Medienkompetenzprojekte


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Schülermedientag 2019 Wie glaubwürdig sind unsere Medien?

Am 3. Mai 2019, dem Tag der Internationalen Pressefreiheit, fand der erste bayernweite Schülermedientag statt. Um die 200 Medienprofis haben Schulen besucht und dort den Jugendlichen erklärt, wie sie arbeiten.

Von: Constanze Alvarez

Stand: 06.05.2019

Ziel des Schülermedientags ist es, den SchülerInnen zu erklären, wie Journalisten arbeiten und damit auch Vorurteile gegenüber Medien abzubauen. Für die KollegInnen war es dabei äußerst spannend zu erfahren, welche Medien Jugendliche überhaupt benutzen. Wo kriegen sie ihre Informationen her? Welche Fragen interessieren sie?

"Die Schüler der 10. Klasse der Staatlichen Realschule in Bad Tölz waren sehr interessiert und diskutierten lebhaft mit. Vor allem Einzelheiten über die Berichterstattung zum OEZ Amoklauf waren gefragt - da ich live als Reporter vor Ort war, konnte ich da aus erster Hand berichten. Überrascht hat es mich, dass die Jugendlichen eigentlich nur noch das Internet als Medien benutzen - Fernsehen ist ihrer Meinung nach out - auch wussten sie nichts über das duale Rundfunksystem in Deutschland - umso wichtiger sind solche Termine von uns an Schulen."

 Martin Breitkopf, Korrespondent Studio Oberland

Die Idee zu der Aktion stammt von BR-Kollegen. Fabian Mader, Niklas Nau und Sebastian Kemnitzer haben vor vier Jahren begonnen, in Schulen Doppelstunden zum Thema Glaubwürdigkeit anzubieten. Schnell haben auch andere Kolleginnen und Kollegen Termine übernommen. Seitdem ist das Projekt Schritt für Schritt gewachsen. In diesem Jahr kooperierte der BR nun erstmals mit anderen Medienhäusern für den gemeinsamen Schülermedientag. Die Zahlen sind beeindruckend: 400 Schulen haben sich dieses Jahr angemeldet, 200 haben mitgemacht. Vom BR waren um die 50 Kollegen im Einsatz.

Übersicht über die teilnehmenden Schulen

Auftaktveranstaltung im Münchner Funkhaus

Einen Tag zuvor, am 2. Mai, haben die Medienkompetenzprojekte zusammen mit der Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit zur Auftaktveranstaltung ins Studio 2 des Münchner Funkhauses geladen. Zu Gast waren u. a. 100 SchülerInnen auf die ein attraktives Programm gewartet hat. Nach einer Führung durchs Funkhaus haben die Jugendlichen zusammen mit Medienprofis Fragen zur Beziehung zwischen Politik und Medien ausgearbeitet. Anschließend wurden diese Fragen auf einer Podiumsdiskussion diskutiert. Hier ein Eindruck davon:

Unbedingt im Dialog bleiben

Wie kann man recherchieren, ob Videos echt sind? Überlegen sich Politiker, wann sie bestimmte Nachrichten öffentlich machen? In welcher Beziehung stehen Journalisten und Politiker? Das waren einige der Fragen, die die Jugendlichen an die Runde stellten. Die Medienprofis wollten umgekehrt wissen: Wie kommen klassische Medien wie der BR oder die SZ an junge Leute ran? "Wir müssen auf allen Plattformen Nachrichten platzieren," meine dazu BR-Chefredakteur Christian Nitsche. Und vor allem weiterhin die Begegnung mit den Jugendlichen suchen.


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