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Antiziganismus – was haben die Deutschen gegen Sinti und Roma?

  • ARD-alpha

  • 12.04.2020, 17:30 Uhr

  • 30 Min

Am Stammtisch, in den sozialen Medien oder in der populistischen Politik: Die Volksgruppe der Sinti und Roma, die viele immer noch abwertend „Zigeuner“ nennen, ist die am stärksten abgelehnte Minderheit in Deutschland. Fast die Hälfte der Bevölkerung kann sich vorstellen, sie an die Stadtränder zu verbannen. Warum die Vorbehalte gegen diese Ethnie so stark sind und warum der Anti-Ziganismus in Deutschland so verbreitet ist, zeigt die RESPEKT-Reportage

Keine Ethnie wird in Deutschland so stark abgelehnt wie Sinti und Roma. Warum ist das so, fragt Moderatorin Sabine Pusch in der RESPEKT-Reportage. Um mehr zu erfahren, trifft sie jugendliche Sinti und Roma und erfährt, wie sie unter Vorurteilen und Klischees leiden, die sich in Europa seit Jahrhunderten nicht geändert haben. Zusammen mit einem jungen Sinto besucht sie das NS-Dokumentationszentrum und lässt sich erzählen, was seiner Familie in Nazideutschland passiert ist. Dabei lernt sie, dass die andauernde Diskriminierung und Verfolgung dieser Volksgruppe unter den Nazis mit über einer halben Million Opfern ihren absoluten Tiefpunkt erreicht hatte – aber danach längst nicht beendet war. Doch warum gibt es auch heute noch die gleichen Vorurteile? Vielleicht, weil die Mehrheitsgesellschaft über diese Gruppe kaum etwas weiß? Wo liegen die Ursprünge ihrer Geschichte und sind Sinti und Roma, deren Familien oft schon seit Jahrhunderten in Deutschland leben, wirklich anders als andere Menschen? Antworten bekommt Sabine etwa von einer jungen Musikband, die auf Romanes singt, von einem Mathematiker, der auch Sinto ist, oder von einem Sozialarbeiter, der gegen die Ausgrenzung ankämpft. Von ihm erfährt sie auch, ob und wie Gesetze helfen können, das Verständnis für diese Minderheit zu fördern und Diskriminierungen abzubauen.