Was wir noch nicht wissen

Woher weißt du was ich fühle?

  • ARD-alpha

  • 28.07.2018, 14:00 Uhr

  • 15 Min

In der modernen Psychotherapie sind Familienaufstellungen eine Methode, um Traumatisierungen in Familiensystemen über mehrere Generationen hinweg nachzuvollziehen und gute Lösungen aus seelischen Verstrickungen zu entwickeln. Das Hauptmerkmal der Methode besteht darin, dass ein Klient, der ein Problem lösen möchte, Personen als Stellvertreter für seine Familienangehörigen auswählt, die wenig oder gar keine Informationen über die Familie haben. Der Klient weist den Stellvertretern einen Platz im Raum zu und dann dürfen die Stellvertreter ausdrücken, was sie im Moment fühlen oder wahrnehmen oder sie können einfach ihren Bewegungsimpulsen folgen. Dabei kommt es oft zu einem erstaunlichen Phänomen, das als repräsentierende Wahrnehmung bezeichnet wird: Die Stellvertreter der Familienangehörigen können Gefühle haben, Symptome zeigen, Worte benutzen und Bewegungen ausführen, die ziemlich genau die seelische Dynamik der von ihnen repräsentierten Familienmitglieder wiedergeben, auch wenn die teilweise schon vor langer Zeit verstorben sind. Eine wirkliche Erklärung für dieses Phänomen gibt es bis heute nicht.