem autonom fahrenden Auto in der Stadt Tempe, sorgt auch hierzulande dafür, die Technik zu hinterfragen. Ein autonom fahrender Testwagen des Fahrdienst-Vermittlers Uber erfasste eine Fußgängerin, die die Straße überquerte. Die 49-Jährige starb im Krankenhaus. Der Roboterwagen habe keine Anstalten gemacht abzubremsen, teilte die Polizei in der Stadt Tempe mit. Offensichtlich fuhr der Wagen sogar schneller als erlaubt. Allerdings ist die Frau den Angaben nach direkt aus dem Schatten heraus auf die Fahrbahn getreten.

"Es ist klar, dass dieser Zusammenstoß in jedem Modus, ob autonom oder manuell, schwer zu verhindern gewesen wäre."

Tempe-Polizeichefin Sylvia Moir

Uber hat nach dem Unfall angekündigt, die Tests vorläufig zu stoppen.

BMW: vollständiges autonomes Fahren derzeit nicht möglich

BMW und Audi halten auch nach dem tödlichen Unfall mit einem autonom fahrenden Auto von Uber an ihren Tests fest. Ein Firmensprecher von BMW stellte aber auch klar: vollständig autonomes Fahren sei zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht möglich, auch wenn das gelegentlich von dem einen oder anderen suggeriert werde. Die Technik lasse es zum jetzigen Zeitpunkt einfach noch nicht zu. Deshalb sitzen bei BMW und Audi beim hoch- und vollautomatisierten Fahren auch nach wie vor Testingenieure hinter dem Steuer, um jederzeit eingreifen zu können.

"Diese ausgebildeten Testingenieure haben zu jedem Zeitpunkt die volle Verantwortung zur sicheren Führung des Fahrzeuges."

BMW-Statement

Seit Jahren testen die Hersteller auf der Autobahn A9 zwischen München und Nürnberg auf dem sogenannten digitalem Testfeld das autonome Fahren bei Geschwindigkeiten bis 130 kmh.

Den tödlichen Unfall in den USA mit einem selbstfahrenden Auto von Uber wollen weder Audi noch BMW direkt kommentieren. Die beiden Hersteller glauben aber nach wie vor an die neue Technik, bei der der Autofahrer das Lenken dem Computer überlässt.

"Mit der richtigen Technologie machen Fahrerassistenz-Systeme und automatisiertes Fahren den Verkehr auf den Straßen sicherer für alle."

BMW-Statement

Bei Audi verwies man auf Äußerungen des Konzernchefs Matthias Müller bei der heutigen Porsche Bilanzpressekonferenz der Porsche SE

"Ich rate dringend dazu, die Untersuchungsergebnisse abzuwarten."

VW-Konzernchef Matthias Müller

Seinen Worten nach wird sich der Konzern schrittweise sowie mit Sorgfalt und Bedacht an Level 5 herantasten unter Berücksichtigung aller möglichen Risiken, wie Müller versprach. Level 5 bedeutet das vollautomatisierte Fahren, ohne das ein Fahrer dabei sein muss.

Die Befürworter der neuen Technik argumentieren, dass die meisten tödlichen Unfälle durch menschliches Versagen verursacht werden. Roboterwagen könnten das verhindern, heißt es. Doch es muss natürlich klar sein, die Technik einwandfrei funktioniert. Nur dann lassen sich auch die vielen Bedenken aus dem Weg räumen.

Bedenken sind einer Studie nach zuletzt gesunken

Wie die aktuelle Deloitte Studie "Global Automotive Consumer Study" zeigt, ist die Skepsis gegenüber dem autonomen Fahren in Deutschland zuletzt stark gesunken. Aktuell äußerten 45 Prozent der Befragten Bedenken, im Vorjahreszeitraum waren es noch 72 Prozent. Solche Unfälle wie in der Stadt Tempe tragen natürlich nicht dazu bei, die Bedenken aus dem Weg zu räumen.


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