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Kontrovers BayernTrend Extra Asylkompromiss: Mehrheit der Bayern für Transitzentren

Nur ein Drittel der Befragten ist mit Merkels Asyl- und Flüchtlingspolitik zufrieden. Das ergibt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des BR-Politikmagazins „Kontrovers“. 64 Prozent finden die Einrichtung von Transitzentren richtig – gleichzeitig glauben aber 94 Prozent, dass der Konflikt zwischen CDU und CSU nicht dauerhaft gelöst ist.

Von: Andreas Bachmann, Sebastian Kemnitzer

Stand: 04.07.2018

Grenze Kiefersfelden | Bild: picture-alliance/dpa/Sven Hoppe

Der erbitterte Asylstreit in der Union: Für 35% der Befragten tragen Horst Seehofer und die CSU in erster Linie die Verantwortung für den zugespitzten Streit. 26 Prozent sagen in der repräsentativen Umfrage von „Kontrovers“, Angela Merkel und die CDU trage die Verantwortung, 37 Prozent sehen Merkel und Seehofer gleichermaßen verantwortlich.

Flüchtlingspolitik von Merkel wird kritisch gesehen

Die Asyl- und Flüchtlingspolitik von Angela Merkel wird von den Befragten in Bayern kritisch gesehen. Nur 33 Prozent sind sehr zufrieden oder zufrieden, dagegen sind 67 Prozent weniger bzw. gar nicht zufrieden, unter den CSU-Anhängern sind das 75 Prozent.

Lediglich Parteianhänger der Grünen beurteilen Merkel in dieser Frage mit 61% mehrheitlich positiv, die SPD-Anhänger sind in dieser Frage gespalten (50:50).

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Mit Horst Seehofers Asyl- und Flüchtlingspolitik sind 42 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden, 57 Prozent weniger zufrieden oder gar nicht zufrieden – CSU-Anhänger beurteilen Seehofers Arbeit in diesem Politikfeld positiv (72:28), AfD-Anhänger auch (54:46), Grünen-Anhänger dagegen negativ (6:93).

SPD-Anhänger bei Transitzentren gespalten

Wer hat sich bei dem Kompromiss im Asylstreit durchgesetzt? 22 Prozent sehen hier Angela Merkel und die CDU als Gewinner, 25 Prozent Horst Seehofer und die CSU. 40 Prozent sagen, beide hätten sich gleichermaßen durchgesetzt.

Den Kompromissplan, Transitzentren einzurichten, finden 64 Prozent richtig, unter den AfD-Anhängern 84 Prozent, unter den CSU-Anhängern 83%. Dagegen finden 29 Prozent die Einrichtung nicht richtig. Die SPD-Anhänger sind auch in dieser Frage gespalten: 43 Prozent finden die Einrichtung von Transitzentren richtig, 48 Prozent nicht.

Fast alle Befragten: Konflikt ist nicht dauerhaft gelöst

94 Prozent der Befragten sehen den Konflikt zwischen CDU und CSU in der Asylpolitik als nicht dauerhaft gelöst, unter den CSU-Anhängern sind es 90 Prozent. Nur 3 Prozent aller Befragten sagen, der Konflikt zwischen CDU und CSU in der Asylpolitik sei nun dauerhaft gelöst.

Geschwächte Union?

70 Prozent stimmen der Aussage eher zu, dass Merkel die Union in der Regierungskoalition nicht mehr richtig im Griff hat, auch 70 Prozent sind der Meinung, Horst Seehofer hat mit seinem Verhalten gegenüber Merkel die Union geschwächt. 69 Prozent finden es trotzdem gut, dass Seehofer Merkels Kurs in der Asyl- und Flüchtlingspolitik kritisiert, unter den CSU-Anhängern sind das 86 Prozent. 61 Prozent der Befragten stimmen der Aussage eher zu, dass CDU und CSU zerstritten seien und keinen gemeinsamen Kurs haben. Auch 61 Prozent stimmen der Aussage eher zu, dass der CSU ihre eigenen Interessen wichtiger seien als der Erfolg der Regierung, 43 Prozent finden, dass sich die CSU mehr als andere Parteien um Themen kümmert, die die Menschen wirklich bewegen.

Unzufriedenheit bezüglich SPD-Arbeit in der Bundesregierung

Die Arbeit der SPD in der Bundesregierung sehen 30 Prozent der Befragten in Bayern positiv, 64 Prozent sind weniger bzw. gar nicht zufrieden. Unter den SPD-Anhängern sind hierbei 60 Prozent sehr zufrieden / zufrieden, 36 Prozent sind weniger bzw. gar nicht zufrieden.

Informationen zur Umfrage

Für die Umfrage von infratest dimap wurden am 3. Juli 2018 in Bayern 1.001 Wahlberechtigte telefonisch interviewt. Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl. Fehlertoleranz: 1,4 – 3,1 Prozentpunkte.


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