RESPEKT | Demokratie einfach erklärt

Islamfeindlichkeit - Berechtigte Angst vor fremder Kultur?

  • ARD-alpha

  • 19.07.2020, 17:30 Uhr

  • 28 Min
  • Online bis 15.07.2025 Warum?

  • UT

Niemand darf wegen seines Glaubens benachteiligt oder bevorzugt werden. Vorurteile gegenüber Menschen muslimischen Glaubens stehen dazu in Widerspruch. Wie gehen Muslime damit um? Wie erreichen wir ein friedliches Miteinander?

Häufig sind es einfach nur äußerliche Merkmale, aus denen Menschen vorschnell schließen, dass ihr Gegenüber muslimischen Glaubens ist. Aussehen, Kleidung und meistens auch der Name verleiten manche dazu, andere einfach in eine „Schublade“ zu stecken. Und dabei ist noch nicht einmal sicher, ob der Mensch, über den vorschnell ein Urteil gefällt wird, überhaupt einer muslimischen Glaubensgemeinschaft angehört. Kommt auch noch eine verallgemeinernde, negative Sicht auf den Islam als Religion hinzu, ist dies eine noch stärkere Diskriminierung der Betroffenen. Islamfeindlichkeit ist meist geprägt durch Angst vor Überfremdung, nicht selten ist es auch eine generelle Angst vor dem Fremden, dem Unbekannten. Moderator Rainer Maria Jilg trifft junge Menschen muslimischen Glaubens und befragt sie, wie sie aus ihrer Perspektive Situationen erleben, in denen sie mit Vorurteilen konfrontiert werden – in Freizeit, Schule und Ausbildung oder im Berufsleben. Die Reportage beleuchtet außerdem, was die tieferen Gründe für eine pauschalisierende negative Sicht auf den Islam sein könnten. Der Historiker Wolfgang Benz erforscht judenfeindliche Vorurteile und vertritt die These, dass Islamfeindlichkeit aus ähnlichen Mechanismen entsteht: Eine Gruppe verurteilt eine Minderheit auf Grund von Eigenschaften, die sie der Minderheit zuschreibt. Doch was die Mehrheit der Minderheit vorwirft, sind nicht selten Probleme, die sie bei sich selbst verdrängt, zum Beispiel Frauenfeindlichkeit und Intoleranz. RESPEKT liefert Impulse zum Nachdenken über eigene Verhaltensweisen im alltäglichen Leben. Vorgefertigte Meinungen lassen sich am besten aufbrechen, wenn es Gelegenheit zum Dialog miteinander gibt, nicht nur auf der Ebene der Politik, sondern gerade auch in Begegnungen von Mensch zu Mensch. Und vom Kennenlernen der jeweils anderen Kultur und Religion profitieren immer beide Seiten.