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Diskriminierung diskutieren Internationale Jugendbegegnung Dachau

Auch heuer kamen fast 100 Jugendliche aus aller Welt zur Internationalen Jugendbegegnung nach Dachau. "Erinnern, Begegnen, verstehen, Zukunft gestalten" unter diesem Motto diskutieren Jugendliche über Rassismus und Antisemitismus.

Von: Barbara Schneider/ Friederike Weede

Stand: 10.08.2018

Detail einer Skulptur zum Gedenken an die Opfer der Nationalsozialisten auf dem Gelände der Gedenkstätte in Dachau. | Bild: picture-alliance/dpa

Youcef Yassine kommt aus Algerien, er ist 22 Jahre alt und studiert  Architektur. Der junge Mann ist einer von rund 95 Teilnehmern der Internationalen Jugendbegegnung in Dachau.

"Es ist eine gute Möglichkeit, mehr über die NS-Geschichte zu erfahren und Menschen aus aller Welt kennenzulernen und sich mit ihnen in einer multikulturellen Atmosphäre auszutauschen."

Youcef Yassine

Vor mehr als 35 Jahren entstand die Idee zur Internationalen Jugendbegegnung: Junge Menschen aus aller Welt treffen sich seitdem jedes Jahr an dem Ort, an dem Nationalsozialisten zur Zeit der NS-Terrorherrschaft Zehntausende Menschen ermordeten.

Gemeinsam aus der Geschichte lernen - für die Zukunft

Die Jugendlichen besuchten die KZ-Gedenkstätte in Dachau, setzen sich mit der NS-Geschichte auseinander und treffen Überlebenden des Konzentrationslagers. Robert Philippsberg leitet die Internationale Jugendbegegnung.

"Das Anliegen der internationalen Jugendbegegnung in Dachau ist, Jugendliche zusammenzubringen, die sich mit dem Thema dem historischen Nationalsozialismus und aktuellen Formen von Ausgrenzung beschäftigen, …und praktisch dann die Botschaft dann in die Welt tragen und einen Multiplikatorinnen-Effekt haben."

Robert Philippsberg

In diesem Jahr kommen die Teilnehmer aus Deutschland, Polen, Serbien, Armenien, aber auch aus Südkorea und Mexiko.

Yanan kommt aus China. Sie ist 20 Jahre alt und studiert Geschichte. Zurzeit lebt sie in Israel. Die Internationale Jugendbegegnung sei eine großartige Möglichkeit, findet sie: "Es ist wichtig, mehr über die Geschichte zu erfahren, aus den Fehlern zu lernen und zu verhindern, dass sich die Geschichte wiederholt."

Das möchte auch Youcef Yassine. Er erzählt davon, dass es in Algerien immer wieder zu Rassismus gegen afrikanische Flüchtlinge kommt.

Diskriminierung ist international - sie findet überall statt

Die Chinesin Yanan berichtet von der Diskriminierung religiöser Minderheiten in ihrer Heimat. In Seminaren und Workshops setzen sich die Jugendlichen deshalb mit dem Thema Rassismus und Antisemitismus auseinander, erklärt Robert Philippsberg.

"Nehmen wir das Beispiel Antisemitismus, da geht es um die Verbrechen der Nationalsozialisten heute, es wird aber auch gefragt, wie ist der Antisemitismus heute. Wie tritt der auf, welche Stereotype werden verwendet. Deshalb ist es so, dass Jugendliche solche Stereotype besser erkennen, sich besser auskennen, sich auch in den Heimatländern anders damit auseinandersetzen zu können."

Robert Philippsberg

Bei der Jugendbegegnung in Dachau treffen sich Jugendliche aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt. Sie lernen andere Kulturen, andere Sichtweisen kennen.

Jugendliche als "Botschafter des Friedens"

Gemeinsam geht es ihnen jedoch darum, sagen Yanan und Yusef Yassine, Grenzen zu überwinden. Sie sind von der Wichtigkeit ihres Treffens für die Zukunft überzeugt, so die chinesische Geschichtsstudentin Yanan. "Für unsere Welt ist es wichtig, dass Menschen gleich behandelt werden. Wir leben in einer gemeinsamen Welt, die Hauptsache ist es, Frieden zu schaffen." Und so sieht das auch Yousef aus Algerien. "Wir müssen Botschafter des Friedens sein. Ich wünsche mir eine friedvolle Welt ohne Konflikte, ohne Krieg", sagt er.


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