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Neuenkirchen Angeschossenes Wildschwein tötet Jäger bei Greifswald

In der Nähe von Greifswald ist es zu einem tragischen Unfall gekommen. Ein Jäger, der ein Wildschwein angeschossen hatte und auf der Nachsuche nach dem Tier war, um ihm den Gnadenschuss zu geben, wurde von dem Tier getötet.

Stand: 04.12.2017

Wildschweine | Bild: picture-alliance/dpa

Bei einer Jagd in Vorpommern ist ein Jäger von einem Wildschwein angegriffen und tödlich verletzt worden. Das Unglück ereignete sich am Sonntag bei Greifswald, wie ein Polizeisprecher am Montag sagte. An der Treibjagd waren neun Jäger und vier Treiber beteiligt.

Nach ersten Zeugenaussagen soll der 50-jährige Jäger einen Schuss abgegeben und sich danach in einen Schilfgürtel begeben haben. Dort wurde der Mann von einem Keiler angegriffen und schwer am linken Oberschenkel verletzt. Der Jäger stürzte und fiel dann zu Boden, wo er für Sekunden mit dem Kopf in das nahe Wasser geriet. Ein Nachbartreiber war schnell vor Ort, eintreffende Ärzte bemühten sich um den Verletzten, jedoch verstarb er wenig später im Klinikum Greifswald.

Der Keiler wurde am Ort nicht aufgefunden. Damit ist auch unbekannt, ob das Tier überhaupt getroffen wurde. Der Kriminaldauerdienst hat ein Todesermittlungsverfahren eröffnet. Abzuwarten bleibt, ob die Staatsanwaltschaft Stralsund am Institut für Rechtsmedizin in Greifswald noch eine Obduktion zur Feststellung der Todesursache anordnet.

Verhalten bei einer Begegnung mit einem Wildschwein

Immer wieder kommt es zu tragischen Unfällen mit Wildschweinen. Wildschweine sind gefährliche Tiere, besonders, wenn sie sich in Bedrängnis fühlen oder verletzt sind. Dann können sie aggressiv werden. Jetzt, wo die Felder abgeerntet sind, sind viele Wildtiere hungrig auf der Suche nach neuen Futterquellen. Da können sie auch schon bis in die Städte kommen - wie in Heide in Schleswig Holstein. Dort wurden am 20. Oktober vier Menschen durch wildgewordene Wildschweine teils schwer verletzt. Polizisten und Jäger waren im Einsatz.

Begegnung in der Stadt

In der Stadt fühlen sich Wildschweine häufig in die Enge getrieben. In jedem Fall sollte man sich ihnen dann nicht in den Weg stellen. Auffallende Zeichen, dass es brenzlig werden kann, sind: Schnaufen durch die Nase, aufgestellter Schwanz und Zähneklappern.

Begegnung im Wald

Im Wald sind die Chancen größer, dass eine Begegnung mit den starken Tieren glimpflich abgeht. Haben die Wildschweine eine ausreichende Fluchtdistanz zur Verfügung, werden sie in der Regel die Flucht vorziehen. Anders kann es aussehen, wenn man auf eine Wildschweinmama mit ihren Kindern trifft.

Wildschweine - Gefahr auf Straßen und Schienen

Wildschweine können auf unterschiedliche Arten Schaden anrichten. Zum Beispiel auf Straßen, die durch Wälder führen. Immer häufiger kommt es zu Zusammenstößen zwischen Tieren und Autofahrern - ein Blechschaden ist dabei garantiert. Im schlimmsten Fall werden aber auch Menschen verletzt, denn die Kollision mit einem zentnerschweren Wildschwein hat eine Wucht vergleichbar der mit einem Nashorn.

Eine Rotte Wildschweine zum Beispiel hat die A3 nahe Schlüsselfeld am 24. November in ein Schlachtfeld verwandelt. Menschen wurden nicht verletzt, allerdings verendeten etliche der Tiere. Drei Autos wurden schwer beschädigt.

Mitte November erst ist der ICE 596 von München-Stuttgart-Berlin westlich von Berlin mit Wildschweinen zusammengestoßen. Etwa 400 Reisende mussten in einen anderen Zug umsteigen. Verletzt wurde niemand.


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