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Blutmond über Bayern Am Teleskop mit Mondfinsternis-Guckern in der Sternwarte Dieterskirchen

Es war die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts. Das Wetter hat gepasst, deshalb machten sich viele Mondbegeisterte am späten Abend auf den Weg in bayerische Sternwarten. In Dieterskirchen in der Oberpfalz waren es mehr als 100 Menschen, die durch die Teleskope geschaut und fotografiert haben.

Von: Margit Ringer

Stand: 28.07.2018

27.07.2018, Bayern, München: Der Mond ist während der längsten totalen Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts auf dem Monitor eines Teleskops der Volkssternwarte zu sehen. Bei der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts taucht der Mond in den Erdschatten ein. Foto: Felix Hörhager/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Felix Hörhager

Es ist wie Geburtstag und Weihnachten zusammen für Max Pretzl – der 16-Jährige ist das, was man hochbegabt nennen kann. Er will Astronaut werden, das steht fest. Und in den kommenden drei Stunden stellt er sein ganzes Wissen unter Beweis.  An der Sternwarte Dieterskirchen hat er sein Teleskop aufgebaut - noch eine gute halbe Stunde, dann geht der Mond auf. Max ist ziemlich aufgeregt.

"Das ist die erste Mondfinsternis, die ich erleben darf, die letzten Male war es bewölkt. Ich freu mich einfach, das Wetter hält einigermaßen, nachmittags war noch leichtes Gewitterrisiko, da hab ich noch gehadert, ob es wirklich klar wird. Aber aktuell schaut es ganz gut aus."

An sein Teleskop schraubt er eine Spiegelreflexkamera – alle 60 Sekunden will er ein Foto vom Blutmond machen. Und dann im Zeitraffer ein Video von der gesamten Mondfinsternis. Noch weiß er nicht, ob alles klappt. Hunderte Besucher sind zur Sternwarte in Dieterskirchen gekommen – darunter auch Renate Gruber aus Fensterbach. Eine ältere sportliche Dame, die sich selbst als "mondsüchtig" beschreibt:

"Die Schmetterlinge da drin, ach, wenn der dann so kommt. Das kann ich gar nicht sagen oder beschreiben. Da läuft‘s mir immer eiskalt drüber, weil das so schön ist. Weil das so schön ist! Ich kann das nicht beschreiben, wie ich mich da freue, wenn der Mond da ist."

Sie will ihn einfach nur sehen den Mond, in natura, aber auch durch ein Teleskop. Und ihn einfach nur bewundern. Die Anspannung ist groß. Kurz nach neun – der Mond ist aufgegangen. Max Pretzl hat inzwischen sein Laptop hochgefahren und stellt sein Teleskop ein. Das dauert einige Minuten. Der Puls bei Max?

"Er steigt. Er steigt wirklich. In einer halben Stunde geht es los. Da taucht er dann hinten überm Horizont auf, das wird spannend."

Nebenbei muss er viele Fragen beantworten. Die Leute scharen sich um den Maxl oder „Juniorprofessor“, wie er auch genannt wird hier bei den "Sternenfreunden Dieterskirchen“. Man hat den Eindruck, er kennt das Sonnensystem besser als seine Westentasche. Mit gerade mal 16 Jahren.

Renate Gruber und ihr Mann Erich haben sich inzwischen einen Platz in der Menschenmenge gesucht. Der Blick geht nach oben, gleich ist es soweit: "Es kribbelt gewaltig, ich halte es schon nicht mehr aus. Bissl noch, die Wolken ein bisschen weg, dann würden wir ihn schon ganz schön sehen."

Beim 16-jährigen Max klickt die Kamera schon am Teleskop – alle 60 Sekunden. „Jetzt kommt der Mars vor, unterm Mond. Dieser rötliche, feuerrote, rötliche Punkt ist der Mars“, sagt Max. Und dann endlich: es ist 22 Uhr 20 - das Wetter und die Sicht sind perfekt.

"Jetzt ist er völlig rot, jetzt beginnt die totale Phase. Hier am Computer ist er viel eindrucksvoller, wie jetzt hier, da ist er nur eine rote Scheibe, und hier sieht man es wirklich deutlich, dass es der Mond ist, dass er deutlich verfinstert ist, dass er deutlich rot ist. Das ist schon fantastisch."

Immer wieder heftet er den Blick auf die Fotos auf dem Laptop: "Mensch ist das cool! Genau so hab ich mir das vorgestellt.“ Nicht das einzige Highlight: Nur ein paar Minuten später das nächste: "ISS! Raumstation! Jetzt wird sie am hellsten, am stärksten von der Sonne angestrahlt. Also dann winken wir mal rauf zum Alexander Gerst."

Ein paar Meter weiter steht Renate Gruber – die "Mondsüchtige", wie sie sich selbst beschreibt. Sie ist ruhig geworden, genießt einfach nur: "Es ist ein supertolles Spektakel. Schau mal an, wie der schön ist. Toll, oder?"

Noch nie war die Sternwarte in Dieterskirchen so voll – und alle sind begeistert. Auch Max Pretzl ist zufrieden mit seiner Ausbeute an Fotos. Vielleicht kommt eines übers Bett sagt er. Die nächsten Nächte verbringt der 16-Jährige wieder zu Hause in Gleiritsch – in seiner eigenen Sternwarte.


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Helmut, Sonntag, 29.Juli, 10:04 Uhr

2. Finstenis mit Beigaben

Habe die Finsternis ab Höhepukt bis zum Ende von der Wiese hinterm Haus verfolgt.
Einfach großartig dieses mal. Nach 10 MInuten tauchte der glühende Mars hinte den Dächern auf, zwischendrin die ISS und ein paar kleinere Satelliten und als Zugabe noch einige Sternschnuppen.
Die Lichter der Flugzeuge ist man ja mittlerweile gewohnt.

Günter Sonnleitner, Samstag, 28.Juli, 09:29 Uhr

1. Mondfinsternis bei der Sternwarte in Nürnberg

Meine Frau und ich sind gestern, um ca. 19:30 Uhr, von Erlangen aus nach Nürnberg zur Sternwarte gefahren. Wir hofften das Jahrhundert Ereignis erleben zu können.
Wir standen, mit ca. 50 anderen Besuchern am Turm der Warte, unterhalb des Teleskops. Da kam jemand von der Warte und teilte mit, dass der Mond über die Bäume kreisen würde. Denkste. Nach längerem Warten kam ein anderer von der Warte und teilte mit, dass man den Mond nicht mehr sehen kann und daher die Mondfinsternis vorüber sei.
Was war passiert? Der Mond war so tief unterhalb der Baumspitzen, dass man ihn vom Turm aus nicht sehen konnte. Wir hätten zu einer bestimmten Stelle unten im Garten gehen müssen. Warum hat das Personal keinen eindeutigen und rechtzeitigenHinweis zum Aussichtspunkt geben? Hinweisschilder hab ich nicht gesehen, oder habe ich da was übersehen?
Total traurig, von dem Personal der Warte sehr enttäuscht und fürchterlich wütend sind wir nachhause gefahren. Haben das jahrhundert Ereigneiss verpasst.

  • Antwort von Mann im Mond, Samstag, 28.Juli, 10:48 Uhr

    Das hört sich ja nach einer sehr unglücklichen Kommunikation an, sehr schade für Sie... Um Ihre Enttäuschung etwas zu mildern: Die Medien blasen alles zum 'Jahrhundertereignis' auf. In Wirklichkeit findet die nächste Totale Mofi schon im Januar 2019 statt und ist im Gegensatz zur gestrigen auch im gesamten Verlauf sichtbar; zwar leider nur in den Morgenstunden, aber zumindest ein kurzer Blick nach draußen sollte sich lohnen. Und im Juli 2019 gibt es abends eine schöne Partielle Mofi.

  • Antwort von Mondsüchtiger, Samstag, 28.Juli, 11:04 Uhr

    Das ist kein 'Personal', das sind Ehrenamtliche, die dies in ihrer Freizeit tun und in aller Regel nichts dafür bekommen.
    Du solltest dankbar sein, dass die dich umsonst 'reingelassen haben anstatt hier so einen Affen zu machen!

  • Antwort von SchorschHh, Samstag, 28.Juli, 11:42 Uhr

    @ Mondsüchtiger - Man kann auch höflich sein - dann kommt die eigentliche Botschaft auch an.
    @ Sonnleitner - Bleibe im Lande und ernähr' dich vom Rettich - nee mal im Ernst - In Erlangen ein Stück rausfahren - auf'n flachen Acker - beste Sicht - kein Streulicht der Stadt - haben so gestern die Mondfinsternis von 21:30 - 00:30 Uhr gesehen. Herrliches Erlebnis - TV Horizont HD

  • Antwort von SchorschHh, Samstag, 28.Juli, 11:48 Uhr

    Den Mond -sind wir gewohnt, aber der Mars - das war's
    Herrlicher Abend mitten auf'm Acker - kein Gegacker
    auch das Lampenlicht - störte unsern Abend nicht+
    bei TV Horizont HD - demnächst mal wieder - schee
    (Sternschnuppen gucken - August)

  • Antwort von Mondsüchtiger, Samstag, 28.Juli, 19:12 Uhr

    @SchorschHh Das war doch jetzt nicht unhöflich. Eine Streicheleinheit haben Kommentare wie vom OP sicherlich nicht verdient aber wenn ich wirklich unhöflich geworden wäre hätte der BR meine Antwort sicherlich 'bearbeitet'...