Traumhäuser wiederbesucht | 16.10.2019

Ein Haus in zweiter Reihe

  • ARD-alpha

  • 30.10.2020, 12:30 Uhr

  • 44 Min
  • UT

2006 hat ein junges Architektenpaar begonnen, aus einer ehemaligen Bäckerei ein großzügiges Stadthaus zu machen. Ein leerstehendes, heruntergekommenes Rückgebäude in einem dunklen Hinterhof soll ihr Traumhaus werden. 2014 besuchte das Filmteam die inzwischen fünfköpfige Familie erneut.

Wir schreiben den 6. Februar 2006. Ein leerstehendes, heruntergekommenes Rückgebäude in einem engen, eher dunklen Hinterhof, auf allen Seiten bedrängt durch mehrstöckige Nachbargebäude. Hier soll ein Traumhaus entstehen? „Ja!“, sagen die Bauherren, ein junges Münchner Architektenpaar mit zwei kleinen Kindern, „denn wir wollen uns ein eigenes Haus bauen und trotzdem wie bisher mitten in der Stadt wohnen. Ein Haus in einem sterilen Neubaugebiet am Stadtrand mit täglichem Pendeln zu Kindergarten und Arbeitsplatz und langen Wegen zu Einkaufsmöglichkeiten kommt für uns nicht in Frage.“ 18 Monate später haben sie aus der ehemaligen Bäckerei ein großzügiges Stadthaus in zweiter Reihe gemacht. Nachverdichtung wie sie im Buche steht: Durch die Umnutzung innerstädtischer Bestandsgebäude entsteht zentraler Wohnraum für junge Familien. Wiederum sechs Jahre später besuchen wir die inzwischen fünfköpfige Familie erneut. Die Wohnungsnot in München hat sich deutlich verschärft, doch ihr Traum vom perfekten Wohnen ist wahr geworden: Wohnen, Arbeiten, Freizeit mitten in der Stadt, genügend Raum auch mit drei Kindern, kurze Wege zu Schulen und Läden und ein Büro im Erdgeschoss. Der inzwischen elfjährige Sohn bewegt sich selbständig im Viertel, kann zu Fuß Freunde besuchen gehen oder sich nebenan ein Eis holen, die Eltern können Familie und Beruf leichter vereinbaren und auch das soziale Leben funktioniert leichter im quirligen Uni-Viertel mit seinen vielen Cafés. Noch deutlicher als schon bei der Erstausstrahlung im Jahr 2008 zeigt sich die Vorreiterqualität dieses zukunftsweisenden Bauprojekts.