Unter unserem Himmel | 22.03.2020

Vom Wandel der Flüsse

  • BR Fernsehen

  • 22.03.2020, 18:15 Uhr

  • 44 Min
  • UT

Nur noch jedes sechste Gewässer in Bayern ist in einem ökologisch guten Zustand. Nicht nur Plastik und Müll, sondern Abwässer und Kraftwerke verändern die Seen, Flüsse und Bäche.

Wer an der Loisach spazieren geht, findet am Ufer immer wieder Plastikabfälle. André Wacke fährt hier oft mit dem Paddelboard entlang und hat mit anderen Wassersportlern und der Wasserwacht angefangen, den Fluss zu säubern und den Müll aus den Böschungen zu sammeln. Auch der Fischer Albert Strobl aus Schlehdorf macht mit seinen Kollegen und Anwohnern einmal im Jahr ein "Rama dama" an den Ufern des Kochelsees. Beim letzten Mal haben sie unter anderem 250 Plastikflaschen in drei Stunden aus dem Kochelsee geholt. Nur noch jedes sechste Gewässer in Bayern ist in einem ökologisch guten Zustand. Nicht nur Plastik und Müll, auch Abwässer und Kraftwerke verändern die Seen, Flüsse und Bäche. Es gibt mehr als 4.000 Wasserkraftwerke in Bayern, die allermeisten sind Kleinkraftwerke, die nur zehn Prozent des Stroms aus Wasserkraft erzeugen. Sie verändern die Fließgeschwindigkeit, begrenzen den Lebensraum der Fische und entziehen dem Fluss Wasser, das erst später wieder eingeleitet wird. Allein im Berchtesgadener Land sind fünf neue Wasserkraftwerke geplant. Und das an landschaftlich besonders schönen und ökologisch intakten Flussabschnitten. Unter anderem im Zauberwald an der Ramsauer Ache und an der Saalach oberhalb und unterhalb des bestehenden Saalachseekraftwerks. Zwischen Unken und Schneizelreuth, an diesem beinahe letzten naturbelassenen Teil der Saalach, ist ein Kraftwerk geplant, das auf sieben Kilometern Länge bis zu 80 Prozent des Wassers ausleiten soll. Naturschützer, Fischer und Kajakfahrer im bayerischen Berchtesgadener Land und im österreichischen Pinzgau sind alarmiert und haben die Saalachallianz gegründet, um das zu verhindern. Sylvia von Miller hat sich an Loisach, Saalach und Ramsauer Ache umgesehen.