Was wir noch nicht wissen | 13.01.2020

Wie wird das Ei zum Küken? (6/13)

  • ARD-alpha

  • 10.01.2020, 18:15 Uhr

  • 15 Min
  • Folge 6

Die Erbinformation in den Zellen ist immer gleich - egal, ob es sich um Knochen, Leber oder Nervenzellen handelt. Was entscheidet also darüber, zu was sich die Zellen entwickeln?

Wir gehen heute davon aus, dass die Formentwicklung von Lebewesen in den Genen programmiert ist. Doch die Erbinformation in den Zellen ist immer gleich, egal, ob es sich um Knochen, Leber oder Nervenzellen handelt. Was entscheidet also darüber, wie sich die Zellen entwickeln? Die Tübinger Entwicklungsbiologin und Nobelpreisträgerin Dr. Christiane Nüsslein-Volhard hat sich mit ihren Forschungen diesem Rätsel genähert. Einem anderen, in der modernen Wissenschaft noch umstrittenen, Weg folgt der englische Biologe Rupert Sheldrake. Er ist überzeugt, dass wir zu einem ganzheitlichen Verständnis des Lebens zurückfinden müssen und uns Detailwissen über Gene und Moleküle nicht wirklich weiter hilft. Schon der griechische Philosoph Aristoteles hat die Entwicklung des Kükens im Ei beobachtet und beschrieb ein Phänomen, das er als "springender Punkt" bezeichnete: Mit bloßem Auge ist in einem zwei Tage angebrüteten Ei ein Springen und Pulsieren zu erkennen, an der Stelle, an der sich später das Herz des Hühnchens entwickeln wird. Der Philosoph und Klangforscher Alexander Lauterwasser vermutet genau hier das Geheimnis der Formbildung: "Das Primäre ist ein pulsierender, rhythmisch schwingender Prozess, der die Organbildung steuert, lenkt oder in Gang setzt."