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Volksbegehren "Betonflut eindämmen" Auch Wohngebiete fressen Fläche

Fast 50.000 Unterschriften hat das Bündnis gegen Flächenfraß für das Volksbegehren "Betonflut eindämmen" Anfang März beim bayerischen Innenministerium abgegeben. In der Kritik stehen vor allem ausufernde Gewerbegebiete und Lagerhallen. Weniger im Fokus steht der Flächenverbrauch durch Wohngebiete – zu Unrecht, wie eine Auswertung von BR Data ergeben hat.

Von: Lorenz Storch

Stand: 28.03.2018

Neubaugebiet am Münchner Hirschgarten | Bild: picture-alliance/dpa

Immer neue Wohngebiete auf der grünen Wiese sind der wichtigste Treiber des Flächenverbrauchs in Bayern. Eine Recherche der Datenjournalisten des Bayerischen Rundfunks, BR Data, hat ergeben: Die Wohnbaufläche hat zuletzt mehr als doppelt so stark zugenommen wie die gewerblich genutzte Fläche.

Flächenverbrauch fürs Wohnen steigt gerade auf dem Land

Und: Die Baugebiete werden nicht vorrangig dort ausgewiesen, wo die Bevölkerung besonders stark wächst. Sondern wo Land billig und verfügbar ist. Nach der Auswertung von BR Data war der Anstieg des Flächenverbrauchs für Wohnen in den bayerischen Landkreisen zuletzt fast drei Mal so groß wie in den kreisfreien Städten. Obwohl die Bevölkerung in den Kreisen deutlich weniger wächst.

Nach dem Wohnungsbau sind Gewerbegebiete auf der grünen Wiese der zweitgrößte Treiber beim Flächenverbrauch in Bayern, etwa gleich auf mit neuen Straßen. BR Data hat eine Datenbank der bayerischen Industrie- und Handelskammern ausgewertet, in der bereits verfügbare Gewerbeflächen verzeichnet sind.

Das Ergebnis: Selbst wenn die bayerischen Kommunen sofort damit aufhören würden, neue Gewerbegebiete auszuweisen: Das schon verfügbare Gewerbeflächenpotenzial würde rechnerisch noch zehn Jahre reichen.


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wiesner, Mittwoch, 28.März, 12:59 Uhr

14.

Als Flächenstaat kann Bayern halt aus dem Vollen schöpfen.
Baugrund im Grünen hat halt mehr Charme als, die Lücke neben Alteingentümern, auf dem Bodendenkmal usw.

websaurier, Mittwoch, 28.März, 11:29 Uhr

13. Süss, unsere Grünen mal wieder...

...ganz vorne mit dabei !
Hunderttausende Neubürger freudig willkommen heißen; aber keinen Plan, wo diese denn nun wohnen sollen...

Bei 200.000 Neubürgern sind im Idealfall (Familie, zwei Kinder) schon mal 50.000 Wohnungen PRO JAHR ! nötig.
(Das können sogar GRÜNE ausrechnen; ich empfehle hier einen handelsüblichen Taschenrechner !)

  • Antwort von winfried, Mittwoch, 28.März, 12:56 Uhr

    @websaurier ... Ich gebe Ihnen zu 100 % Recht. Den willkommen-Heißern sei gesagt, nehmt alle Hinzugekommenen bei euch auf, und
    das "Flächenfraß"-Problem ist gebannt, zumindest entspannt.

Leonia, Mittwoch, 28.März, 10:56 Uhr

12. Kommunale Finanzierung ändern

Was ich in den Berichten vermisse, ist die Ursachenforschung. Warum schreiben Kommunen Gewerbegebiete aus? Weil sie vom Staat zu zusätzlichen Aufgaben verpflichtet worden sind. Stichwort: Kinderbetreuung zB. Die Gemeinde muss also für zu erwartende Kinderzahlen Kitaplätze aufbauen und betreiben. Die laufenden Kosten dafür müssen sie vermutlich zu großen Teilen selbst übernehmen, zu den Baukosten gibt es wahrscheinlich teilweise Zuschüsse. Auf der Einnahmenseite stehen bei den Gemeinden aber nur Einkommen- und Gewerbesteuern. Die kann man nicht beliebig steigern, auch wenn die Gemeinde die Hebesatzhöhe auf die Gewerbesteuer selbst bestimmen kann. Nur sind in den Gemeinden meist auch etliche Gewerbetreibende selbst im Gemeinderat aktiv, einerseits aus eigenem Interesse, andererseits gewählt als gut bekannte und etablierte Persönlichkeiten. Die haben selbst an einer Erhöhung der Hebesätze kein Interesse. Also versucht man, weitere Gewerbe auf neuen Gewerbegebieten anzusiedeln.

Es muß was getan werden, Mittwoch, 28.März, 09:39 Uhr

11. Wollte sich Söder nicht hier kümmern

und sich gegen den unnötigen Flächenfraß einsetzen? Habe noch nichts in diese Richtung von ihm gehört?
Nur Wahlkampfgetöse von ihm???

Man sollte auch mal aufhören, den 1000sten Supermarkt auf grüner Wiese zu bauen.
Flächenverbrauch durch überdimensionierte Gewerbegebiete und unnötige Verbreiterung/Ausbau der Straßen, hier ist es überfällig, dass kleinere und weniger Autos in den Umlauf kommen.

RobertH, Mittwoch, 28.März, 09:05 Uhr

10. Verstehe die Aufregung nicht

Es ist doch eine ganz einfache Rechnung...steigen die Mietpreise...also wie jetzt...und sind die Zinsen günstig...kann doch jeder rechnen...da baue ich mir doch ein Eigenheim und bezahle es anstatt der Mieten einfach ab und fahre mit dem Geld dann eben auch länger zur Arbeit. So rechnet doch jeder! Aber lustig sind die Schlaumeier der GRÜNEN...die müssten doch auch das Gesetz des Marktes kennen ...Angebot und Nachfrage...wenn zuwenig Wohnungen vorhanden sind steigen die Mieten und die Leute überlegen dann eben auch ob es nicht schön wäre selbst ein Haus zu bauen...bzw. auch als Geldanlage Mietshäuser zu bauen...ergo Flächenversiegelung...aber woher kommt denn die Wohnungsknappheit????????? ja wenn ich jedes Jahr über 200000 neue "Mieter" zu uns lasse brauche ich mich doch da nicht zu wundern!!!!! Es kann einem richtig weh tun wenn man vor soviel Verbortheit und Scheuklappendenken steht!