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Landesamt für Umwelt Abgasmessung in München ist rechtskonform

Der Medienbericht, dass Messstationen für Stickoxid in München falsch aufgestellt seien, hat für Aufregung gesorgt. Alles laufe korrekt, sagt jetzt das Landesamt für Umwelt. Die Messungen entsprächen den europäischen Vorschriften.

Von: Christine Kerler

Stand: 07.03.2018

Luft-Messstation für Feinstaub und Stickoxide | Bild: dpa-Bildfunk/Bernd Weissbrod

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat den Vorwurf zurückgewiesen, dass Abgasmessstationen in München falsch stehen würden. Der Münchner Merkur hatte berichtet, einige Messstationen seien zu nah an der Straße aufgestellt worden – mit der Folge, dass gemessene Abgas-Werte nicht mit denen anderer Städte verglichen werden könnten.

Stationen sind vorschriftsmäßig aufgestellt

Laut dem LfU, das für die 54 Messstationen in Bayern zuständig ist, sind die Luftmessstationen in München so aufgestellt worden, wie es das europäische Recht vorschreibt. Für das Messhäuschen an der verkehrsreichen Kreuzung Stachus stimmt das per se nicht: Denn es wahrt nicht den vorgeschriebenen Abstand von 25 Metern zum Fahrbahnrand, sondern steht unmittelbar hinter dem Gehsteig.

Größerer Abstand liefert gleiches Ergebnis

Das hat damit zu tun, dass diese Messstation bereits vor 40 Jahren aufgestellt worden war, als noch andere Gesetze gegolten hatten. Das LfU gibt das zu und sagt, man habe die Messstation aus Platzgründen nicht versetzten können. Die Behörde behauptet jedoch, dass ein größerer Abstand zum Straßenrand hier keine anderen Messwerte liefern würde.

Auch an der Landshuter Allee, wo regelmäßig Schadstoffgrenzwerte überschritten werden, wird Medienberichten zufolge näher an der Straße gemessen, als es das Gesetz erfordern würde. Das spiele keine Rolle, behauptet das LfU – auch hier würde ein größerer Abstand zur Straße dieselben Messwerte liefern.

München hat mittlerweile Stuttgart als Stadt mit der höchsten Belastung mit Stickstoffdioxid in Deutschland abgelöst. Trotz eines leichten Rückgangs 2017 wurden in der bayerischen Landeshauptstadt im Jahresmittel 78 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft gemessen - der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm.


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Lutz Brellenthien, Freitag, 16.März, 22:22 Uhr

25. Korrekter Standort von Messstationen.

Oh. Mann. Auch der BR ist nicht in der Lage, gründlich zu recherchieren.

Ich zitiere mal aus dem Beitrag:
"Für das Messhäuschen an der verkehrsreichen Kreuzung Stachus stimmt das per se nicht: Denn es wahrt nicht den vorgeschriebenen Abstand von 25 Metern zum Fahrbahnrand, sondern steht unmittelbar hinter dem Gehsteig."

Wer hat denn bitteschön gesagt, dass diese Messstationen einen Mindestabstand von 25 Metern ZUM FAHRBAhNRAND haben müssen.
Die EU-Richtlinie 2008/50/EG besagt dazu nämlich folgendes: "Bei allen Schadstoffen müssen die Probenahmestellen in verkehrsnahen Zonen mindestens 25 m vom Rand verkehrsreicher Kreuzungen und höchstens 10 m vom Fahrbahnrand entfernt sein."

Da steht also keineswegs etwas von 25m Mindestabstand zur Fahrbahn, sondern von 25 m Mindestabstand zu VERKEHRSREICHEN KREUZUNGEN.
Und von daher ist eine Aufstellung direkt am Fahrbahnrand keineswegs ein Verstoß gegen die Richlinie, solange das Ding nicht direkt an einer Kreuzung steht. Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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Manfred Desmond, Donnerstag, 15.März, 22:59 Uhr

24. Warum zwingt niemand die Städte

...zu den naheliegendsten und allgemeinverträglichsten Maßnahmen statt Diskussionen über Fahrverbote zu führen?

Die einfachste Maßnahme zur Vermeidung wären eine intelligente Verkehrspolitik mit grünen Wellen und kommunizierenden Ampeln.
Denn Feinstaub entsteht besonders stark
- beim dauernden Beschleunigen (Abgase und Reifenabrieb)
- beim ständigen Bremsen (Bremsstaub und Reifenabrieb)

Aber klar, das würde die jahrelange rot-grüne Münchner Stadtpolitik entlarven, die mit der "roten Welle" die Pendler schikanieren und zum Umstieg auf den ÖPNV zwingen will. Aber das funktioniert eben nicht, da jeder ein anderes persönliches Mobilitätskonzept bevorzugt.

J.L., Donnerstag, 15.März, 12:33 Uhr

23. LfU und Kraftfahrtbundesamt

Das LfU rechnet diese Werte wie es ihm passt. Das Kraftfahrtbundesamt erkennt die falschen Angaben der Autoindustrie nicht. Dank genügend Lobbyisten in allen Behörden und Ministerien hat unsere Autoindustrie alles bestens im Griff. Statt kostenloser Nachrüstung der Kfz. genehmigen sich unsere Automanager lieber selber ein stattliches finanzielles Plus.

Andreas Reuter, Dienstag, 13.März, 14:59 Uhr

22. 3 von 5 Messstationen sind in München falsch aufgestellt

Es sind 3 von 5 Messstationen falsch aufgestellt. Der Abgeordnete Wolfgang Wiehle berichtet darüber auf seiner Facebookseite. Sauber dokumentiert mit Fotos. Wieso der BR das nicht sehen kann, entzieht sich meiner Kenntnisse.

Stefan, Montag, 12.März, 22:27 Uhr

21. Das LfU hat Recht...

Das LfU hat Recht, wenn es sagt, dass weiter entfernte Standorte keine anderen Werte liefern würden. Der Punkt ist nämlich: Entscheidend ist letztendlich nicht der Messwert an der Station, sondern was in der Modellierung per Computer für Werte berechnet werden. Vereinfacht gesagt rechnen Computer aus den Messwerten der Stationen Werte für die ganze Stadt, dabei berücksichtigen sie auch den genauen Standort der Messtation, Bebauung, Kfz-Aufkommen, usw. Würde man die Station versetzen, würde sie zwar möglicherweie niedrigere Werte liefern, der Standort wäre aber auch ein anderer, wodurch sich der für die Straße berechnete (nicht gemessene!) Wert nicht ändert - in der Berechnung würde aufgrund der größeren Entferung schlicht ein anderer Faktor berücksichtigt werden, sodass für den Standort direkt an der Fahrbahn wieder ungefähr die jetzigen Werte rauskommen.

  • Antwort von Hellmut Wilde, Samstag, 17.März, 16:40 Uhr

    Nach dem Wortlaut der LfU Erklärung ergibt aber ein Abstand von 25m zur Strasse angeblich KEINE ANDEREN MESSERGEBNISSE. Von irgendwelchen Hochrechnungen spricht das LfU NICHT. Deshalb hat hat LfU naturwissenschaftlich nicht Recht, denn die Messwerte verändern sich im Abstand von 25m vom Strassenrand nachweislich um ca -50%.. Rechtskonform ist diese Art der Messung auch nicht wegen irgendwelcher anschliessender Hochrechnungen, sondern allein wegen einer Kann-Vorschrift im entprechenden Absatz der Verordnung. Es heisst dort nämlich, dass man die folgenden Vorschriften wo möglich zu beachten habe. Letztlich entscheiden also Juristennüber die korrekte Interpretation von Messungen.