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Aufsichtsratssitzung Audi-Aufsichtsrat beurlaubt Stadler

Der Audi-Aufsichtsrat hat Audi-Chef Rupert Stadler beurlaubt. Als Interimsnachfolger wurde Audi-Vertriebschef Bram Schot bestellt, so das Ergebnis der heutigen außerordentlichen Audi-Aufsichtsratsitzung. Das haben Insider dem Bayerischen Rundfunk gegenüber erklärt.

Von: Susanne Pfaller

Stand: 19.06.2018

Rupert Stadler | Bild: picture-alliance/dpa

Der Aufsichtsrat von Audi hat Vorstandschef Rupert Stadler beurlaubt. Als Interimsnachfolger übernimmt Vertriebschef Bram Schot. Das erfuhr der BR aus der Aufsichtsratsitzung des Ingolstädter Automobilkonzerns.

Stadler sitzt seit dem gestrigen Montag wegen Verdunklungsgefahr in Untersuchungshaft und kann seine Aufgaben vorerst nicht mehr erfüllen. Die Staatsanwaltschaft München wirft ihm im Zusammenhang mit dem Dieselskandal Betrug und geplante Beeinflussung von Zeugen oder Mitbeschuldigten vor.

Dauer der U-Haft noch offen

Direkt im Anschluss an die Aufsichtsratsitzung bei Audi soll der Aufsichtsrat des VW-Konzerns die Entscheidung besiegeln. Da Stadler als Audi-Vorstandschef auch dem VW-Konzernvorstand angehört, sind in dieser Personalie beide Aufsichtsräte gefragt. In der heutigen Telefonkonferenz wurden die Audi-Aufsichtsräte "umfassend über den Stand der Ermittlungen gegen Stadler informiert". Auch nach dieser neuen Faktenlage ist für das Gremium "weiterhin völlig offen", wie lange Stadler in Untersuchungshaft bleiben wird, so Insider.

Wie aus Unternehmenskreisen bekannt wurde, sprach das Gremium in seiner heutigen Sitzung nicht über langfristige Nachfolge für Stadler. Namen für seine dauerhafte Ablösung wurden bei der Telefonkonferenz nicht gehandelt. "Das Thema beschäftigt den Aufsichtsrat nun in den kommenden Wochen" hieß es weiter.

Stadler wartet in U-Haft auf Vernehmung

Audi-Chef Rupert Stadler wartet indes im Untersuchungsgefängnis in Augsburg auf seine erste Vernehmung. Die Münchner Staatsanwaltschaft beabsichtige, ihn noch diese Woche zu vernehmen, sagte eine Sprecherin. Stadler habe bereits mitgeteilt, dass er sich nach Beratungen mit seinem Verteidiger zur Sache äußern werde.


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Tobias Plessing, Dienstag, 19.Juni, 23:35 Uhr

3. Sie müssen jetzt alles sagen

Lieber Herr Stadler,

gerne möchte ich Ihnen empfehlen alles aber auch alles unserer Justiz zu sagen was Sie zu dem Thema Abgasskandal bei Audi wissen.
In einer solchen Situation gibt es nur eins! Klar und offen auch wenn Sie einen Feheler gemacht hätten. Alle Abwägungen "Ihr" Unternehmen zu schützen wird Ihnen selbst nicht helfen und Ihnen auch nicht gedankt!

Deneken Sie daran, es gibt auch ein Leben nach Audi!

Ich höre, ich horche!

Ihr

Tobias Plessing

Johann, Dienstag, 19.Juni, 13:50 Uhr

2. Respekt, Herr Staatsanwalt

Ich hätte nie und nimmer gedacht, dass man an diese "Größen" rangeht.
Weiter so, Herr Staatsanwalt, es gibt noch viel zu tun um den Abgassumpf trockenzulegen.
Evtl. müssten sich dann auch einige Lobby-Politiker zu Herrn Stadler gesellen.

Nachdenker, Dienstag, 19.Juni, 13:00 Uhr

1. Stadler

Erste Vernehmung? Wird Herr Dobrindt auch geladen und vernommen? Man sollte keine halbe Sachen machen. In einem Rechtsstaat und in einer Demokratie sollte man nicht wegschauen.