Stolperstein

Bin ich noch ich? - Eine Hirnverletzung und die Suche nach sich selbst

  • BR Fernsehen

  • 01.11.2018, 08:35 Uhr

  • 30 Min

Im September 2008 stürzt Nils Kopp auf dem Münchner Oktoberfest so unglücklich, dass er ein schweres Schädel-Hirn-Trauma mit Hirnblutungen erleidet. Es folgen Tage im künstlichen Koma, eine Hirnoperation, mehrere Monate Krankenhausaufenthalt, begleitet von vielen Therapien. Nils Kopp sitzt zunächst im Rollstuhl, hat Lähmungserscheinungen. Er muss erst wieder lernen zu schlucken, zu essen – und zu sprechen. Denn die Hirnblutung betrifft auch das Sprachzentrum. Das ist besonders fatal, denn er ist Fernsehjournalist, Filmemacher – also ein professioneller Geschichtenerzähler. Nach und nach beginnt Nils Kopp, seine Unfallgeschichte zu erzählen und seinen Zustand zu schildern. Zunächst in Form eines Tagebuchs mit anfangs kaum verständlichen Notizen auf einem Schreibblock, später mit Audioaufnahmen und danach über mehrere Jahre hinweg mit Videoaufnahmen. Die zentrale Frage, die ihn bewegt: Ist er auch nach der Hirnverletzung noch der Mensch, der er vorher war, der Nils, den die Familie, die Freunde und Kollegen kannten? In der Reihe „Stolperstein“ erzählt der Filmemacher, welche Schwierigkeiten er mit der Sprachtherapie hatte, wie unsicher er war in Bezug auf seine berufliche Zukunft, und wie er häufig in Stresssituationen die Kontrolle verlor – und sich oft selbst fremd war. Immer wieder stellte sich Nils Kopp zentrale Fragen nach der eigenen Identität, auch nachdem er wieder als Journalist tätig wurde. In „Stolperstein“ erzählt er vom großen Rückhalt, den er bei seiner Familie und seinen Kollegen gefunden hatte, er erzählt von der individuellen Therapie, die ihn wieder ins Berufsleben brachte und vom großen Glück, dass ein Rettungssanitäter beim Unfall gleich neben ihm stand. Und am Ende findet Nils Kopp die Antwort auf seine Frage: Bin ich noch ich?