Sehen statt Hören | 09.02.2019

Bilingual: Annas Weg in die Inklusion

  • BR Fernsehen

  • 09.02.2019, 08:00 Uhr

  • 30 Min

Als Anna vor 5 Jahren gehörlos geboren wurde, war das für ihre hörenden Eltern erst einmal ein Schock. Kathrin und Manuel Löffelholz waren völlig verunsichert und sahen sich vor eine enorme Herausforderung gestellt. Nach reiflicher Überlegung haben sie sich entschieden, Annas Entwicklung mit Gebärdensprache zu begleiten.

Annas Weg in die Inklusion Als Anna gehörlos geboren wird, ist das für die hörenden Eltern zunächst ein Schock. Kathrin und Manuel Löffelholz entscheiden sich nach reiflicher Überlegung für Gebärdensprache und beginnen selbst mit ersten Sprachkursen. So wie Annas Eltern geht es vielen Eltern mit gehörlosen Kindern: Wie werden wir unserem Kind am besten gerecht? Was braucht es, um sein Potenzial zu entwickeln? Wie wird es in der Gesellschaft zurechtkommen? Es geht um Inklusion und die Frage, was nötig ist, damit sie gelingen kann. Mit der Entscheidung für Gebärdensprache hat Familie Löffelholz Weichen gestellt. Im Frühförderzentrum der Herbert-Feuchte-Stiftung in Erfurt lernen sie andere betroffene Eltern kennen und organisieren für ihre Kinder gebärdensprachliche Förderung. Für Anna ist es wichtig, Kontakt zu anderen gehörlosen Kindern zu haben. Daher hat sie einen Kindergarten mit hörenden und zwei anderen gehörlosen Kindern besucht. Die wichtige Frage: Wie geht es danach in der Schule weiter? Es entsteht die Idee, mit den gehörlosen Kindern aus der Frühförderung eine Schule zu suchen, die bereit ist, eine Inklusionsklasse einzurichten. Dafür gründen die Eltern einen eigenen Verein Biling e.V. (Verein für bilinguale Förderung in Deutscher Gebärdensprache und Deutscher Lautsprache). Nach einem langen Weg und mehreren Absagen zeigt sich die Gemeinschaftsschule Am Roten Berg in Erfurt bereit, das inklusive Konzept zu realisieren. Vor wenigen Wochen ist Anna dort eingeschult worden.