RESPEKT kompakt

Europa – Idee von gestern oder Vision für morgen?

  • ARD-alpha

  • 21.10.2019, 17:15 Uhr

  • 15 Min

Rechtspopulismus und Nationalismus gefährden die EU. Angriffsziel ist nicht nur die aktuelle Europapolitik. Auf der Kippe steht die zukunftsweisende Idee von Demokratie, Frieden und Freiheit.

Eurokrise, Brexit und Konflikte wie die Flüchtlingskrise und die jahrelange Schuldenpolitik bedrohen den europäischen Einigungsprozess. Immer weniger Menschen glauben an offene Landesgrenzen innerhalb der EU. Immer weniger Politiker setzen sich für Europaweite Demokratie und allgemeine Grund- und Menschenrechte ein. Der Film „Europa – Idee von gestern oder Vision für morgen?“ erinnert an die Grundgedanken der EU: Politik für Frieden, Freiheit und Fortschritt. Politik für Demokratie, Solidarität und Menschenrechte jenseits nationaler Interessen. Diese Ideale und die Idee vom geeinten friedlichen Europa sind nicht neu. Sie gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert. Die konkrete Umsetzung begann unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Verwüstungen in Europa nach zwei Kriegen mit insgesamt mehr als 80 Millionen Toten gaben den Anstoß, endlich zu beginnen, was schon lange angedacht war. Die Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März 1957 gilt als Startschuss der EU. Der Film erinnert an die Anfangsjahre des europäischen Projekts und begleitet unter anderem den Zeitzeugen Matthias Heister. Der heute über 90-Jährige ging schon in der Nachkriegszeit auf die Straße. 1950 riss er zusammen mit Gleichgesinnten aus Frankreich und Italien Schlagbäume an der deutsch-französischen Grenze ab – als Protestaktion für offene Grenzen in Europa, für eine gemeinsame, solidarische Politik und gegen den wiederkehrenden Nationalismus. Das war vor 70 Jahren. Doch die Gefahren für den europäischen Einigungsprozess damals und heute ähneln sich. Das zeigt der Film und macht deutlich: Die EU ist heute wichtiger denn je und muss wieder zum zukunftsweisenden, demokratischen Projekt werden.