Medienkompetenzprojekte


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Artur-Kutscher-Realschule Aus dem Tagebuch des Ururgroßvaters

Als sich die Kinder der Klasse 5c der Artur-Kutscher-Realschule umhörten, wie man sich Kindheit im Jahr 1918 vorzustellen hat, bekamen sie wenig brauchbare Antworten. Also haben sie das "Tagebuch eines Ururgroßvaters" selbst erfunden.

Von: Anne Buchholz

Stand: 20.06.2018

Bilder aus dem Radioprojekt der Klasse 5c der Artur-Kutscher-Realschule: Klassenbild der Klasse 5c. | Bild: BR

"So alt bin i no ned", "Nein, das weiß ich leider nicht" oder "Da hab ich noch nicht gelebt" - das bekamen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5c der Artur-Kutscher-Realschule zu hören, als sie Moosacher Passanten fragten, wie Moosach vor 100 Jahren ausgesehen und wie man sich die Kindheit im Jahr 1918 vorzustellen hat. Nach den ersten Interviews auf dem Moosacher St-Martins-Platz fühlten wir uns etwas ratlos. Wir stellten fest, es gibt keine Zeitzeugen aus dem Jahr 1918 mehr und die befragten Passanten wussten nicht viel oder äußerten nur Mutmaßungen. Woher sollten wir also brauchbare Informationen erhalten? Die Internetrecherche brachte speziell zum Thema Moosach im Jahr 1918 leider auch nicht viel.

Deswegen waren wir sehr dankbar, als uns Heinrich Roth, ein Experte des Moosacher Geschichtsvereins, im Unterricht besuchte. Herr Roth konnte uns nicht nur beschreiben, wie Moosach vor 100 Jahren ausgesehen hatte, sondern er konnte uns auch den Alltag und das damalige Leben der Kinder plastisch vor Augen führen.

Barfuß laufen und Ameiseneier Sammeln

Wir erfuhren, dass Moosach eher noch ein Dorf und das Gärtnerviertel von München war. Herr Roth erzählte uns, dass die Kinder im Sommer immer barfuß liefen, da Schuhe zu teuer waren, und dass das Sammeln von Ameiseneiern für die Fasane in der Fasanerie etwas Geld einbrachte. Durch Herrn Roths Erzählungen und nach weiterer Recherche in der Moosacher Chronik inspiriert, verfassten wir eine kleine Geschichte, die wir als Hörspiel vertonten. Hier war unser schauspielerisches Talent gefragt. Die Geschichte handelt von einem Jungen, der das Tagebuch seines Ururgroßvaters findet und im Traum in die Rolle seines Vorfahrs schlüpft.

1918 endete endlich der 1. Weltkrieg. Wir versuchten uns vorzustellen, was das für ein Gefühl war, endlich Frieden zu haben und mit welchen Folgen des Krieges man zu kämpfen hatte. Wir stellten uns und Leuten auf der Straße die Frage, ob man lieber vor 100 Jahren leben wollte oder jetzt in der Gegenwart. Über einige Antworten diskutierten wir noch lange im Unterricht.

Maden im Mehl

Herr Roth berichtete uns auch von der Umständlichkeit des Kuchenbackens vor 100 Jahren. Wir erfuhren, dass man zum Beispiel das Mehl erst von Maden reinigen und die Butter selber stampfen musste. Wir probierten es dann auch gleich selber aus. Na, ob das was geworden ist?

MünchenHören-Team: Artur-Kutscher-Realschule

  • Stadtteil: Moosach
  • Projektschule: Artur-Kutscher-Realschule, 5. Klasse
  • Projekt-Lehrkraft: Katharina Fenn
  • BR-Mediencoaches: Senior-Coach: Anne Buchholz, Junior-Coach: Enes Sanliünal

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